Türkei, Israel, Arabische Länder und Afrika
Die bilaterale Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung mit Ländern in dieser Region konzentriert sich vor allem auf Israel, Ägypten, die Türkei und Südafrika. Zudem gibt es WTZ-Abkommen mit Tunesien und Marokko; aus Gründen einer länderspezifischen Schwerpunktsetzung werden derzeit jedoch nur wenige bilaterale Forschungsmaßnahmen mit diesen beiden Ländern durch BMBF gefördert. Für die Kooperation im Mittelmeerraum gewinnen die "EU-Mittelmeerpartnerschaft" und der so genannte Barcelona-Prozess zunehmend an Bedeutung.
Die Schwerpunktthemen der Forschungskooperation mit der
Türkei liegen derzeit vor allem im Umweltbereich und in den Wassertechnologien sowie auf den Gebieten der Biotechnologie, der Energie und der Materialforschung. Die planmäßige Erschließung neuer und die Vertiefung bestehender Hochschulpartnerschaften ein wichtiges Ziel der Zusammenarbeit. Hierzu werden themenbezogene
bilaterale Workshops und Seminare gefördert und durchgeführt. Das in 2007 erstmals eingesetzte Förderinstrument zur Intensivierung von deutsch-türkischen Hochschulpartnerschaften (
IntenC) wurde in Jahr 2008 ebenfalls weiter ausgebaut.
Seit April 2006 finden jährlich Sitzungen der Arbeitsgruppe "Wissenschaft, Forschung und Technologie" im Rahmen des Deutsch-Türkischen Kooperationsrates statt. Diese Arbeitsgruppe wird vom BMBF und dem Türkischem Wissenschafts- und Forschungsrat (TÜBITAK) ko-moderiert und bringt zentralen Akteure aus beiden Ländern zusammen um aktuelle Fragen der bilateralen Forschungs- und Technologischen-Kooperation zu diskutieren und voranzutreiben. Diese Sitzungen werden vom IB vorbereitet und unterstützt. Während der letzten Sitzung im April 2008 wurde die Implementierung von bilateralen Projekten mit jeweils einem akademischen und einem industriellen Partner beschlossen.
Die deutsch-israelische Forschungszusammenarbeit von BMBF und dem israelischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie (
MOST) basiert auf einer Vereinbarung von 1973. Die Förderung deutsch-israelischer Verbundprojekte von Wirtschaft und Wissenschaft setzt seit 2000 einen Akzent auf anwendungsorientierte und industrienahe Forschung mit dem israelischen Ministerium für Industrie, Handel und Arbeit (
MOITAL). Für beide vor allem naturwissenschaftlich-technisch orientierte Kooperationsstränge steht das IB als Ansprechpartner für interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zur Verfügung.
Durch das Deutsch-Israelische Jahr der Wissenschaft und Technologie 2008, das vom IB betreut wurde, gewann diese Zusammenarbeit wichtige neue Impulse. So wurde sie um das Feld der zivilen Sicherheitsforschung erweitert, außerdem wurde die Förderung der Geisteswissenschaften und von Nachwuchswissenschaftlern intensiviert (u.a. durch den ARCHES-Preis (Award for Research Cooperation and Highest Excellence in Science) und die Gründung der Martin Buber Society of Fellows in the Humanities).
Die Intensivierung der Beziehungen in Bildung und Forschung mit Ägypten ist auf das gemeinsam vorbereitete und durchgeführte
"Deutsch-Ägyptische Jahr der Wissenschaft und Technologie 2007" zurückzuführen. Ein wichtiges Resultat ist eine politische Vereinbarung beider Ministerien zur Implementierung eines gemeinsamen
Forschungsfonds, der vom IB auf deutscher Seite betreut wird.
Jordanien ist für das BMBF ein weiteres wichtiges arabisches Partnerland.
Im Bereich Forschung konzentriert sich die Zusammenarbeit derzeit insbesondere auf das unter Schirmherrschaft der UNESCO stehende multilaterale Kooperationsprojekt SESAME (Synchrotron Light for Experimental Science and Applications in the Middle East)¹. Hier unterstützt das IB die Mobilität deutscher Wissenschaftler bei der aktiven Teilnahme an SESAME - Usermeetings.
Die Zusammenarbeit im Bildungsbereich spielt im G8-BMENA-Prozess² eine bedeutende Rolle.
Im Jahr 2007 übernahm Deutschland die Organisation der dritten G8-BMENA Bildungsministerkonferenz auf dem Petersberg in Bonn (21./22. November) (http://www.g8-bmena-education.de/). Die für die Konferenz eingerichtete Webseite³ wird weiterhin vom IB gepflegt, Follow-up Aktivitäten in der Region werden verlinkt. Als weiterer Höhepunkt ist für November 2009 in Berlin ein Workshop zum Thema "Higher Education" mit Teilnehmern der Region geplant, den das IB federführend und in enger Abstimmung mit BMBF inhaltlich und organisatorisch vorbereitet.
Südafrika ist eines der Schwerpunktländer des BMBF für die WTZ (seit 1996) weltweit und bedeutendster Kooperationspartner in Subsahara-Afrika. Im Rahmen der WTZ , die vom IB betreut wird, stehen neben Themen zur Umweltforschung und Nachhaltigkeit (wie Wasser, Energie, Biodiversität) auch technologische Entwicklungen im Vordergrund. Dabei wird die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Kapazitätsaufbaus in/an südafrikanischen Universitäten besonders unterstützt.
Aus dieser Zusammenarbeit haben sich zahlreiche Fachtitelprojekte entwickelt, vor allem im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit. Hier sind auch sieben Länder aus Subsahara Afrika in die beiden großen Verbundprojekte BIOTA und GLOWA eingebunden.
