Zusammenarbeit mit Neuseeland

Das BMBF unterstützt über den DLR-Projektträger die Anbahnung von neuen Kooperationsprojekten durch den Austausch von Wissenschaftlern. Aktivitäten werden in der Regel durch eine jährliche gemeinsame Bekanntmachung im Frühjahr eines Jahres mit Neuseeland abgestimmt.

Ansicht Neuseeland

© Hans-Jörg Stähle / DLR

 

 


Fördermöglichkeiten

Grundsätzlich können auf Antrag Zuschüsse im Rahmen der bilateralen wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ) zwischen Deutschland und Neuseeland gewährt werden. Gefördert werden Projekte in Forschungsfeldern mit Bezug zu den Fachprogrammen des BMBF. Projektanträge können nur nach vorheriger Ausschreibung zu einem Termin eingereicht werden.

Aktuelle Bekanntmachung

  "Richtlinie zur Förderung von Vorhaben der strategischen Projektförderung mit Neuseeland"

Der förmliche Antrag ist bis 17. Juni 2019 gemeinsam mit dem ausländischen Partner parallel im IB und bei der zuständigen Stelle des Partnerlandes einzureichen (s.u.).

Vor der Beantragung wird empfohlen, Kontakt mit dem zuständigen fachlichen Ansprechpartner im IB aufzunehmen. Informationen zum korrespondierenden Programm in Neuseeland findet Ihr neuseeländischer Partner unter http://www.rsnz.org.

Politischer Rahmen

Mit Neuseeland besteht ein Regierungsabkommen zur Zusammenarbeit auf wissenschaftlich-technologischem Gebiet seit 1977. Gemeinsam mit dem neuseeländischen Minister für Forschung, Wissenschaft und Technologie, Steve Maharey, unterzeichnete Bundesministerin Schavan Ende Februar 2007 eine Vereinbarung in Berlin. "Wir wollen durch gemeinsame Projekte die Kooperation in Wissenschaft und Forschung stärken", sagte Schavan. Minister Maharey betonte ebenfalls die Bedeutung des Abkommens: "Die wissenschaftliche Zusammenarbeit ist eines der wichtigsten Zukunftsfelder unserer Partnerschaft, die wir noch weiter ausbauen wollen."

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

Die Kooperation zwischen Deutschland und Neuseeland existiert auf einer breiten Basis von unterschiedlichen Forschungsthemen. Besonders in den Bereichen

  • Umweltforschung mit Schwerpunkt auf dem Klimawandel
  • Ernährung, Agrarwissenschaften und Biotechnologie
  • Geo-, Meeres-, und Polarforschung

sind Spitzenforscher beider Ländern gemeinsam erfolgreich.

Anlässlich eines BMBF Delegationsbesuchs im Oktober 2018 wurde vereinbart, für die künftige Zusammenarbeit einen besonderen Fokus auf die Klimaforschung und Klimawandelzu legen. Gleichzeitig wird der Austausch von Studierenden und jungen Wissenschaftlern zwischen beiden Ländern durch Stipendienprogramme außerordentlich erfolgreich unterstützt.

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Erfassung der Drehgeschwindigkeit der Erde

Eine schon länger laufende sehr erfolgreiche Kooperation mit Neuseeland ist eine Projekt zur Erfassung von Variationen der Drehgeschwindigkeit der Erde mit Hilfe von Laserkreiseln, ein Gemeinschaftsprojekt der TU München mit der University of Canterbury, Christchurch, Neuseeland und der Oklahoma State University, Stillwater OK USA.

Meeresforschung

Ebenfalls herausragend ist die Kooperation mit neuseeländischen Forschern im Bereich der Meeresforschung, was durch gemeinsame Forschungsarbeiten im Rahmen von Fahrten des Forschungsschiffs "Sonne", das Neuseeland, zuletzt zweimal in 2017, regelmäßig anläuft.

Angeregt von der Alexander von Humboldt-Stiftung wurde nach gegenseitigen hochrangigen Besuchen 2004 von Neuseeland der "Julius von Haast Fellowship Fund" eingerichtet, ein Stipendienprogramm für deutsche Wissenschaftler, das komplementär zu den AvH-Stipendien ist. Die Vertiefung der Kooperation in der Nanotechnologie, der Informations- und Kommunikationstechnologie und der Biotechnologie/Gesundheitsforschung stehen derzeit im Mittelpunkt der Diskussion auch in Zusammenhang mit europäischen Förderprogrammen. Die F&E-Kooperation Neuseelands mit Europa wird maßgeblich durch einen Wissenschaftsreferenten bei der neuseeländischen Botschaft in Brüssel und die neuseeländische Botschaft in Berlin unterstützt.

Besondere Aktivitäten des Internationalen Büros

Das Internationale Büro (IB) ist seit 1996 für die Umsetzung der bilateralen WTZ mit Neuseeland zuständig. Im Auftrag des BMBF verfolgt das Internationale Büro das Ziel, die internationale Vernetzung deutscher Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen mit Neuseeland auszubauen und leistet so einen Beitrag zur Umsetzung der internationalen Dimension in den Fachprogrammen des BMBF.

Die Zusammenarbeit des IBs mit Neuseeland soll

  • den Aufbau von Verbindungen im Bereich eigener Forschungsprioritäten erleichtern, hier insbesondere Klimaforschung und Ozeanographie
  • den Austausch von Wissenschaftlern beider Länder unterstützen, hier insbesondere durch die Verbreitung von Informationen zu den Programmen des DAAD, der AvH und auch zum neuseeländischen Julius von Haast-Programm.
  • Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern den Zugang zu einzigartigen Forschungseinrichtungen und Laboratorien ermöglichen
  • deutsche Technologie in Neuseeland demonstrieren, um darauf aufbauend wirtschaftliche Verbindungen herzustellen

Seit 2007 haben die Royal Society und BMBF und BMEL seit 2007 mehr als 140 neue Moblitätsprojekte gemeinsam unterstützt.

Im April 2019 hat das BMBF gemeinsam mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und der Royal Society of New Zealand eine bilaterale Bekanntmachung im Rahmen der Deutsch-Neuseeländischen Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie zu folgenden Schwerpunktthemen veröffentlicht:

  • Klimaforschung mit einem Schwerpunkt auf den physikalischen Grundlagen des Klimasystems und Klimawandels, einschließlich Paläoklima, Karbonzyklus, Treibhausgase und Aerosole,
  • Anpassung an den Klimawandel einschließlich neue Materialien und Verfahren, neue Formen des Wassermanagements, nachhaltige Landwirtschaft und nachhaltige Städte