Westlicher Balkan

Die Integration der Westlichen Balkanländer (WBC) in den Europäischen Forschungsraum (EFR) und die Förderung interregionaler Forschungszusammenarbeit als Beitrag zum Stabilisierungs- und Assoziierungsprozesses (SAP) sind von zentraler forschungspolitischer Bedeutung sowohl für die Region als auch für die Europäische Union.

Blick auf eine Stadt von oben

© Ralf Hanatschek / DLR

Fördermöglichkeiten

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt mit verschiedenen Förderbekanntmachungen die Zusammenarbeit deutscher Einrichtungen mit Partnern in den Westlichen Balkanländern (siehe Laufende Bekanntmachungen).

Sprechen Sie uns an, wenn Sie weitere Fragen zu Unterstützungsleistungen des Internationalen Büros haben.

Politischer Rahmen

Zu den Ländern des Westlichen Balkans gehören Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, die Republik Nordmazedonien und Serbien.

Albanien, Montenegro, die Republik Nordmazedonien und Serbien sind aktuell Beitrittskandidaten, Kosovo ist potenzieller Beitrittskandidat, Bosnien und Herzigovina hat 2016 einen EU-Beitrittsantrag gestellt.

Im Rahmen der österreichischen Ratspräsidentschaft wurde 2006 mit der Einrichtung der "Steering Platform on Research and Innovation for Western Balkan Countries" eine wichtige Stärkung des Politikdialogs im Bereich Wissenschaft und Technologie zwischen der Europäischen Kommission, den Mitgliedsstaaten und assoziierten Staaten und den Westbalkanländern erreicht. Diese Initiative trifft sich kontinuierlich mindestens einmal im Jahr.

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

Für deutsche Forschungseinrichtungen, die mit Partnern in den WBC kooperieren, ist das BMBF seit Jahren ein verlässlicher Partner im Bereich der Forschung, Entwicklung und Innovation (FEI). Das BMBF engagiert sich in einer Reihe von europäischen Maßnahmen, die der Stärkung der Region dienen:

SEE-ERA.NET

Die Verbesserung der Integration der Westlichen Balkanländer in den Europäischen Forschungsraum (EFR) war das Ziel des von der EU geförderten Netzwerkprojekts SOUTHEAST-EUROPEAN ERA-NET (SEE-ERA.Net). Durch die Verknüpfung der jeweiligen Aktivitäten Deutschlands und seiner 13 Partnerländer im Rahmen der bestehenden nationalen, bilateralen und regionalen Forschungsprogramme mit spezieller Ausrichtung auf Südosteuropa konnten hier wichtige Meilensteine wie die Durchführung einer gemeinsamen Pilotausschreibung für Netzwerk- und Forschungsprojekte gesetzt werden. Ein Meilenstein war ein „White Paper“, in dem politische Strategien und Empfehlungen für die künftige Zusammenarbeit mit den Westlichen Balkanländern definiert wurden. Dieses EU Projekt unterstütze auch die Einbindung der zu diesem Zeitpunkt noch neuen EU-Länder Bulgarien und Rumänien in die überregionale FuE-Kooperation mit dem westlichen Balkan. Alle Länder des westlichen Balkans waren an SEE-ERA.NET beteiligt. Das Projekt hatte eine Laufzeit von fünf Jahren und endete im August 2009.

SEE-ERA.NET PLUS

Zentrale Aufgabe des SOUTHEAST-EUROPEAN ERA-NET PLUS (SEE-ERA.NET PLUS) war die Durchführung einer gemeinsamen Ausschreibung für "Joint European Research Projects". Aufbauend auf den Erfahrungen und Ergebnissen des Projekts SEE-ERA.NET wurde hiermit die weitere Integration der südosteuropäischen Länder, insbesondere der Länder des westlichen Balkans, in den Europäischen Forschungsraum (EFR) vorangetrieben. Eine gemeinsame Ausschreibung wurde am 1. September 2009 veröffentlicht. Neben Deutschland beteiligten sich auch Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Deutschland, die Republik Nordmazedonien, Frankreich, Griechenland, Kroatien, Montenegro, Österreich, Rumänien, Serbien, Slowenien und die Türkei an der Ausschreibung. Insgesamt 23 transnationale Forschungsprojekte mit einem Budget von rund 2,8 Millionen Euro konnten aus dem gemeinsamen Fördertopf unterstützt werden. Das Projekt endete im Juli 2013.

WBC-INCO.NET

Das WBC-INCO.NET war ein europäisches Netzwerkprojekt für den bi-regionalen forschungspolitischen Dialog zwischen der EU, den an das 7. EU-Forschungsrahmenprogramm assoziierten Staaten und den westlichen Balkanländern. Es unterstützte die "Steering Platform on Research and Innovation for Western Balkan Countries". Ziel war es, die Teilnahme von Forschenden der Zielregion in Europäischen FuE-Projekten zu verbessern. Das Konsortium des WBC.INCO.NET wurde von 29 Partnern aus 16 Ländern gebildet, darunter die Forschungsministerien von Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Kroatien, der Republik Nordmazedonien, Montenegro, Österreich, Serbien, Slowenien und der Türkei. Ferner nehmen zahlreiche Forschungseinrichtungen und -agenturen teil. Das Projekt begann im Januar 2008 und lief bis Ende April 2014.