Auch im Jahr 2008 hat das IB zusammen mit DAAD- nun schon zum dritten Mal - den Messeauftritt des BMBF auf der "International Science, Innovation and Technology Exhibition" (INSITE) in Südafrika organisiert, um die Vielfalt deutsch-südafrikanischer Forschungsprojekte zu demonstrieren. Bei der Vorbereitung der gegenseitigen Minister-Besuche (2007 Mangena in Deutschland, 2008 Schavan in Südafrika und Namibia hat IB das BMBF massgeblich unterstützt.
Für die politische Ebene war vor allem die Verabschiedung einer gemeinsamen "EU-Afrika Strategie" (Lissabon Dezember 2007),in der Wissenschaft und Forschung prominent platziert sind (sog. 8. Partnerschaft: Forschung, IKT, Weltraum) von Bedeutung. Dies eröffnet sowohl der EU als auch den Mitgliedstaaten neue Möglichkeiten der Kooperation: das Geber-Nehmer-Verhältnis soll sich in Richtung einer gleichberechtigten Kooperationsbasis verschieben. Das BMBF ist als aktiver Partner im "Implementation Team" zur Umsetzung der 8 Partnerschaft beteiligt, hat u.a. die Federführung bei der Initiierung eines gemeinsamen europäisch-afrikanischen forschungspolitischen Dialoges übernommen. Das IB unterstützt das BMBF bei der Planung und Umsetzung seiner Aktivitäten in diesem Forum.
Im europäischen Kontext ist das IB Partner im EU-geförderten Projekt CAAST-Net (http://www.caast-net.org/)
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¹ Mit SESAME soll ein bedeutendes multidisziplinäres Kompetenzzentrum zur Stärkung der physikalischen Grundlagenforschung sowie zu Ausbau u. Verbreitung angewandter Forschung auf hohem Niveau mit weitreichenden Forschungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für Wissenschaftler/innen und Spitzenforscher/innen in der gesamten Region geschaffen werden.
² Die Broader Middle East and North Africa Initiative (BMENA) ist eine auf Initiative der Vereinigten Staaten 2004 ins Leben gerufene partnerschaftliche Kooperation zwischen den G-8 Staaten und 22 Ländern des Nahen und Mittleren Ostens (arabische Staaten, Afghanistan, Pakistan, Iran, Türkei). Im Rahmen gemeinschaftlicher Projekte soll so die wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Entwicklung dieses Großraums vorangetrieben werden.
³ http://www.g8-bmena-education.de/
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Die deutsch - türkischen Beziehungen haben eine langwährende Tradition und reichen historisch bis in die Zeit des Osmanischen Reiches zurück. In der Gegenwart nimmt die Türkei durch ca. 2,5 Mio. in Deutschland lebender Menschen mit türkischem Migrationshintergrund und nicht zuletzt aufgrund der Integrationspolitik der Europäischen Union eine besondere Rolle in ihrer Beziehung zu Deutschland und Europa ein. Aufgrund der stark wachsenden Wirtschaft entwickelt sich die Türkei immer mehr zu einem lukrativen Partner.
[mehr] (URL: http://www.internationales-buero.de/de/1930.php)
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Die deutsch-israelische Wissenschaftskooperation war Wegbereiter der diplomatischen Beziehungen. Heute existiert ein umfassendes Netzwerk gemeinsamer Aktivitäten auf bilateraler Ebene ebenso wie im Rahmen der Forschungsprogramme der EU, denen Israel seit 1996 angehört. Israel investiert viel in seine Forschung. Diese Bemühungen und die Immigrationswellen von russischen Wissenschaftlern in den 90er Jahren haben dazu geführt, dass dieses Land - gemessen an seiner Bevölkerungszahl - weltweit über die höchste Wissenschaftler- und Ingenieurdichte verfügt.
[mehr] (URL: http://www.internationales-buero.de/de/1637.php)
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Im Zuge des Deutsch - Ägyptischen Wissenschaftsjahres wurden in der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ) mit Ägypten starke Impulse für neue inhaltliche Schwerpunkte gesetzt; vor allem konnten vor allem die Anwendungsorientierung und Industrierelevanz der bilateralen Projekte verstärkt werden. Zugleich wurde durch die Einbeziehung neuer universitärer und außeruniversitärer Partner in Ägypten die Kooperation auf eine breitere Basis gestellt.
[mehr] (URL: http://www.internationales-buero.de/de/1931.php)
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Mit der Grundsteinlegung zur German-Jordanian University (GJU) in Amman nimmt eines der größten Vorhaben zu neuen Studienangeboten Gestalt an, die vom BMBF finanziert werden. Die GJU soll Wissenschaft mit Anwendungsbezug verknüpfen und qualifizierte Forscherinnen und Forscher für die Region ausbilden. Zu den drängendsten Problemen der Region gehört die Versorgung mit Wasser. Das BMBF unterstützt daher Vorhaben vor Ort zur besseren Wassergewinnung und -bewirtschaftung. Darüber hinaus bietet das IB die Förderung von Maßnahmen zur Kontaktanbahnung deutscher und jordanischer Wissenschaftler sowie Forschungseinrichtungen an.
[mehr] (URL: http://www.internationales-buero.de/de/2356.php)
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Südafrika ist eines der Schwerpunktländer des BMBF für die WTZ weltweit und bedeutendster Kooperationspartner in Afrika. "Flaggschiffthemen" in der deutsch-südafrikanischen Zusammenarbeit sind neben anwendungsorientierte, technologische Themenfelder, Bildung, Umweltforschung, Nachhaltigkeit, Antarktis- und Meeresforschung sowie die Astronomie, die im südlichen Afrika optimale Standortbedingungen vorfindet.
[mehr] (URL: http://www.internationales-buero.de/de/1932.php)