USA

Die USA sind Deutschlands wichtigster Partner in der wissenschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit. Es gibt eine Vielzahl gemeinsamer und ergänzender Forschungsvorhaben in nahezu allen Bereichen. Die beiden Länder unterhalten traditionell einen intensiven Informationsaustausch. Jährlich werden einige tausend Wissenschafts- und Studienaufenthalte im jeweils anderen Land gefördert.

Bild mit Sonnenuntergang in Washington D.C.

© Johanna Füllmann / DLR

Fördermöglichkeiten

Grundsätzlich können auf Antrag Zuschüsse im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit in Bildung und Forschung zwischen Deutschland und den USA gewährt werden.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert Projekte, in denen Forschende aus Deutschland und den USA zusammenarbeiten zu vielfältigen Themen.

Politischer Rahmen

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den USA ist dezentral organisiert und wird von den Forschungsorganisationen, Forschungsinstituten bzw. Forschern selbstständig betrieben. Das im Februar 2010 unterzeichnete Regierungsabkommen über die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit (WTZ) verleiht der Kooperation einen übergeordneten Rahmen. Auf Grundlage des Rahmenabkommens sind regelmäßige Joint Committee Meetings auf ministerieller Ebene vorgesehen. Außerdem wurden mehr als 50 bilaterale Kooperationsvereinbarungen zwischen Einzelinstitutionen abgeschlossen, die die Basis für ein enges Netzwerk deutsch-amerikanischer Forschungsprojekte bilden.

Das WTZ-Abkommen zwischen den USA und der Europäischen Union von 1998 unterstreicht die europäische Dimension der Forschungszusammenarbeit und schafft weitere Kooperationschancen.

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

SOFIA - Parabel-Flugzeug

© NASA / C. Thomas. Das Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie SOFIA während seines ersten Testflugs mit vollständig geöffneter Teleskoptür am 18. Dezember 2009 über der kalifornischen Mojave-Wüste.

Die Schwerpunkte in der Zusammenarbeit sind über die gesamte Breite der Forschungsgebiete gefächert. Die enge transatlantische Kooperation wird auch durch die gemeinsame Nutzung wissenschaftlicher Großgeräte in den USA und Europa dokumentiert. Hierzu gehören die Mitwirkung der USA beim Deutschen Elektronen Synchotron (DESY) sowie die US-Beteiligung am Bau des Large Hadron Collider (LHC) bei der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN), einschließlich der beiden großen LHC-Experimente.

Die Schwerpunkte der Kooperation zwischen Deutschland und den USA konzentrieren sich derzeit im Wesentlichen auf folgende Wissenschaftsbereiche:

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Ein Höhepunkt der Zusammenarbeit mit den USA ist die Durchführung gemeinsamer Projekte in der Gesundheitsforschung.

Im Jahr 2009 wurde eine deutsch-US-amerikanische Förderinitiative in der Zusammenarbeit in den Computational Neurosciences begonnen. Im Bereich der Regenerativen Medizin unterstützt das BMBF die Projektkooperation mit dem kalifornischen Institut für Regenerative Medizin (CIRM) in der Stammzellenforschung. Erste gemeinsame Projekte wurden im Jahr 2010 begonnen.

Hintergrundinformationen zur Forschungslandschaft in den USA

Die Zuständigkeiten für Forschung, Wissenschaft und Bildung teilen sich die Bundesregierung und die Bundesstaaten. Das gesamte Bildungswesen, einschließlich der Universitäten, unterliegt den Bundesstaaten. Der Bildungsbereich wird auf bundesstaatlicher Ebene vom 1980 gegründeten U.S. Department of Education vertreten, der aber nur einen sehr eingeschränkten Zuständigkeitsbereich hat.

Auf Bundesebene werden Wissenschaftspolitik und öffentliche Förderung von Forschung und Entwicklung von einem breiten Spektrum von Behörden, Fachministerien, Agenturen und Gremien getragen. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in den USA weder ein Wissenschafts- bzw. Forschungsministerium noch einen gemeinsamen Forschungsetat.

Forschung und Entwicklung erfährt in den USA ihre öffentliche Förderung durch ein breites Spektrum von Ministerien (Departments) und Bundesagenturen.

    Das Department of State (DOS) hat kein eigenes, signifikantes FuE-Budget und auch keinen direkten Zugriff auf die (Forschungs-) Aktivitäten anderer Ressorts oder Wissenschaftseinrichtungen. Es spielt aber in der internationalen Kooperation auf dem Gebiet der Wissenschaftsaußenpolitik u. a. über die Abkommen im Bereich der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ) eine Rolle.

    Kooperationen im Rahmen der EU

    Der Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen den USA und der EU wird bei regelmäßigen Treffen durch das Joint Science and Technology Cooperation Committee (JSTCC) zwischen der Regierung der USA und der Europäischen Kommission diskutiert. Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit liegen hier in den Forschungsbereichen der Meeres- und Polarforschung, Transport, Gesundheit sowie Nanotechnologie, fortgeschrittene Materialien und neue Produktionstechnologien (NMP).

    Die ENRICH in the USA Initiative startete im April 2017. ENRICH ist ein europäisches Netzwerk von Forschungs- und Innovationszentren (European Network of Research and Innovation Centres and Hubs). Es wird von der Eurpäische Kommission im Rahmen von Horizont 2020 gefördert, und beitet Dienstleistungen an, die europäische Forschungs-, Technologie- und Wirtschaftsorganisationen mit drei Weltmarktführern im Bereich Innovation verbinden sollen, nämlich mit Brasilien, China un den USA. ENRICH in the USA wird von NearUS durchgeführt, einer Horizont 2020 Initiative, deren Ziel es ist, in den Vereinigten Staaten ein Netzwerk von europäischen Forschungs- und Innovationszentren aufzubauen. ENRICH USA dient europäischen Forschern und Innovatoren, die ihre Aktivitäten über den Atlantik hinaus expandieren wollen, als zentrale Anlaufstelle.

    Die Rolle des Internationalen Büros

    Die bilaterale Kooperation der Regierungen sowie der Forschungs- und Entwicklungs-Institutionen wird in Deutschland vom Internationalen Büro (IB) unterstützt. Das Internationale Büro wirkt bei der Vorbereitung von Förderbekanntmachungen mit und begleitet laufende Forschungsprojekte wissenschaftlich sowie administrativ. Des Weiteren unterstützt das IB seine Auftraggeber bei der Durchführung von wissenschaftlichen Workshops, Informationsveranstaltungen und Vorträgen im internationalen Kontext.