Dänemark

Dänemark gehört zu den wettbewerbsfähigsten und innovativsten Ländern weltweit. Die Bundesrepublik Deutschland arbeitet mit seinem Nachbarn Dänemark vor allem auf europäischer Ebene sowie im Rahmen der Ostseekooperation intensiv zusammen.

Flagge von Dänemark

Förderung der Zusammenarbeit

In den Jahren 2010, 2011 und 2013 hat das BMBF Bekanntmachungen zur Förderung eines Ideenwettbewerbs zum Auf- und Ausbau innovativer FuE-Netzwerke mit Partnern in Ostseeanrainerstaaten veröffentlicht. Ziel dieser Fördermaßnahmen war es, durch die internationale Zusammenarbeit Innovationspotenziale zu erschließen und internationale Wettbewerbsvorteile deutscher Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Ostseeraum zu stärken. Auch die Kooperation mit dänischen Partnern sollte weiter vorangetrieben werden, was auch erfolgreich gelungen ist: dänische Einrichtungen waren im Schnitt an jedem dritten Projekt beteiligt.

Politischer Rahmen

In den Bereichen Innovation, Forschung und Entwicklung, Technologie und Wettbewerbsfä-higkeit zählt Dänemark zu den weltweit führenden Ländern. Das „Innovation Union Scoreboard 2018“ sieht das Land im EU-Vergleich weiter auf Position zwei hinter den schwedischen Nachbarn. Der „Global Competitiveness Report 2017-2018“ platziert Dänemark an Position zwölf von 137 Staaten. Der FuE-Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug in Dänemark 2016 nach vorläufigen Schätzungen 2,87% (nach EUROSTAT). Dieser Anteil ist seit mehreren Jahren stabil.

Der im Juni 2017 veröffentlichte RESEARCH2025-Katalog (FORSK2025) bündelt die für Dänemark prioritären Forschungsthemen in vier Hauptkategorien: neue technologische Chancen, grünes Wachstum, bessere Gesundheit, Menschen und Gesellschaft. FORSK2025 soll zur Lösung der gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen beitragen, indem neue technologische Möglichkeiten und die Steigerung von Produktivität, Wachstum und Beschäftigung adressiert werden. Es handelt sich hierbei um eine Fortschreibung des dänischen Programms "Research2020“, einer Priorisierungsgrundlage für strategische Investitionen in Forschung und Entwicklung in Dänemark. Der RESEARCH2020-Katalog war das Ergebnis einer intensiven Analyse der gesamten Forschungslandschaft Dänemarks, an welcher das Ministerium für weiterführende Bildung und Wissenschaft, Vertreter der Kommunen und Regionen, universitäre und außeruniversitäre Forscher, Ökonomen und weitere Stakeholder beteiligt waren.

Durch die Zusammenführung des „Danish Council for Strategic Research“, der „Danish National Advanced Technology Foundation“ und dem „Danish Council for Technology and Innovation“ wurde zum 1. April 2014 der „Danish Innovation Fund“ (DIF) geschaffen. Dies stellt die größte Reform des Forschung- und Innovationssystems in Dänemark in den letzten zwei Jahrzehnten dar. Der DIF ist als unabhängige Stelle innerhalb der Staatsverwaltung eingerichtet. Aus dem Fond werden Zuschüsse für Aktivitäten innerhalb der strategischen Forschung, Technologieentwicklung und Innovation gezahlt.

Seit Anfang 2012 besteht in Dänemark für Unternehmen die Möglichkeit, für FuE-Aufwendungen, soweit diese zu Verlusten geführt haben, eine Negativsteuer zu erheben. Dadurch ergibt sich für die Unternehmen, auch wenn es sich um keine direkte FuE-Förderung handelt, ein Anreiz sich stärker für Forschung und Entwicklung zu öffnen.

Die thematischen Schwerpunkte der dänischen Forschung liegen auf den Feldern nachhaltige Energie und Umwelt, Gesundheit und Nahrungsmittelsicherheit, Lebenswissenschaften und Biotechnologie, Geowissenschaften, Luft- und Raumfahrt sowie Informations- und Kommunikationstechnologie. Ein wichtiges aktuelles forschungs- und umweltpolitisches Thema ist die Elektromobilität. Die Förderung von Wissenschaft, Technologie und Innovation basiert in Dänemark auf den Pfeilern institutionelle Förderung, Projektförderung sowie strategische Forschungsförderung.

Schwerpunkte der Kooperation

Der fachliche Schwerpunkt der Forschungsprojekte mit dänischer Beteiligung innerhalb der BMBF-Fachprogramme liegt in den Bereichen Klima, Umwelt, Nachhaltigkeit sowie Bioökonomie.

Im Kontext der EU-Rahmenprogramme für Forschung und Innovation arbeiten deutsche und dänische Forscher und Forscherinnen verstärkt innerhalb der Felder „Secure, clean and efficient energy“, „Health, demographic change and wellbeing“ sowie bei „Marie Sklodowska-Curie“-Maßnahmen zusammen.

Ein weiterer thematischer Fokus der deutsch-dänischen Zusammenarbeit liegt im Bereich Meeres- und Polarforschung. Eine Förderung erfolgt unter anderem im Rahmen des BONUS-Netzwerks zur Ostseeforschung. Das BONUS-Netz bringt elf an der Förderung und Durchführung der Ostseeforschung beteiligte Organisationen zusammen, um deren Forschungsmittel zu bündeln und die Infrastrukturnutzung zu koordinieren.