Dänemark

Dänemark gehört zu den wettbewerbsfähigsten und innovativsten Ländern weltweit. Den Bereichen Forschung, Entwicklung und Innovation kommt als Investitionen in die Zukunft eine Schlüsselrolle zu. Auch hier gehört Dänemark zu den führenden Ländern in der EU. Die Beziehungen Deutschlands zu Dänemark sind in vielen Bereichen sehr eng. Auf den Gebieten von Bildung und Forschung sind sie nicht formalisiert.
  

Politischer Rahmen der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit

Dänemark hatte 2010 den Vorsitz des Nordischen Ministerrates inne. Ein Schwerpunkt der Präsidentschaft konzentrierte sich auf die Forschungskooperation innerhalb der Region. Diese regionale Kooperation wird auch als ein Modell für eine engere europäische Forschungszusammenarbeit betrachtet. Im 1. Halbjahr hat Dänemark die EU-Präsidentschaft inne und setzt dabei auch auf die Bereiche Bildung, Forschung und Innovation als Impulsgeber für mehr Wachstum.

Der Anteil von Forschung und Entwicklung (FuE) am Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug nach OECD-Angaben in Dänemark 2010 ca. 3,06%. Dänemark war damit das dritte Land der EU (nach Schweden und Finnland), das das Lissabon-Ziel von 3% erreichte.

Die Schwerpunkte der dänischen Forschung liegen auf den Gebieten Gesundheit, Lebenswissenschaften und Biotechnologie, Geowissenschaften, Luft- und Raumfahrt sowie Informations- und Kommunikationstechnologie. Mit "Research2015“, erschienen 2008, stellt Dänemark einen Katalog von 21 vielversprechenden Forschungsthemen in sechs verschiedenen Bereichen vor. Research2015 soll als Grundlage für zukünftige politisch-strategische Schwerpunksetzungen dienen. Dänemark betrachtet Bildung als einen Schlüsselfaktor für erfolgreiche und nachhaltige Aktivitäten in Forschung, Entwicklung und Innovation. Für 2012 ist die neue dänische Innovationsstrategie angekündigt.

Dänemark zählt nach wie vor zu den führenden Innovationsländern der EU. Das Innovation Union Scoreboard 2011 sieht das Land im EU-Vergleich auf Position zwei hinter den Nachbarn aus Schweden. Die Daten weisen allerdings auch auf eine Verlangsamung der Innovationsgeschwindigkeit hin. Der „Global Competitiveness Report 2011-2012“ sah Dänemark an Position acht gegenüber Rang neun im Jahr zuvor.

Die 2006 verabschiedete Globalisierungsstrategie „Progress, Innovation und Cohesion – Strategy for Denmark in the Global Economy“ dient dazu, Dänemark auf die Herausforderungen der Globalisierung und den internationalen Wettbewerb vorzubereiten. Damit verfolgt das Land unter anderem das Ziel, die dänischen Unternehmen zu den weltweit innovativsten zu machen. Mit Hilfe des vierjährigen Handlungsplans „InnovationDenmark 2007-2010“ soll dieses Vorhaben umgesetzt werden. Der Plan umfasst mehr als 70 konkrete Initiativen. Zu den wichtigsten Punkten zählt die Verbesserung des Zusammenspiels zwischen den Akteuren im Innovationssystem, insbesondere der Forschung und Wirtschaft.

In der neuen Regierung, die seit Oktober 2011 amtiert, haben sich die Zuständigkeiten in Forschung und Bildung etwas verschoben: Das Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Entwicklung wurde in ein Ministerium für Wissenschaft, Innovation und Höhere Bildung umgewandelt, das Bildungsministerium trägt nun die offizielle Bezeichnung Ministerium für Kinder und Bildung.

 

Schwerpunkte der Kooperation

Kooperationen zwischen den Hochschulen beider Länder sind vorhanden und werden weiter intensiviert. Deutsche und dänische Wissenschaftler arbeiten im Rahmen von internationalen Forschungsprojekten auf bilateraler und europäischer Ebene eng zusammen. Intensiv ist darüber hinaus die grenzüberschreitende Kooperation zwischen Dänemark und dem Bundesland Schleswig-Holstein.

Im Rahmen des 7. Rahmenprogramms sind die thematischen Schwerpunkte von Projekten mit gemeinsamer deutscher und dänischer Beteiligung Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Gesundheit.

Ein thematischer Schwerpunkt der deutsch-dänischen Zusammenarbeit liegt im Bereich Meeres- und Polarforschung. Eine Förderung erfolgt unter anderem im Rahmen des BONUS-Netzwerks zur Ostseeforschung. Aus dem im 6. EU-Forschungsrahmenprogramm gestarteten ERA-Net Netzwerk entwickelte sich das „BONUS-169“ Forschungsprogramm und die Ausschreibung „BONUS+“. Das BONUS-Netz bringt elf an der Förderung und Durchführung der Ostseeforschung beteiligte Organisationen zusammen, um deren Forschungsmittel zu bündeln und die Infrastrukturnutzung zu koordinieren.

Die Bedeutung der Kooperation mit Deutschland seitens der dänischen Regierung wird auch dadurch ersichtlich, dass 2008 ein Dänisches Innovationszentrum in München gegründet wurde. Die thematischen Schwerpunkte liegen in der Energie- und Umwelttechnik, den Lebenswissenschaften sowie den Informations- und Kommunikationstechnologien und im Bereich Design. Weitere Innovationszentren existieren in den USA (Silicon Valley 2006) und China (Shanghai 2007). Die Innovationszentren sind Teil der dänischen Globalisierungsstrategie. Sie sollen dänischen Unternehmen und Forschungsinstitutionen bei der Internationalisierung sowie bei der Netzwerkbildung helfen.

Innerhalb der BMBF-Fachprogramme werden im Mai 2012 17 Projekte mit dänischer Beteiligung gefördert. Die fachlichen Schwerpunkte liegen in den Informations- und Kommunikationstechnologien. 

 

Förderung der Zusammenarbeit mit Dänemark

Das BMBF hat im Frühjahr 2010 und 2011 zwei Bekanntmachungen zur Förderung eines Ideenwettbewerbs zum Auf- und Ausbau innovativer FuE-Netzwerke mit Partnern in Ostseeanrainerstaaten veröffentlicht. Ziel dieser Fördermaßnahmen ist es, durch die internationale Zusammenarbeit Innovationspotenziale zu erschließen und internationale Wettbewerbsvorteile deutscher Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Ostseeraum zu stärken. Die Bekanntmachungen sollen deutsche Einrichtungen unterstützen, sich mit exzellenten Institutionen in Ostseeanrainerstaaten zu vernetzen, um gemeinsam Kooperationsstrategien zu entwickeln und erfolgreich an FuE-Projekten zu arbeiten. Die Internationalisierung bereits bestehender nationaler Kompetenznetze soll auf diese Weise weiter vorangetrieben werden. Auch die Kooperation mit dänischen Partnern wird über diese Bekanntmachungen weiter vorangetrieben. Dänische Einrichtungen sind bislang an 15 Projekten beteiligt.

Dokumente

Ansprechpartner


  • Ralf Hanatschek

    • Fachlicher Ansprechpartner
    • Heinrich-Konen-Str. 1
    • 53227 Bonn
    • Telefonnummer: +49 228 3821-1482
    • Faxnummer: +49 228 3821-1400
    • E-Mail-Adresse: ralf.hanatschek@dlr.de

© BMBF 22.04.2014 15:35:46 - Alle Rechte vorbehalten.