UNESCO – Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Die UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) hat als Sonderorganisation der Vereinten Nationen die Aufgabe, durch Förderung der internationalen Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation zur Erhaltung des Friedens und der Sicherheit beizutragen. Sie wurde am 16. November 1945 als zwischenstaatliche Organisation gegründet. Derzeit sind 193 Staaten Mitglied der UNESCO . Die Bundesrepublik Deutschland trat im Juli 1951 der UNESCO bei. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beteiligt sich aktiv an verschiedenen UNESCO-Gremien und Programmen und wird dabei vom Internationalen Büro unterstützt.

UNESCO
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Inhalte

Aktuelle Entwicklung

Als Forum zur globalen intellektuellen Zusammenarbeit hat die UNESCO das breiteste Programmspektrum aller VN-Sonderorganisationen. Dieses umfasst die Bereiche Bildung, Wissenschaft, Kultur sowie Kommunikation und Information. Die Bundesregierung arbeitet in verschiedenen Fachbereichen mit der UNESCO zusammen und hat sich auch im Koalitionsvertrag zu deren Unterstützung verpflichtet. Federführendes Ressort ist das Auswärtige Amt. Aktuell bietet die UNESCO die Möglichkeit, Initiativen zur Bekämpfung der COVID-19 Pandemie im Bildungs- und Forschungsbereich zu koordinieren und gute Beispiele auszutauschen. So veranstaltete die UNESCO ad-hoc virtuelle Bildungs- und Forschungsministerkonferenzen und veröffentlichte verschiedene Handreichungen u.a. zum Thema Bildungskontinuität, virtuelles Lernen und Open Science.

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Langfristige Aufgaben

Bildung

Die UNESCO leistet einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Bildung weltweit.

Im Zusammenhang mit den Zielen der UN zur Nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDG) hat sich die UNESCO insbesondere die Umsetzung des SDG4 – die Gewährleistung von hochwertiger, inklusiver und chancengerechter Bildung für alle Menschen weltweit und ein Leben lang - zur Aufgabe gemacht. Zur Erreichung von Ziel 4 verabschiedeten die UNESCO-Mitgliedstaaten im Jahr 2015 die Globale Bildungsagenda 2030. Die UNESCO koordiniert die Umsetzung dieser Agenda im Rahmen der Vereinten Nationen. Sie dokumentiert und evaluiert die Umsetzung im jährlichen Weltbildungsbericht (Global Education Monitoring Report) und in der Datenbank Scoping Progress in Education (SCOPE).

Ein weiterer Baustein ist das weltweite UNESCO-Programm „Education for Sustainable Development: Towards achieving the SDGs“ (ESD for 2030). Unter Leitung des BMBF hat die Bundesregierung eine Nationale Plattform zur Umsetzung des Weltaktionsprogramms und ein Jugendforum, youpaN, eingerichtet. Ziel ist es, den Gedanken der nachhaltigen Entwicklung (BNE) in allen Bereichen des Bildungssystems zu verankern, so dass in Kindergärten und Schulen ebenso wie in Universitäten, Weiterbildungs- und Kultureinrichtungen oder Forschungsinstituten das Leitbild einer ökologisch, ökonomisch und sozial zukunftsfähigen Entwicklung gelehrt und gelernt wird.

Für die UNESCO ist Bildungsqualität nicht gleichbedeutend mit der Erfüllung bestimmter Leistungsstandards; auch Toleranz, Solidarität und Achtung der Menschenrechte müssen in den Schulen vermittelt werden. In den UNESCO-Projektschulen, allein in Deutschland 300, steht auf dem Lehrplan: „Zusammenleben lernen in einer pluralistischen Welt in kultureller Vielfalt“. Im Netzwerk der UNESCO-Lehrstühle kooperieren derzeit mehr als 750 UNESCO-Lehrstühle und über 40 UNITWIN-Netzwerke in über 116 Ländern, um die Ziele der UNESCO in Wissenschaft und Bildung zu verankern.

