
Ein strategisches Ziel Norwegens ist es, wirtschaftliches Wachstum für die Zeit nach der Öl- und Gas-Ära zu sichern. Forschung und Innovation sollen dabei ein stärkeres Gewicht erhalten. Die bilateralen Beziehungen zwischen Norwegen und Deutschland sind nicht über ein entsprechendes Kooperationsabkommen formalisiert.
Ziel der norwegischen Regierung ist es, bis 2010 etwa 3% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für Forschung und Entwicklung (FuE) auszugeben. Der FuE-Anteil 2008 lag bei 1,62%, und damit unter dem OECD-Durchschnitt von 2,28%. Der Anteil der Wirtschaft an den FuE-Ausgaben betrug ca. 45%. Um diese vergleichsweise geringe Beteiligung zu verbessern, bietet Norwegen Unternehmen seit 2002 die Möglichkeit, FuE-Aufwendungen steuerlich abzusetzen. Die steuerlichen Erleichterungen sollen zu einer Erhöhung der FuE-Ausgaben, der Wertschöpfung sowie der Innovationsfähigkeit der beteiligten Unternehmen führen.
Mit dem im Dezember 2008 veröffentlichten Weißbuch "An Innovative and Sustainable Norway" verpflichtet sich die norwegische Regierung, günstige Rahmenbedingungen für Innovation im öffentlichen und privaten Sektor zu schaffen. Zusätzliche Mittel sollen in nutzerorientierte Forschungsprogramme fließen, um die Forschung in der Industrie zu unterstützen. In dem im April 2009 vorgelegten Weißbuch "Climate for Research" definiert die norwegische Regierung darüber hinaus strategische und übergeordnete Ziele. Zu den strategischen Zielen gehören unter anderem der Aufbau wissensbasierter Industrien in allen norwegischen Regionen sowie die Stärkung der industrieorientierten Forschung in den Bereichen Ernährung, Meeresforschung, Tourismus, Energie, Umwelt, Biotechnologie, Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Nanotechnologie. Als ein übergeordnetes Ziel wird beispielsweise die verstärkte Internationalisierung der Forschung genannt.
Bei der Umsetzung der in den beiden Weißbüchern genannten Ziele spielt der Norwegische Forschungsrat eine bedeutende Rolle. Der Rat ist die zentrale norwegische Einrichtung zur Förderung von Forschung und Innovation. Er fördert unter anderem verschiedene Modelle von Forschungszentren: Zentren für exzellente Forschung, Zentren für forschungsbasierte Innovation und Zentren für die Erforschung umweltfreundlicher Energien. Darüber hinaus fördert "Innovation Norwegen" Innovation und Unternehmensentwicklung. "Innovation Norwegen" hat Niederlassungen in mehr als 30 Ländern, das Deutschland-Büro hat seinen Sitz in Hamburg. Die dritte wichtige Organisation im Bereich der Forschungsförderung ist die Gesellschaft für industrielle Entwicklung SIVA. Sie unterstützt die Bildung von industriellen Netzwerken auf lokaler und regionaler Ebene.
Gemeinsam betätigen sich die drei genannten Organisationen an den Norwegian Centres of Expertise. Mit dieser Initiative soll die regionale Clusterbildung gefördert werden.
Die deutsch-norwegische Kooperation erfolgt vorwiegend im multilateralen Rahmen und ist auf die aktive Gestaltung des Europäischen Forschungsraumes ausgerichtet.
In den BMBF-Fachprogrammen laufen überwiegend multilaterale Projekte, an denen deutsche und norwegische Partner beteiligt sind. Thematische Schwerpunkte liegen in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Umweltforschung und -technologie. Das entspricht ebenfalls den fachlichen Schwerpunkten von gemeinsamen Beteiligungen an Projekten im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm.
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Regierungs- und Ressortabkommen, ITB Info-Service (URL: http://www.kooperation-international.de/norwegen/themes/international/dokumente)
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