UNESCO – Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Die UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) hat als Sonderorganisation der Vereinten Nationen die Aufgabe, durch Förderung der internationalen Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation zur Erhaltung des Friedens und der Sicherheit beizutragen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beteiligt sich aktiv an verschiedenen UNESCO-Gremien und Programmen und wird dabei vom Internationalen Büro unterstützt.

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Inhalte

Aktuelles

Aktuell bietet die UNESCO die Möglichkeit, Initiativen zur Bekämpfung der COVID-19 Pandemie im Bildungs- und Forschungsbereich zu koordinieren und gute Beispiele auszutauschen. So veranstaltete die UNESCO ad-hoc virtuelle Bildungs- und Forschungsministerkonferenzen, gründete eine „Global Education Coalition“ und verabschiedete Maßnahmen zum Erhalt der Bildungskontinuität in der Krise.

Ziele und Aktivitäten

Die UNESCO ist ein Forum für die internationale Zusammenarbeit und für den Austausch von Informationen, Erfahrungen und Ideen. Sie baut seit 1945 Modellprojekte auf, berät Regierungen durch Expertenmissionen sowie Ministerkonferenzen und fördert den Wissensaustausch.
Eine wichtige Funktion der UNESCO ist die Erarbeitung normativer Instrumente auf zwischenstaatlicher Ebene. Sie hat zahlreiche internationale Konventionen, Empfehlungen und Erklärungen verabschiedet; am bekanntesten ist darunter die Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes von 1972.

Zusammenarbeit

Als Forum zur globalen intellektuellen Zusammenarbeit hat die UNESCO das breiteste Programmspektrum aller VN-Sonderorganisationen. Dieses umfasst die Bereiche Bildung, Wissenschaft, Kultur sowie Kommunikation und Information. Die Bundesregierung arbeitet in verschiedenen Fachbereichen mit der UNESCO zusammen und hat sich auch im Koalitionsvertrag zu deren Unterstützung verpflichtet. Das BMBF ist insbesondere in den Bereichen Bildung und Wissenschaft aktiv und fördert die Zusammenarbeit.

Bildung

Die UNESCO leistet einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Bildung weltweit. So hat sie sich im Zusammenhang mit den Zielen der VN zur Nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDG) insbesondere die Umsetzung des SDG4 zur Aufgabe gemacht. SDG 4 sieht die Gewährleistung von hochwertiger, inklusiver und chancengerechter Bildung für alle Menschen weltweit und ein Leben lang vor. Zur Erreichung des SDG 4 verabschiedeten die UNESCO-Mitgliedstaaten im Jahr 2015 die Globale Bildungsagenda 2030. Die UNESCO koordiniert die Umsetzung dieser Agenda im Rahmen der VN. Zudem dokumentiert und evaluiert sie die Umsetzung im jährlichen Weltbildungsbericht (Global Education Monitoring Report – GEM-R) und in der Datenbank Scoping Progress in Education (SCOPE).

Eine weitere Initiative ist das weltweite UNESCO-Programm „Education for Sustainable Development: Towards achieving the SDGs“ (ESD for 2030). Unter Leitung des BMBF hat die Bundesregierung eine Nationale Plattform zur Umsetzung des Weltaktionsprogramms und ein Jugendforum, youpaN, eingerichtet. Ziel ist es, den Gedanken der nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen des Bildungssystems zu verankern, so dass in Kindergärten und Schulen ebenso wie in Universitäten, Weiterbildungs- und Kultureinrichtungen oder Forschungsinstituten das Leitbild einer ökologisch, ökonomisch und sozial zukunftsfähigen Entwicklung gelehrt und gelernt wird.

Für die UNESCO ist Bildungsqualität nicht nur Erfüllung bestimmter Leistungsstandards, sondern bedeutet auch, dass Toleranz, Solidarität und Achtung der Menschenrechte in den Schulen vermittelt werden müssen. In den UNESCO-Projektschulen, allein 300 davon in Deutschland, steht dabei auf dem Lehrplan: „Zusammenleben lernen in einer pluralistischen Welt in kultureller Vielfalt“. Im Netzwerk der UNESCO-Lehrstühle kooperieren derzeit mehr als 750 Lehrstühle und über 40 UNITWIN-Netzwerke in über 116 Ländern, um die Ziele der UNESCO in Bildung und Wissenschaft zu verankern.

Wissenschaft

Die UNESCO bietet ein weltweites Forum, in dem Wissenschaft und Politik zusammenwirken, um Leitlinien für eine nachhaltige Entwicklung zu formulieren. Die UNESCO forscht nicht selbst und ist keine Einrichtung zur Forschungsfinanzierung. Sie unterstützt ihre Mitgliedstaaten bei der Schaffung von Kapazitäten (Ausbildung von Personal und Ausstattung von Institutionen), sie fördert internationale Forschungskooperationen, offenen Datenaustausch und sie definiert weltweite Standards. Dabei orientiert sie sich an den allgemeinen Zielen des UNESCO-Wissenschaftsprogramms:

  • Frieden fördern durch wissenschaftliche Zusammenarbeit;
  • Entwicklungs- und Schwellenländern helfen, Forschungsinfrastrukturen aufbauen, um am technischen und wirtschaftlichen Fortschritt teilzuhaben;
  • wissenschaftliche Erkenntnisse für konkrete, lokal angepasste Ziele einer nachhaltigen Entwicklung erarbeiten, unter anderem durch verbessertes Umweltmanagement;
  • ethische Fragen an den globalen Wandel und an neue Technologien stellen.