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Wissenschaft

Die UNESCO bietet ein weltweites Forum, in dem Wissenschaft und Politik zusammenwirken, um Leitlinien für eine nachhaltige Entwicklung zu formulieren. Die UNESCO forscht nicht selbst und ist keine Einrichtung zur Forschungsfinanzierung. Sie unterstützt ihre Mitgliedstaaten bei der Schaffung von Kapazitäten (Ausbildung von Personal und Ausstattung von Institutionen), sie fördert internationale Forschungskooperationen, offenen Datenaustausch und sie definiert weltweite Standards.

So beschloss die Generalkonferenz der UNESCO im November 2019 unter Beteiligung des BMBF eine Konvention zur Anerkennung von Hochschulqualifikationen. Die Konvention ergänzt die in Europa gültige Lissabon-Konvention des Europarats und der UNESCO von 1997.

Zudem wurde 2019 eine UNESCO-Empfehlung zu Open Educational Resources (OER) vereinbart. OER sind Bildungsmaterialien jeglicher Art und in jedem Medium, die unter einer offenen Lizenz stehen. Eine solche Lizenz ermöglicht den kostenlosen Zugang sowie die kostenlose Nutzung, Bearbeitung und Weiterverbreitung durch Andere ohne oder mit geringfügigen Einschränkungen. Dabei bestimmen die Urheber selbst, welche Nutzungsrechte sie einräumen und welche Rechte sie sich vorbehalten.

2021 plant die UNESCO-Generalkonferenz eine Empfehlung im Bereich Open Science. Dazu hat die die Deutsche UNESCO-Kommission in der Publikation „Open Science– Perspektiven aus Deutschland auf die Erarbeitung der geplanten Empfehlung der UNESCO“  Chancen für den wissenschaftlichen Fortschritt vorgestellt und mit Unterstützung des BMBF einen öffentlichen Diskurs angestoßen.

Weiterhin erstellt die UNESCO bis 2021 eine Empfehlung zu ethischen Fragen der Künstlichen Intelligenz, zu der ebenfalls öffentliche Konsultationen stattfanden und Experten zur Beteiligung aufgerufen wurden.

Ziele des UNESCO-Wissenschaftsprogramms:

  • Frieden fördern durch wissenschaftliche Zusammenarbeit;
  • Entwicklungs- und Schwellenländern helfen, Forschungsinfrastrukturen aufzubauen, um am technischen und wirtschaftlichen Fortschritt teilzuhaben;
  • wissenschaftliche Erkenntnisse für konkrete, lokal angepasste Ziele einer nachhaltigen Entwicklung erarbeiten, unter anderem durch verbessertes Umweltmanagement;
  • ethische Fragen an den globalen Wandel und an neue Technologien stellen.

Träger des Wissenschaftsprogramms sind neben dem hauptverantwortlichen Pariser Sekretariat der UNESCO:

  • UNESCO-Regional- und Landesbüros (z.B. Regionalbüro für Südosteuropa in Venedig),
  • UNESCO-Wissenschaftsinstitute (z.B. IHE in Delft zur Ausbildung in Wasserthemen),
  • Wissenschaftliche Institute unter UNESCO-Schirmherrschaft,
  • Zwischenstaatliche und Experten-Gremien der wissenschaftlichen Langzeitprogramme,
    UNESCO-Nationalkommissionen,
  • Nationalkomitees der wissenschaftlichen Langzeitprogramme,
  • und UNESCO-Lehrstühle.

Nationalkomitees wurden in vielen Ländern eingerichtet, um Wissenschaftler auf nationaler Ebene möglichst umfassend in die Arbeit der UNESCO einzubeziehen. In Deutschland existieren Nationalkomitees für vier der sechs Langzeitprogramme: IHP, MAB, IGCP sowie die deutsche IOC-Sektion.

Zentrales Instrument, um die Ziele des UNESCO-Wissenschaftsprogramms zu erreichen, sind zwischenstaatlich gesteuerte, wissenschaftliche Langzeitprogramme zu konkreten Forschungsgegenständen und in bestimmten Disziplinen:

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Kultur

Schutz und Erhalt des kulturellen Erbes, Bewahrung und Förderung der kulturellen Vielfalt und der Dialog zwischen den Kulturen sind die Hauptaufgaben der UNESCO in diesem Programmbereich. Auf der UNESCO-Welterbeliste stehen über 1.100 Denkmäler in 167 Ländern. Das Übereinkommen zum Schutz des immateriellen Kulturerbes und das Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen sind bedeutende Instrumente der UNESCO für die internationale Kulturpolitik. Ausführliche Informationen zu diesem Bereich finden sich hier.

