Russische Föderation

Die Zusammenarbeit in Bildung, Forschung und Technologie ist eine wesentliche Säule der deutsch-russischen Beziehungen. Im Juli 2009 wurde das 1987 noch mit der UdSSR geschlossene Abkommen über wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit novelliert. Im Dezember 2018 haben die Forschungsministerien beider Länder mit der „Deutsch-russischen Roadmap für die Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation“ eine Strategie für die Kooperation bis zum Jahr 2028 vereinbart.

Ansicht von Moskau

Lomonossow Universität © Dmitry Mordvintsev / Thinkstock

Fördermöglichkeiten

Grundsätzlich können auf Antrag im Rahmen laufender Bekanntmachungen nicht rückzahlbare Zuschüsse für die bilaterale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung zwischen Deutschland und Russland gewährt werden.

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zu Unterstützungsleistungen des Internationalen Büros haben.

Politischer Rahmen

Die Ziele der Zusammenarbeit mit Russland sind neben dem Abkommen über wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit (WTZ) auch in der im April 2005 unterzeichneten "Gemeinsamen Erklärung über die deutsch-russische Strategische Partnerschaft in Bildung, Forschung und Innovation" verankert. Sie umfassen v.a. den Ausbau der Kooperationsbeziehungen zwischen Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Wissenschaftsorganisationen, die Intensivierung der bilateralen Zusammenarbeit im Bereich der innovationsorientierten angewandten Forschung zwischen deutschen und russischen Unternehmen, die Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung, den Austausch junger Forschender sowie die Förderung gemeinsamer Forschungs- und Innovationsstrukturen.

Mit der im Dezember 2018 unterzeichneten „Deutsch-russischen Roadmap für die Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation“ wurde erstmalig eine gemeinsame Strategie vereinbart, die für einem Zeitraum von zehn Jahren das Potential in der Zusammenarbeit noch besser ausschöpfen und deren wissenschaftliche Exzellenz weiter steigern soll.

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Unter dem Motto "Partnerschaft der Ideen" brachte das Deutsch-Russische Jahr der Bildung, Wissenschaft und Innovation 2011/12 die Vielfalt und Exzellenz deutsch-russischer Bildungs- und Forschungskooperationen in beiden Ländern zum Ausdruck. Darüber hinaus wurden bedeutende Impulse für gemeinsame, nachhaltige Initiativen geschaffen.

Auf dem EU-Russland-Gipfel im Dezember 2012 wurde durch Kommissionspräsident Barroso in Brüssel das EU-Russia Year of Science 2014 offiziell angekündigt. Das Wissenschaftsjahr war eine auf Wunsch und Betreiben der Kommission umgesetzte Initiative. Die Aktivitäten wurden über das EU-Projekt Bilat RUS Advanced unter der Federführung des DLR Projektträgers vom Internationalen Büro (Koordinator des Projektes) durchgeführt.

Die Erarbeitung der im Dezember 2018 unterzeichneten bilateralen „Roadmap“ basiert auf einem themenoffenen Bottom-up-Prozess der Forschungs-, Förder- und Mittlerorganisationen beider Länder. Nach einer umfangreichen Bestandsaufnahme und einem vom DLR-Projektträger moderierten Roadmapping-Workshop im September 2017 wurde unter Federführung der Helmholtz-Gemeinschaft ein gemeinsames Papier mit 30 Maßnahmenvorschlägen erstellt. Im November 2017 folgte in Berlin ein Arbeitstreffen der einschlägigen Organisationen beider Länder auf dem die jeweiligen Vorschläge in einer Erklärung zusammengeführt und am Folgetag im Rahmen einer hochrangig besetzten Konferenz den Ministerien übergeben wurden. 

Schwerpunkte der Zusammenarbeit

Die Übereinstimmungen der Forschungsinteressen Deutschlands und Russlands finden ihren Ausdruck in speziellen Fachvereinbarungen, die seit 1992 zu wichtigen Kooperationsschwerpunkten geschlossen wurden.

  • Entwicklung und Anwendung von beschleunigerbasierten Photonenquellen
  • Optische Technologien
  • Meeres- und Polarforschung
  • Innovationsstrategien und Technologien für den nachhaltigen Umweltschutz und die rationelle Nutzung der natürlichen Ressourcen
  • Biologische Forschung und Biotechnologie

Auf Basis der zwischen Deutschland und Russland bestehenden "Strategischen Partnerschaft" wurde die Förderung deutsch-russischer Kooperationen im Bereich angewandter, industrienaher und innovativer Forschung und Entwicklung durch das BMBF ausgebaut (Umsetzung durch das Internationale Büro).

Die „Roadmap“ strukturiert die Schwerpunkte der Kooperation für den Zeitraum bis zum Jahr 2028 in vier „Säulen“:

  • I. Kooperation bei der Entwicklung großer Forschungsinfrastrukturen
  • II. Gemeinsame Forschungsprojekte in den von beiden Ländern priorisierten Bereichen der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit
  • III. Förderung des Wissenschaftlernachwuchses und von Talenten im Hochschul- und Berufsbildungsbereich in beiden Ländern
  • IV. Wissenschaft und Forschung für den Brückenschlag zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft in beiden Ländern

Im multilateralen Kontext ist die strategische Initiative ERA.Net RUS Plus „Further linking Russia to the ERA: Coordination of MS/AC S&T programmes towards and with Russia“ hervorzuheben, über die das BMBF im multilateralen Bereich die Forschungskooperation mit Russland unterstützt. Der DLR Projektträger koordiniert dieses EU-Projekt, das mit 30 Partnern das größte geographische ERA.Netz darstellt. Mit Forschungsgeldern russischer und europäischer Förderorganisationen (darunter die Forschungsministerien Deutschlands und Russlands) hat ERA.Net RUS Plus in den Jahren 2014 und 2017 zwei Joint Calls für transnationale und wissenschaftlich exzellente Forschungsprojekte durchgeführt. Beide waren außerordentlich erfolgreich. Im Jahr 2018 beschloss die Europäische Kommission, die ERA.Net RUS Plus Projektlaufzeit zu verlängern. Der 3. Joint Call (2019) ist bereits angekündigt und startet in Kürze.


Erfolgsprojekte Russische Föderation