Spanien

Mit Spanien finden auf der Basis formeller Beziehungen (Rahmenabkommen Wissenschaftliche Forschung und technologische Entwicklung WTZ vom 10.03.1971) bilaterale Treffen des BMBF mit dem Ministerio de Ciencia e Innovación) regelmäßig statt. Fachliche Schwerpunkte der Kooperation mit Spanien bilden die Bereiche, Solarforschung, Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) und Biowissenschaften (insbesondere Pflanzenforschung).

Grundlegende Reformen in den Bereichen Forschung und Entwicklung

Die amtierende spanische Regierung unter Ministerpräsident Zapatero hat eine grundlegende Reform der Forschungs- und Wissenschaftspolitik in die Wege geleitet. Der gesamte Bereich Forschung und Entwicklung soll dadurch neue Impulse erhalten und Spanien im internationalen Vergleich zu mehr Wettbewerbsfähigkeit verhelfen.
Zuständig für die Koordinierung der nationalen Forschungspolitik ist das Ministerio de Ciencia e Innovación (Ministerium für Wissenschaft und Innovation, MICINN). Ministerin ist Frau Cristina Garmendia Mendizábal. Als Folge der Regierungsumbildung im April 2009 wurden die Zuständigkeiten für Erziehung und Forschung zwischen den Ministerien neu aufgeteilt, sodass das Ministerio de Educacion (Erziehungsministerium) unter Minister Angel Gabilondo nun für die Universitäten und die universitäre Forschung zuständig ist. Die wichtigsten Maßnahmen im Rahmen dieses Aufholprozesses sind vor allem eine Erhöhung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie die Einleitung von Schritten zur Verbesserung der Mobilität und des Status von Forschern. Der Aufholprozess im Bereich FuE hat eine Aufstockung des dafür vorgesehenen Budgets notwendig gemacht. Deshalb wurde der Budgetposten Forschung, Entwicklung und Innovation im Jahr 2005 um 27 % erhöht, 2006 um weitere 31 % angehoben und im Jahr 2007 noch einmal um weitere 25 % aufgestockt. Das MICINN erhielt 2009 72% der zivilen FuE-Aufwendungen, insgesamt 8, 2 Mrd. €. Die Ziele für den Bereich FuE sind in den Leitlinien des VI. Nationalplans für wissenschaftliche Forschung technologische Entwicklung und Innovation 2008-2011 festgelegt. Für diesen Zeitraum sind Ausgaben für FuE in Höhe von 47,7 Mrd. € vorgesehen.

Im Bereich Forschungsförderung ist das Programm INGENIO 2010 eines der wichtigsten Instrumente. Es wurde im Juni 2005 gestartet und ist mit einem Budget von ca. 3 Mrd. € ausgestattet. Das Ziel des Programms ist eine Förderung von öffentlichen und privaten Forschungsvorhaben in strategisch wichtigen Bereichen.

Schwerpunkte der Kooperation

Deutschland und Spanien arbeiten verstärkt auf den Sektoren Solarforschung, Biotechnologie (insbesondere Pflanzengenomforschung) und Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) zusammen.
Die multilaterale Kooperation auf dem Gebiet der Pflanzenforschung ist die umfangreichste und nachhaltigste transnationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften in ganz Europa. Seit 2005 wird die Kooperation auf Basis eines programmatischen Papiers ("Cordoba Paper") durchgeführt: Im Vordergrund stehen Projekte, die auf die Etablierung der pflanzenbasierten Knowledge Based Bio-Economy (KBBE) gerichtet sind, was auf die Erhöhung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit der Partnerstaaten abzielt. Seit September 2007 ist die Zusammenarbeit auf eine neue Stufe gehoben worden: Ein "Memorandum of Understanding" als Grundlage für die Kooperation der kommenden 6 Jahre wurde unterzeichnet. Unter anderem sollen neue Industriebranchen (chemische und pharmazeutische Industrie, Energiewirtschaft) mit einbezogen werden.

In den Bereichen Solarforschung und Astronomie besteht eine langfristige Forschungskooperation mit Spanien. Seit 1980 wird die Plataforma Solar de Almería, ein Testzentrum im Bereich der Solartechnologie, gemeinsam vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Centro de Investigaciones Energetícas, Medoambientales y Tecnológicas (CIEMAT) betrieben.

Höhepunkte der Kooperation

Deutschland und Spanien führen seit 1983 regelmäßig Konsultationen auf Regierungsebene durch. Die Gipfeltreffen finden abwechselnd in Spanien und Deutschland statt. An den Konsultationen nehmen neben der deutschen Bundeskanzlerin und dem spanischen Ministerpräsidenten weitere Mitglieder der Regierung teil, um sich zu aktuellen politischen Themen auszutauschen. Im März 2010 wurden die 22. Regierungskonsultationen in Hannover abgehalten. Daran haben auch die Forschungsministerinnen beider Länder teilgenommen. Hauptthemen waren unter anderem 8. FRP, Großgeräte, Wissenschaftsdialog, Innovationsallianzen und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Wassermanagements.

Eine wichtige Rolle spielen die seit 2002 regelmäßig stattfindenden deutsch-spanischen Forschungsforen bei der Fortentwicklung der bilateralen Kooperation. Das 5. Forum fand im März 2009 in Madrid statt. Schwerpunkthemen waren Energiepolitik der EU, transatlantische Beziehungen nach der US-Präsidentschaftswahl, D-ESP Kooperation in Wissenschaft und Forschung sowie Finanz- und Wirtschaftskrise.

Ansprechpartner

  • Dr. Naima Barouk

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