Ägypten

Im Zuge des Deutsch - Ägyptischen Wissenschaftsjahres wurden in der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ) mit Ägypten starke Impulse für neue inhaltliche Schwerpunkte gesetzt; vor allem konnten vor allem die Anwendungsorientierung und Industrierelevanz der bilateralen Projekte verstärkt werden. Zugleich wurde durch die Einbeziehung neuer universitärer und außeruniversitärer Partner in Ägypten die Kooperation auf eine breitere Basis gestellt.

Fördermöglichkeiten für Ägypten

 

Politischer Rahmen der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit

Basis der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ) mit Ägypten sind die Regierungsabkommen (WTZ - Abkommen) der Jahre 1979 und 1981 sowie verschiedene Einzel- und Projektvereinbarungen aus den Jahren 1980-1985.

Unter den Vereinbarungen zwischen deutschen und ägyptischen Hochschulen der letzten Jahre sind besonders folgende hervorzuheben:

  • Die Gründung der German University Cairo (GUC) - die inzwischen gut 6.200 Studenten zählt - im Jahr 2003 durch Patenschaft und Kooperationsabkommen mit den Universitäten Ulm, Stuttgart und Mannheim
  • Der im Jahre 2008 unterzeichnete Vertrag über die Einrichtung eines bilateralen Masterstudiengangs "Deutsch als Fremdsprache" zwischen der Ain Shams Universität und der Universität Leipzig

Weiterhin sieht die im Jahr 2007 unterzeichnete Vereinbarung beider Ministerien die Implementierung eines gemeinsamen Forschungsfonds vor.

Höhepunkte der Zusammenarbeit

Die Intensivierung der Beziehungen in Bildung und Forschung mit Ägypten ist neben den langjährigen zahlreichen Aktivitäten und Veranstaltungen der deutsch-ägyptischen Wissenschafts - Community im Rahmen der WTZ insbesondere seit dem gemeinsam vorbereiteten und durchgeführten  "Deutsch - Ägyptischen Jahr der Wissenschaft und Technologie 2007" zurückzuführen. In den Fachgebieten Biotechnologie, Medizin, Materialwissenschaften, Wasser, erneuerbare Energien sowie Geistes- und Sozialwissenschaften sollten gemeinsame Kooperationsprojekte identifiziert und vorbereitet werden, die auf gleicher Augenhöhe stattfinden können, wobei Wissenstransfer von Deutschland nach Ägypten natürlich ein gern gesehener Nebeneffekt war.

Damit wurden in der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ) mit Ägypten Impulse für neue inhaltliche Schwerpunkte gesetzt; vor allem konnte die Anwendungsorientierung und Industrierelevanz der bilateralen Projekte verstärkt werden. Zugleich wurde durch die Einbeziehung neuer universitärer und außeruniversitärer Partner in Ägypten die Kooperation auf eine breitere Basis gestellt.
Die fachliche Ausrichtung der GUC umfasst inzwischen neben Ingenieur-, angewandten Natur-,  Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften auch Multimedia - Design, Kommunikations- und Medienwissenschaften, Management und Lebenswissenschaften.

Im Jahr 2008 schlossen zum ersten Mal Studierende aus allen Fakultäten der German University Cairo (GUC) - seit Gründung ca. 600 Studierende, ihr Studium mit dem Bachelor ab. Dieses Ereignis beging die GUC im Rahmen weiterer wissenschaftlicher sowie kultureller Begleitaktivitäten mit einer hochrepräsentativen und öffentlichkeitswirksamen  Graduierungsfeier („Grand Graduation Ceremony“) am 27. Oktober 2008 im Cairo International Conference Center, zu der ca. 2500 Gäste aus dem In- u. Ausland geladen waren. Zur anschließenden Feier des fünfjährigen Bestehens der GUC kamen Ägyptens Botschafter in Deutschland, Mohamed Al-Orabi, und GUC-Gründer Professor Ashraf Mansour sowie zahlreiche weitere prominente Gäste aus Ägypten und Deutschland nach Ulm.

Ende Februar 2009 reiste Bundesministerin Schavan nach Alexandria und Kairo. Ihren dritten Ägyptenaufenthalt seit Juni 2006 nutzte sie unter anderem, um sich mit dem ägyptischen Hochschul- und Forschungsminister Helal über die positiven Erfahrungen des Deutsch-Ägyptischen Wissenschaftsjahres auszutauschen. Ihre nachhaltigen Bemühungen zur Internationalisierung der Wissenschaft sowie um die andauernde intensive deutsch-ägyptische Hochschul- und Forschungskooperation hatten der Universität Kairo Anlass gegeben, ihr die Ehrendoktorwürde der Philosophie zu verleihen. In der hundertjährigen Geschichte der größten Universität Afrikas und des arabischen Raums war diese Ehre bislang nur Staatsoberhäuptern und Nobelpreisträgern vorbehalten gewesen.

Bei einem Besuch der German University in Cairo konnte sie sich ein Bild von der Entwicklung des Industrieparks machen, zu dem sie selbst 2006 den Grundstein gelegt hatte.

Aktuelle Schwerpunkte der Kooperation

Die im Jahr 2007 unterzeichnete Vereinbarung zwischen BMBF und dem ägyptischen  Ministry of Higher Education and Scientific Research (MHESR) zur Implementierung eines gemeinsamen Forschungsfonds als dem wichtigsten Resultat des "Deutsch-Ägyptisches Wissenschaftsjahres“ konnte bereits erfolgreich in die Tat umgesetzt werden: 2008 wurde die erste gemeinsame Bekanntmachung im Bundesanzeiger veröffentlicht:.Von mehr als 90 eingereichten Projektanträgen werden seit Mai 2009 insgesamt 18 gemeinsame Projekte in verschiedenen Bereichen der anwendungsorientierten Forschung mit einer Laufzeit von 2 Jahren gefördert. Auf seiner letzten Sitzung Anfang Juli 2009 hat der deutsch-ägyptische Steuerungsausschuss mit Vorbereitungen zu einer weiteren gemeinsamen Ausschreibung Anfang des kommenden Jahres begonnen.

Die verstärkte Einbeziehung von Firmen (vorwiegend KMU) auf beiden Seiten in die bilateralen Forschungsprojekte sowie die Möglichkeit gemeinsamer EU-Projekte z.B. im Mittelmeerländerprogramm soll als ein weiteres Ziel für die zukünftige Ausrichtung der WTZ mit Ägypten festgehalten werden.

Dokumente

Ansprechpartner

  • Susanne Ruppert-Elias

    • Fachliche Ansprechpartnerin: Ägypten, Jordanien, Sonstige Arabische Staaten der Nahostregion
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