Ukraine

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Ukraine in Wissenschaft, Technologie und Innovation sowie im Bildungsbereich besitzt eine langjährige Tradition. Die Kooperation gewinnt zusätzliche Bedeutung durch die politischen Entwicklungen seit der „Revolution der Würde“ im Winter 2013/2014 und durch die herausgehobene Rolle der Ukraine im Rahmen der Nachbarschaftspolitik der Europäischen Union.

Kiew von oben mit Blick über das Höhlenkloster

Das orthodoxe Kloster Pechersk Lavra in Kiew © kariochi - stock.adobe.com

Förderung der Zusammenarbeit

Grundsätzlich können im Rahmen laufender Bekanntmachungen auf Antrag Zuschüsse für Maßnahmen der bilateralen Zusammenarbeit in Bildung und Forschung zwischen Deutschland und der Ukraine gewährt werden.

Politischer Rahmen

Zentrale Grundlage der Zusammenarbeit ist die 1993 unterzeichnete "Gemeinsame Erklärung des Bundesministeriums für Forschung und Technologie der Bundesrepublik Deutschland und des Staatskomitees für Wissenschaft und Technologie der Ukraine über wissenschaftlich-technische Beziehungen". Partner des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist das Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine.

Zusätzlich finden Kooperationen zwischen deutschen und ukrainischen Einrichtungen im Rahmen der Östlichen Partnerschaft innerhalb der Nachbarschaftspolitik der EU und im internationalen Kontext statt. Dabei basiert die Zusammenarbeit zwischen der EU und der Ukraine in Wissenschaft und Technologie auf einem entsprechenden Assoziierungsabkommen vom März 2015, welches auch für Deutschland neue Perspektiven für die Intensivierung der Forschungskooperationen mit der Ukraine eröffnet.

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

Die wesentlichen inhaltlichen Schwerpunkte in der bilateralen Kooperation liegen in den Bereichen

  • Biotechnologie,
  • Nanotechnologie, neue Materialien und Produktionstechnologie,
  • Gesundheitsforschung und Medizintechnik,
  • Technologien für die effektive Nutzung der Ressourcen und Energie, nachhaltige Umwelttechnologie.

Kooperationspartner auf deutscher Seite sind überwiegend Hochschulen und Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der Leibniz-Gemeinschaft; ukrainische Partner sind vor allem die Institute der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine und die Hochschulen.

Im Zentrum der gemeinsamen WTZ steht die bilaterale Unterstützung zahlreicher Vorhaben der deutsch-ukrainischen Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie. Über die gemeinsame WTZ-Bekanntmachung 2016 zur Kooperation mit der Ukraine wurden auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erstmals strukturelle und strategische Unterstützungsmaßnahmen gefördert. Diese bilateralen Vernetzungs- und Beratungsvorhaben unterstützen die laufenden Umstrukturierungsprozesse der Forschungslandschaft, des Wissenschaftsmanagements und des Technologietransfers in der Ukraine und sind an den folgenden strukturellen und strategischen Zielen orientiert:

  • Stärkung der Zusammenarbeit von Universitäten, Forschungseinrichtungen und KMU,
  • Internationalisierung der Forschung,
  • Gemeinsame Beteiligung an „Horizont 2020“,
  • Evaluierung und Reform bestehender Forschungsinstitute (z. B. Hochschulen/NAdWU),
  • Optimale Nutzung des Innovationspotenzials und bessere Markterschließung,
  • Optimierung des Wissenschafts- und Technologiemanagements (z. B. Clusterbildung)

Der nächste Schritt hin zu einer verstärkten institutionellen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Ukraine ist eine Förderbekanntmachung zum Aufbau deutsch-ukrainischer Exzellenzkerne in der Ukraine, die im November 2019 veröffentlicht wird.

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Im Rahmen des Aktionsplans Ukraine der Bundesregierung initiiert und unterstützt das BMBF zusammen mit deutschen Wissenschafts- und Mittlerorganisationen bedarfsorientierte Maßnahmen in diversen Zielfeldern in der Ukraine, zum Beispiel zur Internationalisierung der Hochschulen und Forschungseinrichtungen und zur Erhöhung der Forschungsleistung der Universitäten sowie zur Umstrukturierung der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine. In diesem Zusammenhang fanden die folgenden bilateralen Veranstaltungen und Treffen statt (Auswahl):

  • Treffen des Parlamentarischen Staatssekretärs im BMBF Herr Thomas Rachel mit der ukrainischen Ministerin für Bildung und Wissenschaften Frau Hanna Novosad (November 2019, Kiew)
  • Abstimmung der geplanten Exzellenzkerninitiative zwischen BMBF und MBWU (Mai 2019, Kiew)
  • Festakt zum 25. Jahrestag der deutsch-ukrainischen wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit (Januar 2019, Kiew)
  • Kick-off Veranstaltung deutsch-ukrainische Strukturprojekte (Juli 2017, Kiew)
  • Ministertreffen beim „Deutsch-ukrainischer Dialog: Perspektiven für Bildung und Wissenschaft“ (Juli 2016, Berlin)
  • Initiierung des internationalen akademischen Netzwerkes UKRAINEt gemeinsam mit AvH, DAAD und DFG (Januar 2016, Berlin)
  • Workshop zu Evaluationsmethoden mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine (März 2015, Kiew) und Studienreise einer ukrainischen Expertendelegation nach Deutschland (Oktober 2015, Bonn, Köln, Berlin)
  • Forum zu aktuellen Herausforderungen in Bildung, Wissenschaft und Innovation an Hochschulen mit dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine und der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität Kiew als Hauptveranstaltern auf ukrainischer Seite (März 2015, Kiew)

Die genannten Veranstaltungen wurden vom BMBF ausgerichtet bzw. finanziell unterstützt und vom DLR Projektträger, Internationales Büro inhaltlich und organisatorisch begleitet. Weitere Informationen zu erfolgreichen Kooperationsprojekten finden Sie unter Erfolgsprojekte Ukraine.

Kooperationen im Rahmen der EU / Multilaterale Zusammenarbeit

Die vom BMBF gestaltete bilaterale Kooperation mit der Ukraine wird im europäischen Kontext durch EU-Projekte ergänzt, an denen der DLR Projektträger, Internationales Büro, teilnimmt:

  • RI-LINKS2UA (2016-2019) Ziel des Projekts war es, die Integration der Ukraine in den Europäischen Fotschungsraum (EFR) zu fördern und zu stärken.
  • BLACK SEA HORIZON (2015-2018) unterstützte die Beziehungen zwischen der EU und der Schwarzmeer-Region durch vielfältige Maßnahmen im Bereich von Wissenschaft, Technologie und Innovation.
  • IncoNet EaP PLUS (2016-2019) diente der Etablierung eines Politikdialogs zu Forschung und Entwicklung zwischen den Ländern der EU und den Ländern der Östlichen Partnerschaft sowie der Einbindung der Region in den europäischen Forschungsraum.