Bulgarien

Die internationale Kooperation in Bildung und Forschung zwischen Deutschland und Bulgarien steht im Zeichen der Integration Bulgariens in den Europäischen Forschungsraum sowie der Förderung der interregionalen Forschungszusammenarbeit in und mit Südosteuropa. Die Kooperation beruht auf einem Abkommen zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Bulgarien über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Forschung und technologischen Entwicklung vom 25. Februar 1988.

 Fördermöglichkeiten für Bulgarien

Politischer Rahmen für die bilaterale Zusammenarbeit in Forschung und Bildung

Bulgarien hat in den letzten Jahren wichtige außenpolitische Ziele erreicht: Im Zuge der NATO-Osterweiterung wurde Bulgarien am 29. März 2004 formelles Mitglied der NATO und ist am 01. Januar 2007 der EU  beigetreten.

Zuständig für Forschung in Bulgarien ist das Ministerium für Bildung, Jugend und Wissenschaft (MEYS).

Das in der bulgarischen Forschungs- und Innovationspolitik wichtigste Dokument ist die "Nationale Strategie für wissenschaftliche Forschung für den Zeitraum 2005 - 2013". Sie definiert die prioritären Bereiche der bulgarischen Forschungslandschaft: Informationstechnologien, Neue Materialien, Nanotechnologien, Agrar- und Biomedizintechniken sowie die Nationale Identität und das kulturelle Erbe. Die Umsetzung erfolgt durch den "National Science Fund", eine dem MEYS nachgeordnete Behörde. Zu den primären Aufgaben gehören die Beratung des MEYS sowie die Umsetzung von Förderprogrammen des MEYS.
Ferner gibt es den beim Ministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (Minister ist Herr Traicho Traikov) angesiedelten "National Innovation Fund", der v. a. der Förderung der angewandten Forschung dienen soll. Die Umsetzung erfolgt durch die "Bulgarian Small and Medium Enterprises Promotion Agency".

Die Hauptakteure der bulgarischen Forschungslandschaft sind die Universitäten des Landes; hervorzuheben ist hiervon die Universität Sofia "St. Kliment Ohridski". Die Bulgarische Akademie der Wissenschaften (BAS) ist eine weitere wichtige Forschungseinrichtung in Bulgarien. Die ihr zugeordneten Einrichtungen "Institute for Parallel Processing" (IPP) in Sofia und das "Institute of Oceanology" in Varna sowie das "AgroBioInstitute" in Sofia wurden alle als Centre of Excellence (CoE im FP5/INCO) ausgezeichnet.
 
Bulgarien ist ein aktiver Partner in der Gestaltung des europäischen Forschungsraumes. Hervorzuheben in der Zusammenarbeit mit Deutschland ist das bulgarische Engagement auf dem westlichen Balkan im Rahmen verschiedener Netzwerkprojekte. Das Ministerium für Bildung und Wissenschaft (MEYS) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie das Internationale Büro (IB) des BMBF arbeiten in folgenden Projekten zusammen:

SEE-ERA.NET PLUS ist ein europäisches Netzwerk-Projekt, dessen zentrale Aufgabe die Durchführung einer gemeinsamen Ausschreibung für "Joint European Research Projects" (JERPS) ist. Aufbauend auf den Erfahrungen und Ergebnissen des Projekts SEE-ERA.NET soll hiermit die weitere Integration der südosteuropäischen Länder, insbesondere der Länder des westlichen Balkans, in den Europäischen Forschungsraum (EFR) vorangetrieben werden. Die gemeinsame Ausschreibung wurde am 1. September 2009 veröffentlicht. Aus dem Gesamtbudget der gemeinsamen Ausschreibung von rund 3,5 Mio. €, zudem alle Partnerländer und die Europäische Kommission beitragen, sollen rund 20 JERPS mit einer Laufzeit von 1 bis 2 Jahren gefördert werden. Neben Deutschland (BMBF und IB/DLR) und Bulgarien (MEYS) beteiligen sich auch Albanien, Bosnien und Herzegowina, Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Frankreich, Griechenland, Kroatien, Montenegro, Österreich, Rumänien, Serbien, Slowenien und die Türkei an der Ausschreibung. Bulgarische Institutionen sind hiervon in sechs Vollanträgen beteiligt.

