Japan

Japan gehört zu den wirtschaftlich stärksten und technologisch fortschrittlichsten Ländern der Welt. Die japanische Grundlagenforschung wird regelmäßig mit Nobelpreisen ausgezeichnet. Unternehmen zeigen sich extrem großzügig bei der Finanzierung von angewandter Forschung und Entwicklung. Grundlage der bilateralen Forschungskooperation zwischen Japan und Deutschland ist ein Regierungsabkommen von 1974. Auch die deutschen Forschungs- und Mittlerorganisationen unterstützen die  Zusammenarbeit aktiv.

Japan - Fuji mit Fabrik

© Torsakarin / iStock / Thinkstock

Fördermöglichkeiten

Aktuelle Bekanntmachung: Richtlinie zur Förderung von Vorhaben der strategischen Projektförderung mit Japan unter der Beteiligung von Wirtschaft und Wissenschaft in den Bereichen Optik und Photonik. Stichtag: 25. September 2019.

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Aktuelles

BMBF fördert drei von Deutschland und Japan koordinierte 2 + 2-Projekte im Rahmen des "Deutsch-Japanischen Akademie-Industrie-Kooperationsprogramms Optik und Photonik "

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung der Bundesrepublik Deutschland (BMBF) fördert gemeinsam mit der japanischen Förderorganisation JST drei Verbundforschungsprojekte zum Thema "Optik und Photonik".

Die ausgewählten Projekte sind wie folgt:

  • “Efficient Silicon Photonic Devices Using Advanced Electro-Optic Polymers”
    Karlsruhe Institute of Technology (KIT), Vanguard Automation GmbH, Kyushu University, Nissan Chemical Industries, Ltd.
  • “Real-Time Fusion of Projection and Sensing by High-Speed Multispectral Units for Dynamic Interaction”
    Fraunhofer Institute, ViALUX GmbH, Tokyo Institute of Technology, Tokyo Electron Device LTD.
  • “Development of Hyper-Resolution X-Ray Phase Imaging”
    Karlsruhe Institute of Technology (KIT), microworks GmbH, Tohoku University, Hamamatsu Photonics K.K.

Im Rahmen der gemeinsamen Bekanntmachung von BMBF und JST wurden insgesamt 35 Projektskizzen eingereicht. Auf der Grundlage der von Experten durchgeführten Evaluierung haben JST und BMBF gemeinsam diese drei Förderprojekte beschlossen. Jedes Projekt wird mit einem Gesamtvolumen von 200.000 Euro über 3 Jahre (2018-2020) gefördert.

Politischer Rahmen

Grundlage der bilateralen Kooperation im Forschungsbereich zwischen Japan und Deutschland ist ein Regierungsabkommen über die Zusammenarbeit auf wissenschaftlich-technologischem Gebiet vom 8. Oktober 1974 (BGBl. 1974 II 1326). Erklärte Schwerpunkte der bilateralen Zusammenarbeit sind gemäß des WTZ-Abkommens die Themenbereiche:

  • Meeresforschung und -technologie,
  • Lebenswissenschaften (biologische und medizinische Forschung und Technologie),
  • Umwelt (Erforschung und Entwicklung neuer Umweltschutz-Technologien).

Das BMBF kooperiert hier mit dem Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT). Dem MEXT ist die Förderorganisation Japan Science and Technology Agency (JST) untergeordnet, die für die meisten wissenschaftlich-technologischen Bereiche und die praktische Kooperation zuständig ist.

In regelmäßigen Abständen finden WTZ-Kommissionssitzungen unter Teilnahme von Vertretern beider Ministerien sowie von Forschungs-, Förder- und Mittlerorganisationen statt. Die letzte Sitzung der deutsch-japanischen Kommission fand am 30.November/1.Dezember 2016 in Bonn statt. Die nächste Sitzung ist für das 1. Quartal 2019 in Tokyo geplant.

Auf Basis des WTZ-Abkommens kooperieren nicht nur die Ministerien beider Nationen miteinander. Auch die deutschen Forschungs- und Mittlerorganisationen sind sehr aktiv in der Zusammenarbeit mit Japan.

Die Fraunhofer-Gesellschaft unterhält seit 2001 ein Fraunhofer Representative Office Japan, um den Aufbau von strategischen Partnerschaften mit exzellenten Forschungseinrichtungen und die Förderung des Wissenschaftleraustauschs vor Ort zu unterstützen.

Seit April 2009 ist die DFG als Mittlerorganisation mit einem Büro in Tokyo vertreten und arbeitet eng mit der Japan Society for the Promotion of Science (JSPS) und der Japan Science and Technology Agency (JST) zusammen.

Auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sieht ein großes Kooperationspotenzial mit japanischen Forschungseinrichtungen und unterhält seit Ende Februar 2013 ein Büro in Tokyo.

Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) hat derzeit drei Max Planck Center im Raum Tokyo, das Max Planck-RIKEN Center for Systems Chemical Biology, das Max Planck – The University of Tokyo Center for Integrative Inflammology und das Max Planck - UBC - UTokyo Centre for Quantum Materials.

Auf multilateraler Ebene findet seit 2004 jährlich das Science and Technology in Society Forum in Kyoto statt. Das Forum, an dem führende Wissenschaftler, hochrangige politische Entscheidungsträger und Industrievertreter teilnehmen, ermöglicht einen Rahmen für offene Diskussionen zum Fortschritt der Wissenschaft und Technologie im Hinblick auf globale Herausforderungen.

Schwerpunkte der Kooperation

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt über seine internationale Abteilung Mittel für Vernetzungsaktivitäten, Strukturmaßnahmen, Forschungsprojekte und 2+2-Projekte bereit. Im September 2017 führte das BMBF gemeinsam mit der Japan Science and Technology Agency (JST) eine 2+2 Förderbekanntmachung zum Thema „Optik und Photonik“ durch, durch die nun 3 Projekte gefördert werden (siehe oben). Weitere Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind „Autonomes und vernetztes Fahren“ und „Batterietechnologie“.

In der BMBF-Fördermaßnahme „Internationalisierung von Spitzenclustern, Zukunftsprojekten und vergleichbaren Netzwerken“ wurden in der 1. Wettbewerbsrunde 2015 drei Cluster, in der 2. Wettbewerbsrunde 2016 zwei Cluster/vergleichbare Netzwerke und in der 3. Wettbewerbsrunde 2017 ein Cluster ausgewählt, welche mit Japan kooperieren. Japan zeigt großes Interesse an der Internationalisierung von Clustern. Mit der Maßnahme wird die Entwicklung von Internationalisierungskonzepten und deren Umsetzung in FuEuI-Projekten auf Augenhöhe mit weltweiten Partnern mit jeweils bis zu vier Millionen Euro über bis zu fünf Jahre unterstützt. Folgende ausgewählte Cluster und vergleichbare Netzwerke haben Japan als Zielland für ihre Internationalisierung:

  • Cluster Leistungselektronik im ECPE e.V. Nürnberg (mit den Regionen Tokyo und Osaka)
  • Cluster OptoNet Jena (mit der Region Hamamatsu)
  • Cluster Organic Electronics Saxony Dresden (mit der Region Yonezawa/Yamagata)
  • Sport‐Innovations‐Netzwerk München (SINN) (mit der Region Tokyo)
  • Spitzencluster Münchner Biotech Cluster (mit den Regionen Kansai und Osaka)
  • Cluster CFK Valley Stade (mit den Regionen Ishikawa und Fukui)

Im Rahmen des Junior Experts Exchange Program werden seit 1998 jedes Jahr bis zu acht junge deutsche bzw. japanische Naturwissenschaftler aus Forschungsinstituten und Forschungsabteilungen von Unternehmen zu einer zehntägigen Studientour nach Japan bzw. Deutschland eingeladen. Finanziert wurde das Programm in Deutschland bis 2011 mit Mitteln des BMBF und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi), seit 2012 ausschließlich mit Mitteln des BMBF. Von japanischer Seite wird das Programm mit Mitteln des japanischen Außenministeriums (MOFA) finanziert.

Das Programm zielt darauf ab, Kontakte zwischen Forschern beider Länder herzustellen und die Bildung von Netzwerken zwischen deutschen und japanischen Kompetenzzentren zu unterstützen. Herausragenden Nachwuchswissenschaftlern soll eine Gelegenheit für interdisziplinären Austausch geboten werden, um so den japanisch-deutschen Wissenschaftsdialog zu intensivieren.

2008 von der AHK initiiert, wird der German Innovation Award seit 2010 jährlich von zwölf technologieorientierten deutschen Unternehmen und der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan (DIHKJ) unter der Schirmherrschaft der deutschen Forschungsministerin an japanische Nachwuchswissenschaftler verliehen. Durch den Preis sollen langfristig Netzwerke und Partnerschaften mit japanischen Forschungsinstituten und Hochschulen gefördert werden. Die deutschen Unternehmen versprechen sich davon einen intensiveren Austausch mit der japanischen Wissenschaft und eine verstärkte Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung.

Junge Natur- und Ingenieurswissenschaftler werden für herausragende Leistungen in der anwendungsorientierten Forschung in den Bereichen Umweltschutz, Energie, Sicherheit, Gesundheit, Automobil, Materialien und Produktionstechnologien ausgezeichnet. Neben einem Preisgeld (2,5 Mio. Yen, entspricht ca. 19.000 Euro) erhalten die vier Preisträger Stipendien des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für einen bis zu zweimonatigen Forschungsaufenthalt in Deutschland.