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Kommunikation

Im Mittelpunkt steht die Förderung moderner Wissensgesellschaften („Knowledge Societies“), es geht um Meinungs- und Pressefreiheit und freien Zugang zu Information und Wissen. Die UNESCO fördert Informationstechnologien zur Überwindung der „digitalen Kluft“. In Entwicklungsländern und Konfliktregionen bildet sie Journalisten aus und baut unabhängige Medien auf. Das „Memory of the World“-Programm dient der Erhaltung des dokumentarischen Erbes. Ausführliche Informationen zu diesem Bereich finden sich hier.

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Struktur

Die UNESCO besitzt gemäß ihrer Verfassung drei Organe:

  • Generalkonferenz,
  • Exekutivrat und
  • das Sekretariat

Die Generalkonferenz ist die Versammlung aller Mitgliedstaaten, die alle zwei Jahre tagt. In der Generalkonferenz besitzt jeder Mitgliedstaat eine Stimme. Sie ist das oberste Entscheidungs- und Kontrollorgan der UNESCO. Die Generalkonferenz legt die Zielsetzung und die allgemeinen Richtlinien der Arbeit der UNESCO fest. Sie beruft Staatenkonferenzen ein und verabschiedet Empfehlungen oder Übereinkommen. Die Generalkonferenz wählt die Mitglieder des Exekutivrats und beruft auf dessen Vorschlag den Generaldirektor / die Generaldirektorin.

Der Exekutivrat besteht aus 58 Mitgliedsstaaten und tagt fünf Mal im Biennium. Er prüft das Arbeitsprogramm der UNESCO und unterbreitet der Generalkonferenz Empfehlungen.

Das Sekretariat setzt das UNESCO-Programm operativ um. Im November 2017 wurde die Französin Audrey Azoulay als Generaldirektorin an die Spitze des Sekretariats gewählt. Als zweite Frau in dieser Funktion folgt sie der Bulgarin Irina Bokova, die seit 2009 dieses Amt innehatte. Das Sekretariat hat seinen Hauptsitz in Paris und verfügt weltweit über mehr als 50 Außenstellen.

Die UNESCO ist ein Forum für die internationale Zusammenarbeit und für den Austausch von Informationen, Erfahrungen und Ideen. Sie ist keine Entwicklungshilfeorganisation oder Agentur zur Projektförderung. Sie baut Modellprojekte auf, berät Regierungen durch Expertenmissionen sowie Ministerkonferenzen und fördert den Wissensaustausch.

Eine wichtige Funktion der UNESCO ist die Erarbeitung normativer Instrumente auf zwischenstaatlicher Ebene. Sie hat zahlreiche internationale Konventionen, Empfehlungen und Deklarationen verabschiedet, am bekanntesten ist die Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes von 1972.

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Haushalt

Die UNESCO finanziert sich hauptsächlich aus den Pflichtbeiträgen ihrer Mitgliedsstaaten. Die UNESCO verfügt über 1,3 Milliarden US-Dollar für die Jahre 2020 und 2021, davon sind 534 Millionen US-Dollar durch Mitgliedsbeiträge finanziert. Deutschland ist derzeit nach Japan und China der drittgrößte Beitragszahler der UNESCO.

Für die Jahre 2020 und 2021 beträgt der deutsche Beitrag jeweils circa 18,3 Millionen Euro. Zusätzlich erhält die UNESCO außerordentliche Beiträge, Treuhandgelder für bestimmte Projekte und Programme, Mittel anderer multilateraler Einrichtungen sowie freiwillige Beiträge von Mitgliedsstaaten und Spenden. Im UNESCO Transparency Portal sind Daten und Graphiken zur Zusammensetzung des UNESCCO Budgets und der Ausgaben zusammengestellt.

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Anschrift

UNESCO
7, place de Fontenoy
75352 Paris 07 SP
Tel.: 00 33 1 - 45 68 10 00
Fax: 00 33 1 - 45 67 19 00
Internet: http://www.unesco.org/

Deutsche UNESCO-Kommission e. V.
Martin-Luther-Allee 42
53175 Bonn
Internet: http://www.unesco.de/

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