Universität der Vereinten Nationen (UNU)

Die UNU (United Nations University) ist als globaler Think Tank und Lehrorganisation eine autonome Einrichtung der Vereinten Nationen (VN). Sie trägt durch Forschung und Ausbildung zur Erreichung der übergeordneten Ziele der VN bei. Forschungsergebnisse dienen zur nationalen und internationalen wissenschaftsbasierten Politikberatung. So entwickelte die UNU auch mit Blick auf die Agenda 2030 evidenzbasierte Lösungsvorschläge für globale Probleme des menschlichen Überlebens, der Entwicklung und des Wohlergehens. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sichert die Grundfinanzierung der in Deutschland ansässigen UNU-Institute und unterstützt deren Weiterentwicklung. Das BMBF wird dabei vom Internationalen Büro unterstützt.

© DLR / Sabine Breiderhoff
United Nations Campus Bonn © DLR / Sabine Breiderhoff

Inhalte


Aktuelles

Die UNU-Institute erforschen unterschiedlichste Facetten der Covid-19-Pandemie. So trägt die UNU wissenschaftliche Erkenntnisse zu den sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Folgen der Pandemie bei.

Struktur

Die UNU unterhält 14 wissenschaftliche Institute in 12 Ländern. Darüber hinaus besteht ein Rektorat, ein Vizerektorat und ein Verbindungsbüros bei den VN und der UNESCO. Die UNU wird von einem Rektor, Dr. David Malone, in Tokio geführt. Weiterhin gibt es einen 12-köpfigen UNU-Council, der das Arbeitsprogramm und das Budget der UNU verabschiedet. Die UNU-Institute arbeiten vor Ort mit Hochschul- und Forschungseinrichtungen zusammen z. B. in gemeinsamen Promotionsprogrammen, Seminarreihen und Masterstudiengängen.

Zusammenarbeit

In Deutschland sind drei UNU-Institute ansässig. Sie werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert, teilweise in Ko-Förderung mit den jeweiligen Bundesländern. Das Internationale Büro verfolgt die Aktivitäten der deutschen Institute und unterstützt das BMBF in der Verwaltung der Partnerschaft. Zudem entwickelt das IB Konzepte zur Weiterentwicklung der Zusammenarbeit.

Das Vizerektorat der UNU in Europa (ViE, Vice Rectorate in Europe) mit Sitz in Bonn wurde 2007 gegründet und koordiniert UNU-Einrichtungen in Europa und Afrika. Aufgabe ist die strategische Ausrichtung in der Region, der Aufbau neuer UNU-Einrichtungen, die Entwicklung und Akkreditierung gemeinsamer Studienprogramme und Abschlüsse mit lokalen Universitäten und Netzwerkbildung. Als einziges Vizerektorat der UNU außerhalb Tokios hat das ViE einen hohen Stellenwert.

Seit August 2020 ist Dr. Xiaomeng Shen Vizerektorin der UNU. Das UNU-ViE wird vom BMBF seit seiner Gründung 2007 mit jährlich 1 Million Euro gefördert.

Das Institut für Umwelt und Menschliche Sicherheit (UNU-EHS, Institute for Environment and Human Security) mit Sitz in Bonn erforscht Risiko- und Verwundbarkeitsaspekten menschlicher Sicherheit und die Konsequenzen komplexer Naturgefahren und des globalen Wandels. Das Institut unterhält gemeinsam mit der Universität Bonn den Masterstudiengang “The Geography of Environmental Risks and Human Security”. Zudem bietet UNU-EHS verschiedene Projekte für Doktoranden und Seminare an. UNU-EHS ist Teil der Bonner Allianz für Nachhaltigkeitsforschung und hat im Rahmen der Mitgliedschaft den Innovations-Campus Bonn (ICB) im Jahr 2019 mitbegründet.

Seit August 2020 ist Dr. Xiaomeng Shen Vizerektorin der UNU und Direktorin des UNU-EHS. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das UNU-Institut gemeinsam mit dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (MKW) seit 2003. Die aktuelle Finanzierungsvereinbarung gilt bis Ende 2023 und beträgt 1.2 Millionen Euro jährlich.

Das Institut für Integriertes Management von Materialflüssen und Ressourcen (UNU-FLORES, Institute for Integrated Management of Material Fluxes and of Resources) wurde im Dezember 2012 in Dresden gegründet. Forschungsgegenstand ist die nachhaltige Ressourcennutzung von Wasser, Boden und Abfall. Aktueller Rahmen der Forschungsaktivitäten ist die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs). Das Institut organisiert die regelmäßige Konferenz „Dresden Nexus Conferences“ - im Jahr 2020 fand diese virtuell zum Thema “Circular Economy in a Sustainable Society” statt.

Prof. Dr. Edeltraud Günther leitet das Institut seit September 2018. UNU-FLORES bezieht eine Grundfinanzierung vom BMBF, dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK) und der Technischen Universität Dresden (TU Dresden). Die jährliche Förderung beträgt circa 2.1 Millionen Euro. Die aktuelle Finanzierungsvereinbarung gilt bis Ende 2020.

Der Innovations-Campus Bonn (ICB) wurde 2019 als Plattform für die gesamtgesellschaftliche Arbeit an einer nachhaltigen Zukunft etabliert. Initiator des Innovations-Campus Bonn (ICB) ist die Bonner Allianz für Nachhaltigkeitsforschung aus der Universität Bonn, der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, dem Deutschen Institut für Entwicklungsforschung, dem Bonn International Center for Conversion und dem UNU-EHS. Diese Allianz wurde anlässlich der Weltklimakonferenz COP 23 in Bonn gegründet.

Wissenschaftlicher Direktor des Innovations-Campus ist seit Dezember 2018 Prof. Jakob Rhyner, der zuvor UNU-Vizerektor in Europa and Direktor des UNU-EHS war. Das Land NRW finanziert die ICB-Geschäftsstelle sowie Veranstaltungen. BMBF fördert das Projekt „Digitainable“. Das Projekt untersucht Einflüsse von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz auf Fragen nachhaltiger Entwicklung und Indikatoren der Agenda 2030. Es soll dazu beitragen die Agenda perspektivisch weiterzuentwickeln.