Das WBC-INCO.NET ist ein europäisches Netzwerkprojekt für den bi-regionalen Dialog zwischen der EU, den an das 7. EU-FRP assoziierten Staaten und den westlichen Balkanländern. Ziel ist es, die Teilnahme von Forschern der Zielregion in Europäischen FuE-Projekten zu verbessern. Das Konsortium des WBC.INCO.NET wird von 26 Partnern aus 16 Ländern gebildet, darunter die Forschungsministerien von Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Kroatien, der EJR Mazedonien, Montenegro, Österreich, Serbien, Slowenien und der Türkei. Ferner nehmen zahlreiche Forschungseinrichtungen teil.

Höhepunkte der bilateralen Zusammenarbeit

Bulgarisch-Rumänisches Interuniversitäres Europazentrum (BRIE). Die europäische Hochschulkooperation an der Donaubrücke zwischen Rumänien und Bulgarien, die als Motor für die regionale Entwicklung einer Grenzregion Südosteuropas dient, wurde 2002 von der deutschen Hochschulrektorenkonferenz (HRK) als Projekt im Rahmen des Stabilitätspaktes für Südosteuropa initiiert. Neben dem BRIE-Europa-Studium, das als erster Master-Studiengang in Südosteuropa von einer deutschen Akkreditierungsagentur anerkannt wurde, wird seit 2006 auch ein Master Studiengang in "European Public Administration" angeboten.

Am 01. Oktober 2008 wurde die Deutsch-Bulgarische Forschungsbasis CoVE initiiert. Primäre Partner auf deutscher und bulgarischer Seite sind das Institut für Informations-management im Ingenieurwesen des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie die Technical University of  Sofia (FDIBA).
Gemeinsame Forschungsbasen sollen in den jeweiligen Fachgebieten besonders ausgewiesene Forschungs- und Bildungseinrichtungen und die forschende Industrie in beiden Ländern auf der Grundlage bestehender Kooperationen im beiderseitigen Interesse personell, organisatorisch und finanziell miteinander verflechten. Das Ziel besteht darin, durch Schaffung nachhaltiger Strukturen Forschungspotenziale gemeinsam zu entwickeln sowie in der innovationsorientierten angewandten Forschung dynamischere Produkt- und Prozessinnovationen einzuleiten.
Die Idee und das Leitbild von CoVE ist der Aufbau von virtuellen Umgebungen für die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Form von virtuellen Laboren. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Ingenieurwesen, Wissenschaftliches Rechnen/Datenmanagement und Medizintechnik. Die Plattform zeichnet sich durch internationale Forschung und Eingliederung von internationalem fachlichem Austausch in gemeinschaftlich angewandte Ergebnisse aus. Am 29. September 2009 ist aus der Forschungsbasis der eingetragene Verein CoVE "Collaboration in Virtual Environment" e. V. hervorgegangen.

Förderung der Zusammenarbeit mit Bulgarien

Vor dem Hintergrund der EU-Osterweiterung hat das BMBF im Frühjahr 2004 ein spezielles Förderinstrument zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit mit den Mittel-, Ost- und Südosteuropäischen Ländern veröffentlicht. Im Rahmen des Programms "Internationale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung, Region Mittel- Ost- und Südosteuropa" (Regionalausschreibung) werden Finanzmittel für Anbahnungsprojekte in der angewandten Forschung, Entwicklung und in der Bildung bereitgestellt, um weiterführende Projektanträge in aktuellen Förderprogrammen des BMBF, im 7.Forschungsrahmenprogramm der EU und im Programm Eurostars zu stellen. Darüber hinaus werden Maßnahmen zur Ausarbeitung von Konzepten zum Aufbau gemeinsamer Forschungsbasen gefördert. Seit 2006 wird ergänzend jährlich eine Bekanntmachung im Rahmen  der Maßnahme "Werbung für den Innovationsstandort Deutschland" (Forschungsmarketing) in der Zielregion veröffentlicht. Ziel ist es, deutsche Einrichtungen als attraktive Partner für Kompetenzträger und Kompetenzsuchende im Ausland noch stärker bekannt zu machen.

  • INFOTECH 2006: IT-Messe im bulgarischen Plovdiv

    Vom 25.-30. September 2006 findet mit der Internationalen Technische Messe (ITM) im bulgarischen Plovdiv wieder eine der stärksten Messen für Investitionsgüter und Technologie in Südosteuropa statt. Seit 2004 ist die auf Informationstechnologien und Software ausgerichtete „INFOTECH“ Teil der jährlich stattfindenden ITM. Einen Messeschwerpunkt der INFOTECH bilden die Präsentationen der bulgarischen Universitäten, technologischen Inkubatoren und Firmen.
    [mehr] (URL: http://www.internationales-buero.de/de/2514.php)

Dokumente

Ansprechpartner

  • Christian Schache

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