Bulgarien

Die internationale Kooperation in Bildung und Forschung zwischen Deutschland und Bulgarien steht im Zeichen der Integration Bulgariens in den Europäischen Forschungsraum. Dieser Ansatz wird durch die Förderinstrumente des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur interregionalen Forschungszusammenarbeit in und mit Südosteuropa unterstützt.

Universitätsgebäude in Sofia

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Förderung der Zusammenarbeit

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt mit verschiedenen Förderbekanntmachungen die Zusammenarbeit deutscher Einrichtungen mit bulgarischen Partnern.

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Politischer Rahmen

Die deutsch-bulgarische Forschungskooperation hat eine lange Tradition. Die bilaterale Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie basiert auf dem Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik Bulgarien über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Forschung und technologischen Entwicklung vom 25. Februar 1988.

Unter dem Titel „Bessere Wissenschaft für ein besseres Bulgarien“ hat die bulgarische Regierung 2017 die nationale FuE-Strategie für den Zeitraum bis 2030 verabschiedet. Hauptzielrichtung ist die flächendeckende, schnelle und nachhaltige Entwicklung und Modernisierung der wissenschaftlichen Forschung in der Republik Bulgarien. Dies soll insbesondere dazu dienen, führende junge Wissenschaftler zu gewinnen und im Land zu halten sowie ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu ermöglichen.

Als prioritäre Themenfelder für die Förderung im Bereich der Grundlagenforschung sind bestimmt:

  1. Neue Energiequellen und Energieeffizienztechnologien,
  2. Mechatronik und umweltgerechte Technologien,
  3. Gesundheit und Lebensqualität,
  4. Umweltschutz- und Entsorgungstechnologien, Nutzung von Rohstoffen und Bio-Ressourcen,
  5. Werkstoffforschung, Nano- und Quantentechnologien,
  6. Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT).

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

An bisherigen Horizont-2020-Projekten mit bulgarischer Beteiligung sind deutsche Akteure mit etwa 70 % sehr stark vertreten. Deutschland ist vor Italien und Spanien das klar dominierende Partnerland bei bulgarischen H-2020-Beteiligungen. Den eindeutigen thematischen Schwerpunkt der gemeinsamen Projekte bildet die Energieforschung.

In den Jahren 2013 und 2015 veröffentlichte das BMBF einen „Ideenwettbewerb zum Auf- und Ausbau innovativer FuE-Netzwerke mit Partnern in Donauanrainerstaaten“ („Donauraumbekanntmachung“). Etwa ein Drittel der geförderten Projekte wurden und werden mit bulgarischen Partnern durchgeführt. Der Fachschwerpunkt der Kooperation liegt im Bereich Klima/Umwelt/Nachhaltigkeit.

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Der Aufbau des Bulgarisch-Rumänischen Interuniversitären Europazentrums (BRIE) – eine Institution für regionale Zusammenarbeit mit Sitz in Ruse (Bulgarien) und Giurgiu (Rumänien) – wurde mit deutscher Unterstützung maßgeblich unterstützt. Das BRIE wurde im Jahr 2000 von der deutschen Hochschulrektorenkonferenz (HRK) als Projekt im Rahmen des Stabilitätspaktes für Südosteuropa initiiert und setzt seit 2002 Bildungs- und Forschungsprojekte auf der Basis regionaler und transnationaler Zusammenarbeit um. Das BRIE - bewusst in einer Grenzregion aufgebaut - kooperiert mit deutschen Universitäten, die sich ebenfalls in Grenzregionen befinden: TU Chemnitz und Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder.

Ein erfolgreiches Einzelprojekt des BRIE ist BRAINS (Bulgarian-Romanian Area Identies: Neighbourhood Study), das von deutscher Seite mitinitiiert und mit EU-Strukturfördergeldern umgesetzt wurde. Auf Basis von Befragungsstudien bulgarischer und rumänischer Bürger und von Analysen deutsch-polnischer und deutsch-tschechischer Best-practice-Beispiele für europäische Integration wurde das Projektkonzept RO-BUL-NA (Romanian-Bulgarian Neighborhood Area) abgeleitet, um in der oft als getrennt und entlegen wahrgenommenen Region langfristig eine gemeinsame Identität der Bewohner zu schaffen.

Besondere Einrichtungen

Auch das Centre for Advanced Studies (CAS) in Sofia wurde mit deutscher Förderung aufgebaut. Das CAS wurde 2000 als multidisziplinäres Forschungszentrum der Geistes- und Sozialwissenschaften in Sofia gegründet. Seine Aufgaben sind die Unterstützung herausragender Nachwuchswissenschaftler der internationalen Wissensgemeinschaft, vor allem aus Südosteuropa sowie die Förderung des Wissenschaftleraustauschs, aktuell laufen drei Fellowship-Programme. Förderer des CAS Sofia aus Deutschland sind die Kulturstiftung des Bundes, das Auswärtige Amt, die VolkswagenStiftung, die Fritz Thyssen-Stiftung, die Konrad-Adenauer-Stiftung sowie der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.

Kooperationen im Rahmen der EU

Bulgarien ist in der zweiten Phase des EU-Teaming-Programms mit dem Projekt „Centre of Excellence in Plant Systems Biology and Biotechnology (PlantaSYST)“ vertreten. Das Vorhaben der Universität Plovdiv mit dem Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie und der Universität Potsdam zielt auf den Aufbau eines Zentrums für Pflanzen-Systembiologie und Biotechnologie in Plovdiv. Durch Integration von Disziplinen wie Molekularbiologie, Funktionelle Genomik und Bioinformatik soll dieses für Osteuropa einzigartige Forschungszentrum zu industriellen Anwendungen moderner Pflanzenwissenschaften beitragen.