Kanada

Kanada ist ein wichtiger Partner Deutschlands. Bereits seit 1971 besteht ein Abkommen zur Kooperation in Wissenschaft und Technologie. Die deutsche Forschungs- und Innovationspolitik genießt große Aufmerksamkeit seitens der kanadischen Regierung und Öffentlichkeit. Kanadas Wissenschaftsförderung konzentriert sich derzeit vor allem darauf kanadische Unternehmen auf den globalen Märkten zu unterstützen.

Blick vom See auf den Parliament Hill in Ottawa

© Johanna Füllmann / DLR

Fördermöglichkeiten Kanada

In Einzelfällen können zu Themen, die für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) von strategischem Interesse sind, Zuschüsse zu Sondierungs- und Vernetzungsmaßnahmen finanziell unterstützt werden.

Politischer Rahmen

Deutschland ist eines der wenigen Länder, mit denen Kanada bereits früh ein Regierungsabkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit abgeschlossen hat. Das Abkommen trat am 30. Juni 1971 in Kraft und hat zu einer regen bilateralen wissenschaftlichen und technologischen Kooperation geführt. Auf kanadischer Seite ist das Ministerium Global Affairs Canada für die Kooperation zuständig. Für Wissenschaft, Forschung und Innovation ist in Kanada das Ministerium “Innovation, Science and Economic Development Canada” (ISED) zuständig. Etwa alle zwei Jahre finden bilaterale Sitzungen zur wissenschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit (WTZ) zwischen den Bundesregierungen Deutschlands und Kanadas statt. Bei diesen Sitzungen werden die Prioritäten und Forschungsfelder für die Zusammenarbeit festgelegt.

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

Die Schwerpunkte der Kooperation wurden im Laufe der Zusammenarbeit an die nationalen Prioritäten beider Länder angepasst und konzentrieren sich derzeit im Wesentlichen auf folgende Bereiche:

Ein Schwerpunkt gemeinsamen Interesses ist die Pflanzengenomforschung. Im Rahmen der Förderbekanntmachung „Bioökonomie International“ des BMBF werden seit 2014 kontinuierlich Projekte mit kanadischen Partnern gefördert.

Deutschland und Kanada sind strategische Partner im Bereich der Brennstoffzellenforschung. Derzeit fördert das BMBF das dritte Verbundprojekt „Diagnose und Entwicklung von Komponenten für automobile Brennstoffzellen“ (DEKADE). Ziel ist es, den Brennstoffzellenantrieb wettbewerbsfähig zu machen. Unter Koordination des Fraunhofer ISE entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seit Anfang 2017 neuartige Katalysatorsysteme, Elektroden und Membranelektrodeneinheiten, die mit nur wenig Platin auskommen.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) kooperiert direkt mit der Canadian Space Agency (CSA), dem Canada Centre for Mapping and Earth Observation (CCMEO) und verschiedenen Universitäten. Die gemeinsame Nutzung von Radardaten und die wechselseitige Nutzung der Bodenstationen stehen hier im Fokus.

In den Neurowissenschaften ist die Zusammenarbeit von deutschen und kanadischen Wissenschaftlern intensiv und fruchtbar und findet vor allem im Rahmen von europäischen Initiativen, z.B. dem ERA-NET NEURON ("Network of European Funding for Neuroscience Research"), statt. Auch an den “Centers of Excellence in Neurodegeneration (COEN)” und am “Joint Programming Neurodegeneration (JPND)”, beides zunächst Initiativen von europäischen Staaten, sind kanadische Partner beteiligt.

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Erstmals wurde 2018 eine bilateral abgestimmte Förderbekanntmachung zum Thema „Advanced Manufacturing – Industrie 4.0“ mit kanadischen Partnern durchgeführt. Dies wurde möglich durch eine Kooperation des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit dem National Research Council (NRC) und dem Natural Sciences and Engineering Research Council (NSERC). Die adressierten Schwerpunkte schließen die Themen Maschinenbau und Automatisierung, Logistik und Dienstleistungen sowie IKT-Anwendungen im industriellen Umfeld ein. Die Fördermaßnahme richtet sich an deutsche und kanadische Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft. Sieben Verbundprojekte mit insgesamt über 30 Partnern werden gefördert.

Die Rolle des Internationalen Büros

Die bilaterale Kooperation der Regierungen sowie der Forschungs- und Entwicklungs-Institutionen wird in Deutschland vom Internationalen Büro (IB) unterstützt. Das Internationale Büro wirkt bei der Vorbereitung von Förderbekanntmachungen mit und begleitet laufende Forschungsprojekte wissenschaftlich sowie administrativ. Des Weiteren unterstützt das IB seine Auftraggeber bei der Durchführung von wissenschaftlichen Workshops, Informationsveranstaltungen und Vorträgen im internationalen Kontext.