Ungarn

Ungarn gilt als starker Wissenschafts- und Forschungsstandort in Mittelosteuropa. Die Hauptstadt Budapest ist Sitz so renommierter Hochschulen wie der Semmelweis- und der Eötvös-Loránd-Universität. Mit weiteren exzellenten Universitäten in Städten wie Debrecen, Szeged oder Pécs bietet Ungarn eine für Kooperationen attraktive Forschungslandschaft.

Akademie in Budapest

Akademie Budapest © Tamás Gyöngyösi / iStock / Thinkstock

Förderung der Zusammenarbeit

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt mit verschiedenen Förderbekanntmachungen die Zusammenarbeit deutscher Einrichtungen mit ungarischen Partnern.

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Politischer Rahmen

Die bilaterale Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie basiert auf dem Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Ungarn über wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit vom 07.10.1987. Verstärkte Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Forschung und Technologie und nachhaltige Forschungskooperationen wurden in der Gemeinsamen Erklärung der beiden Forschungsministerien am 15.09.2004 in Budapest vereinbart.

Als strategisches Hauptdokument der Regierung ist derzeit noch dieNationale FuEuI-Strategie 2013-2020 unter dem Titel „Investition in die Zukunft“ in Umsetzung. Sie ist gerichtet auf die Stärkung der wissensbasierten Wirtschaft und setzte an drei Hauptprozessen wissensgetriebener Wirtschaft an: Wissensgenerierung, Wissensanwendung und Knowhow-Transfer.

Mit der Einrichtung eines eigenständigen Ministeriums für Innovation und Technologie (ITM) im Zuge der Regierungsbildung 2018 verbindet sich eine strategische Neuausrichtung. Regierung und ITM gaben als Zielrichtung die Erneuerung des ungarischen Forschungs- und Innovationsökosystems aus. Ein neu geschaffener nationaler Rat für Wissenschaftspolitik hat für Anfang 2020 eine neue Strategie angekündigt, die den Rang einer ersten umfassenden Wissenschafts- und Innovationskonzeption Ungarns einnehmen wird.

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

An bisherigen Horizont-2020-Projekten mit ungarischer Beteiligung sind deutsche Akteure mit etwa 63 % stark vertreten. Deutschland ist vor Frankreich und Italien das eindeutig wichtigste Partnerland bei Horizont 2020. Den thematischen Schwerpunkt der gemeinsamen Projekte bilden die Themenfelder Nahrungsmittelsicherheit und Transport.

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

BMBF-Donauraumbekanntmachung

Im Rahmen der ersten BMBF-Donauraumbekanntmachung 2013 erwies sich Ungarn als beliebtestes Kooperationsland in der gesamten Region. In 39 der eingereichten 67 Projektvorschläge finden sich Partnerorganisationen aus Ungarn, bei den befürworteten 31 Vorhaben stellt Ungarn mit 19 Projektbeteiligungen den größten Anteil aller Donauraumländer. Themenschwerpunkt der Projekte mit Ungarn war der Bereich Klima/Umwelt/Nachhaltigkeit. Im Rahmen der zweiten BMBF-Donauraumbekanntmachung 2015 beteiligte sich Ungarn als eines von drei Ländern über eine Kofinanzierung aktiv an der Unterstützung von Projektkooperationen.

Im Frühjahr 2018 wurde eine erste bilaterale EUREKA-Bekanntmachung zu den Themenfeldern Verfahrenstechnik, Biotechnologie und IuK-Anwendungen veröffentlicht. Im April 2018 fand dazu in Budapest eine Matchmaking-Veranstaltung statt, an der 13 zumeist KMU-Vertretungen aus Deutschland teilnahmen. Mit 22 Projektvorschlägen wurde eine Rekordbeteiligung für einen bilateralen EUREKA-Call erzielt. Fünf Projekte wurden zur Förderung ausgewählt und sind angelaufen.

Besondere Einrichtungen

Andrássy Gyula Deutschsprachige Universität Budapest

Die Andrássy Universität Budapest (AUB) wurde im Jahr 2001 als multinationales Gemeinschaftsprojekt der Bundesrepublik Deutschland, der Republik Ungarn, der Republik Österreich, des Bundeslandes Baden-Württemberg und des Freistaats Bayern gegründet. Ziel der Universität ist es, besonders begabte Hochschulabsolventinnen und -absolventen für Führungsaufgaben in Politik, Diplomatie, Verwaltung, Gerichtsbarkeit, Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Medien im Bereich der europäischen Institutionen auszubilden. Die AUB ist dabei um die Vermittlung und Stärkung der gemeinsamen europäischen Werte bemüht und fördert die europäische Integration. Die Studienangebote lauten zum Beispiel auf europäische und internationale Verwaltung, internationale Wirtschaft und internationale Beziehungen und werden ergänzt durch einen postgradualen Masterstudiengang „Donauraumstudien“.

Kooperationen im Rahmen der EU

Neben den zahlreichen Horizont-2020-Kooperationen gibt es auch im Teaming-Programm der Europäischen Kommission eine enge Verzahnung zwischen ungarischen Einrichtungen und deutschen Partnern. Ungarn ist an zwei von elf für die Phase 2 ausgewählten Projekten beteiligt, jeweils mit Beteiligung deutscher Einrichtungen.

Das Institut für Rechentechnik und Automatisierung der Ungarischen Akademie der Wissenschaften führt in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut Entwicklungen zu Cyber-Physischen Produktions- und Logistiksystemen durch.

Die Universität Debrecen, die Semmelweis-Universität Budapest, die Universität Szeged sowie das Biologische Forschungszentrum der Ungarischen Akademie der Wissenschaften arbeiten mit dem European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg zusammen, um der Molekularen Medizin in Ungarn neue Impulse zu geben.