Anhand normativer Instrumente sollen weltweit einheitliche Standards geschaffen werden. So wurde unter Beteiligung des BMBF bei der Generalkonferenz 2019 eine Konvention zur Anerkennung von Hochschulqualifikationen verabschiedet. Die Konvention soll Hochschulabsolventen die weltweite Anerkennung ihrer Studienleistungen und -abschlüsse ermöglichen und auf diesem Weg internationale Mobilität und Kooperation fördern. Zudem einigten sich die Mitgliedstaaten auf eine UNESCO-Empfehlung zu Open Educational Resources (OER). OERs sind Bildungsmaterialien jeglicher Art und in jedem Medium, die unter einer offenen Lizenz stehen und somit den kostenlosen Zugang sowie die kostenlose Nutzung, Bearbeitung und Weiterverbreitung ohne oder mit geringfügigen Einschränkungen ermöglichen. Dabei bestimmen die Urheber selbst, welche Nutzungsrechte sie einräumen und welche Rechte sie sich vorbehalten. Der Nutzen von OERs zeigte sich beispielsweise während temporärer Schulschließungen in der Covid-19-Pandemie.

2021 plant die UNESCO-Generalkonferenz eine Empfehlung im Bereich Open Science. Dazu hat die die Deutsche UNESCO-Kommission in der Publikation „Open Science– Perspektiven aus Deutschland auf die Erarbeitung der geplanten Empfehlung der UNESCO“ Chancen für den wissenschaftlichen Fortschritt vorgestellt und mit Unterstützung des BMBF einen öffentlichen Diskurs angestoßen. Weiterhin erstellt die UNESCO bis 2021 eine Empfehlung zu ethischen Fragen der Künstlichen Intelligenz, zu der ebenfalls öffentliche Konsultationen stattfanden und Experten zur Beteiligung aufgerufen wurden.

Getragen wird das Wissenschaftsprogramm von einer Vielzahl von Akteuren. Neben dem hauptverantwortlichen Pariser Sekretariat der UNESCO sind bspw. UNESCO-Regional- und Landesbüros (z.B. Regionalbüro für Südosteuropa in Venedig), und UNESCO-Wissenschaftsinstitute (z.B. IHE in Delft zur Ausbildung in Wasserthemen) beteiligt.

Ein zentrales Instrument, um die Ziele des UNESCO-Wissenschaftsprogramms zu erreichen, sind zwischenstaatlich gesteuerte, wissenschaftliche Langzeitprogramme zu konkreten Forschungsgegenständen und in bestimmten Disziplinen:

Vier dieser Langzeitprogramme (IHP, MAB, IGCP und IOC) werden in Deutschland durch Nationalkomitees unterstützt.

Struktur

Derzeit sind 193 Staaten Mitglied der UNESCO. Die Bundesrepublik Deutschland trat im Juli 1951 der UNESCO bei.

Die UNESCO besitzt gemäß ihrer Verfassung drei Organe. Die Generalkonferenz ist die Versammlung aller Mitgliedstaaten, die alle zwei Jahre tagt. In der Generalkonferenz besitzt jeder Mitgliedstaat eine Stimme. Sie ist das oberste Entscheidungs- und Kontrollorgan der UNESCO. Die Generalkonferenz legt die Zielsetzung und die allgemeinen Richtlinien der Arbeit der UNESCO fest. Sie beruft Staatenkonferenzen ein und verabschiedet Empfehlungen oder Übereinkommen. Die Generalkonferenz wählt die Mitglieder des Exekutivrats und beruft auf dessen Vorschlag den Generaldirektor / die Generaldirektorin.

Der Exekutivrat besteht aus 58 Mitgliedsstaaten und tagt fünf Mal im Biennium. Er prüft das Arbeitsprogramm der UNESCO und unterbreitet der Generalkonferenz Empfehlungen.

Das Sekretariat setzt das UNESCO-Programm operativ um. Im November 2017 wurde die Französin Audrey Azoulay als Generaldirektorin an die Spitze des Sekretariats gewählt. Das Sekretariat hat seinen Hauptsitz in Paris und verfügt weltweit über mehr als 50 Außenstellen.

Haushalt

Die UNESCO finanziert sich hauptsächlich aus den Pflichtbeiträgen ihrer Mitgliedsstaaten. Die UNESCO verfügt über 1,3 Milliarden US-Dollar für die Jahre 2020 und 2021, davon sind 534 Millionen US-Dollar durch Mitgliedsbeiträge finanziert. Deutschland ist derzeit nach Japan und China der drittgrößte Beitragszahler der UNESCO.

Für die Jahre 2020 und 2021 beträgt der deutsche Beitrag jeweils circa 18,3 Millionen Euro. Zusätzlich erhält die UNESCO außerordentliche Beiträge, Treuhandgelder für bestimmte Projekte und Programme, Mittel anderer multilateraler Einrichtungen sowie freiwillige Beiträge von Mitgliedsstaaten und Spenden. Im UNESCO Transparency Portal sind Daten und Graphiken zur Zusammensetzung des UNESCCO Budgets und der Ausgaben zusammengestellt.