
Südafrika ist eines der Schwerpunktländer des BMBF für die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit (WTZ) weltweit und der bedeutendste Kooperationspartner in Afrika. Als die stärkste Wirtschaftsmacht des afrikanischen Kontinents mit großen Rohstoffreserven ist Südafrika auch ein wichtiger Partner für die deutsche Wirtschaft. Eine Reihe deutscher WTZ-Projekte hat einen engen Bezug zu Industriethemen und wird mit Beteiligung von deutschen und südafrikanischen Firmen durchgeführt. Auch in der regionalen Kooperation mit den Ländern des südlichen Afrikas sowie bei der Umsetzung der EU-Afrika-Strategie kommt Südafrika eine Schlüsselrolle zu.
| Fördermöglichkeiten für Südafrika |
Südafrika ist für Deutschland ein besonders wichtiger politischer Gesprächspartner im Afrika südlich der Sahara. Dabei dient seit 1996 zweijährig stattfindende "Deutsch-Südafrikanische Binationale Kommission" als Rahmen für die bilaterale Zusammenarbeit.
Die Wissenschaftlich-Technologische Zusammenarbeit (WTZ) zwischen Deutschland und Südafrika erfolgt auf Grundlage des am 12.06.1996 unterzeichneten Ressortabkommens zwischen BMBF und DST über Zusammenarbeit auf den Gebieten der Wissenschaft, Forschung und Technologie. Das WTZ Abkommen regelt die Einsetzung einer Gemeinsamen Kommission (Joint Science and Technology Cooperation Committee) und fördert die Zusammenarbeit u.a. bei der Durchführung gemeinsamer Forschungsvorhaben, Nutzung wissenschaftlich-technischer Einrichtungen, Informationsaustausch, gemeinsamen Veranstaltungen sowie Austausch und Entsendung von Fachleuten. Bei der letzten Joint Committee Sitzung im Juni 2008 in Bonn wurden jährlich stattfindende JCS (statt zuvor alle zwei Jahre) vereinbart. Die nächste Sitzung ist für Sommer/Herbst 2011 in Deutschland avisiert. Die Ergebnisse der JC bilden die politischen Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit Deutschlands und Südafrikas.
BMBF unterstützt im Rahmen seiner Fachprogramme vor allem Vorhaben in Bereichen, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit befassen und im Dialog für Nachhaltigkeit zwischen den beiden Ländern vereinbart wurden. Wasser, Klima und Umwelt, Energie, Biodiversität, aber auch die Antarktis- und die Meeresforschung sind ein wichtiges Kooperationsgebiet. Im Rahmen der wissenschaftlichen-technischen Zusammenarbeit (WTZ) stehen neben Themen zur Nachhaltigkeit auch technologische Entwicklungen in Bereichen wie Nanotechnologie und Biotechnologie im Vordergrund.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche bilaterale Kooperationen und Projekte zwischen, Hochschulen, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Insgesamt gibt es knapp 100 Hochschulkooperationen zwischen deutschen und südafrikanischen Hochschulen. Im Bereich der angewandten Forschung sind mehrere deutsche Forschungsinstitutionen aktiv, wie zum Beispiel die Fraunhofer Gesellschaft (FhG). Gelungenes Beispiel für die Kooperation in diesem Bereich ist das "Automotive Industry Development Centre"
Gemeinsame Studiengänge zwischen südafrikanischen und deutschen Universitäten erhalten administrative und finanzielle Unterstützung durch die National Research Foundation (NRF), den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) sowie Dritte.
2010
Besuch des Ministers S.E. Dr. Blade B. Nzimande vom Department of Higher Education am 8. und 9. März 2010 in Berlin anlässlich des Round Table Gesprächs zum Thema “Skills Development and the Dual System: Possible Ways of Cooperation”, bei dem es auch zu einem gemeinsamen Mittagessen mit Ministerin Schavan gekommen war. Minister Nzimande hatte in diesem Kontext Interesse bekundet, mit BMBF im Bereich Berufliche Bildung zu kooperieren. Gegenbesuche von Vertretern des BMBF beim Department of Higher Education erfolgten im April und im Oktober 2010 und dienten zur Sondierung von zukünftigen Kooperationsmöglichkeiten.
Die südafrikanische Akademie (ASSAF) und die deutsche (Leopoldina) haben sich im Rahmen der TWAS-Konferenz im Oktober 2009 auf Wunsch des namibischen Ministeriums für Bildung verständigt, Namibia beim Aufbau einer Akademie der Wissenschaften zu unterstützen und in 2010 gemeinsame Aktivitäten zur Zielerreichung durchgeführt.
Unterstützung eines Filmprojektes:
Die weltweite Bedeutung biologischer Krusten in verschiedenen Klimazonen und die Erkenntnisse, die bei ihrer Erforschung in Australien, Grönland, Südafrika, der Schweiz und Deutschland gewonnen wurden, wurden in einem populärwissenschaftlichen Film dargestellt. Dieser Film (Dauer: 52 Minuten) wurde in Zusammenarbeit mit ARTE und dem Hess. Rundfunk (HR) produziert und im Frühjahr 2011 ausgestrahlt (siehe 'Die verletzliche Haut der Erde')
2009
Die 20. Generalversammlung von (Third World Academy of Sciences (TWAS)) wurde vom 20.-23. Oktober in Durban abgehalten und gemeinsam vom südafrikanischen Forschungsministerium und dem BMBF finanziert. Damit wurde die Rolle der Akademien als unabhängige Beratungsinstitutionen der nationalen Regierungen gestärkt und ein Zeichen dafür gesetzt, dass BMBF an einer institutionellen Kooperation mit Entwicklungsländern ernsthaft interessert ist.
Am 26. und 27. Oktober fand in Pretoria im Rahmen des zwischen BMBF und dem Departement of Science and Technology (DST) vereinbarten Dialogs für Nachhaltigkeit die zweite Konferenz zum Thema "Innovation for Sustainability in a Changing World" statt.
Das Spektrum der Kooperationsgebiete mit Südafrika wurde durch die Konferenz "Historical Memory" vom 29.-31. Oktober in Berlin um die Sozial- und Geisteswissenschaften erweitert.
2008
Forschungsministerin Schavan besuchte Anfang Februar zusammen mit einer hochkarätigen Delegation aus Wissenschaft und Wirtschaft, der unter anderem der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Prof. Matthias Kleiner und der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Hans-Jörg Bullinger angehörten, Südafrika und Namibia.
Ziel der sechstägigen Reise war die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Südafrika. Die Ministerin besuchte unter anderem die Universitäten Kapstadt, Stellenbosch und Johannesburg sowie renommierte Forschungszentren und traf sich mit hochrangigen Vertretern deutscher und südafrikanischer Unternehmen. Mit ihrem Amtskollegen Mosibudi Mangena hat sie eine Vereinbarung zur gemeinsamen Nachhaltigkeitsforschung unterzeichnet. Außerdem hat Annette Schavan das deutsche Forschungsschiff "Polarstern" des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft empfangen, das von einer Antarktis-Expedition nach Kapstadt zurückgekehrt war.
2007
Ein Höhepunkt der deutsch-südafrikanischen Zusammenarbeit war die erfolgreiche Präsentation des Science Tunnels der Max-Planck-Gesellschaft vom 18. Mai bis zum 29. Juli 2007 in Johannesburg. Neben BMBF und dem Department of Science and Technology wurde das Vorhaben von deutschen und südafrikanischen Firmen finanziell unterstützt. Die feierliche Eröffnung fand im Beisein von Minister Mosibudi Mangena, dem damaligen deutschen Botschafter Harro Adt sowie als Ehrengast Prof. Hänsch, Nobelpreisträger für Physik 2005, statt. Weiteres Highlight war der Deutschlandbesuch des südafrikanischen Forschungsministers Mangena mit Gespräch bei Bundesministerin Schavan im August 2007 in Berlin.
2006
Nach 2004 hat Deutschland auch im Jahr 2006 an der International Science Innovation and Technology Exhibition (INSITE) teilgenommen. Der deutsche Pavillon und das Rahmenprogramm waren eine Gemeinschaftsaktion von DAAD und BMBF.
Die bilaterale Wissenschaftlich-Technologische Zusammenarbeit mit Südafrika hat sich seit 1996 (ohne Ausschreibungen) kontinuierlich entwickelt. Die Förderung erfolgt gemeinsam mit NRF (National Research Foundation). Seit 2009 können deutsche und südafrikanische Partner einen Antrag beim IB bzw. bei NRF nur im Rahmen einer Ausschreibung einreichen, die einmal im Jahr veröffentlicht wird.
In vielen Fällen haben sich aus diesen Anbahnungsmassnahmen größere Projekte entwickelt wie z.B. BIOTA (Biodiversität und Nachhaltigkeit), INKABA ye Africa (Geologie), Projekte im Rahmen von IWRM (Integrated Water Resources Management) und Megacities sowie in der Meeresforschung.
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