Die deutsch-israelische Wissenschaftskooperation war Wegbereiter der diplomatischen Beziehungen. Heute existiert ein umfassendes Netzwerk gemeinsamer Aktivitäten auf bilateraler Ebene ebenso wie im Rahmen der Forschungsprogramme der EU, denen Israel seit 1996 angehört. Israel investiert viel in seine Forschung. Diese Bemühungen und die Immigrationswellen von russischen Wissenschaftlern in den 90er Jahren haben dazu geführt, dass dieses Land - gemessen an seiner Bevölkerungszahl - weltweit über die höchste Wissenschaftler- und Ingenieurdichte verfügt.
| Fördermöglichkeiten für Israel |
Eckpfeiler der Zusammenarbeit sind die Minerva-Stiftung, die interministerielle Forschungskooperation zwischen BMBF, BMU, den israelischen Ministerien für Wissenschaft und Technologie (MOST) und für Industrie, Handel und Arbeit (MOITAL), die Deutsch-Israelische Stiftung für wissenschaftliche Forschung und Entwicklung (GIF) und die Deutsch-Israelische Projektkooperation (DIP). Neuestes Kooperationsprogramm ist der im Dezember 2009 gegründete Stiftungsfonds Martin-Buber-Gesellschaft.
Die Minerva-Stiftung Gesellschaft für die Forschung mbH besteht seit mehr als 40 Jahren und markierte den Beginn der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Israel. Seit 1973 hat die interministerielle Kooperation Forschungseinrichtungen beider Länder in mehr als 600 Projekten im Rahmen von Fachprogrammen des BMBF, des MOST und des MOITAL gefördert. Weiteres Kernstück der Zusammenarbeit ist die 1986 gegründete Deutsch-Israelische Stiftung für wissenschaftliche Forschung und Entwicklung (GIF). Im Rahmen der Deutsch-Israelischen Projektkooperation (DIP) unterstützt BMBF seit 1997 disziplinübergreifende größere deutsch-israelische Projekte. Seit 2008 wird DIP durch die DFG betreut.
Auch um den Friedensprozess im Nahen Osten zu fördern, beteiligt sich BMBF an multilateralen Kooperationsprojekten mit Israel und seinen arabischen Nachbarn, vorwiegend in den Bereichen Meeresforschung und Umwelt- und Wassertechnologien.
Die drei Programme der Minerva-Stiftung fördern über Minerva-Forschungzentren an israelischen Universitäten und Forschungseinrichtungen, Stipendien für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sowie Projekte am Weizmann-Institute of Science in Rehovot, die Zusammenarbeit mit Deutschland. Seit 2008 vergibt die Minerva Stiftung den ARCHES Preis, mit dem jährlich 2 deutsch/israelische Wissenschaftlerteams für gemeinsame Forschungsprojekte geehrt werden.
Bei der interministeriellen Kooperation liegen heute die Schwerpunkte in naturwissenschaftlichen-technischen Bereichen wie in den Meeres- und Geowissenschaften, der Biotechnologie, der Umweltforschung, der Material- und Nanoforschung, den Optischen Technologien, der Informations- und Kommunikationstechnologie, den Neurowissenschaften, der Krebsforschung sowie den Wassertechnologien. Die Förderung deutsch-israelischer Verbundprojekte von Wissenschaft und Wirtschaft setzt seit einigen Jahren einen Akzent auf anwendungsorientierte industrienahe Forschung. 2006 wurde die Palette durch ein erstes Verbundprojekt in den Sozialwissenschaften zum Thema Migration erweitert.
GIF fördert Spitzenforschung in praktisch sämtlichen Wissenschaftsdisziplinen mit jährlich wechselnden Prioritäten. Darüber hinaus hat sie 2000 ein Sonderprogramm für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler (Young Scientists Program) ins Leben gerufen. 2005 bis 2007 wurde durch BMBF und MOST eine schrittweise Aufstockung des Stiftungskapitals von GIF um insgesamt 50 Mio. EUR auf 211 Mio. EUR bis 2007 durchgeführt.
DIP richtet sich in erster Linie an Wissenschaftlerteams, die gemeinsam in innovativen Bereichen zusammenarbeiten. Schwerpunkte liegen in der Physik, den Lebenswissenschaften und der Chemie.
Das Deutsch-Israelische Programm zur Zusammenarbeit in der Berufsbildung hat die Weiterentwicklung der Berufsbildung in beiden Ländern zum Ziel. Seit fast 40 Jahren ermöglicht das Programm Berufsbildungsexperten aus beiden Ländern, Erfahrungen auszutauschen sowie innovative Ansätze auszuarbeiten und in der Praxis zu erproben. Gemeinsam entwickelte Lehrmaterialien für die Ausbildung u.a. in der Kfz- und IT-Branche sowie in der Mikrosystemtechnik finden in beiden Ländern Anwendung. Damit gelingt es, in der Berufsbildung auf neue technologische, wirtschaftliche und demografische Herausforderungen zu reagieren. Die Ergebnisplattform des Programms macht die Produkte der Kooperation unter www.inwent.org/israel zugänglich.
Das BMBF unterstützt die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Israel durch insgesamt vier Kooperationsprogramme mit unterschiedlichen Zielrichtungen. Im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit deutscher und israelischer Ministerien werden die verschiedensten Fachbereiche, von der Biotechnologie bis hin zu den Sozialwissenschaften gefördert. Darüber hinaus sind eine Reihe von staatlich geförderten Organisationen aber auch private Stifungen an der Förderung der Zusammenarbeit mit Israel aktiv beteiligt. Das Internationale Büro berät Interessierte zu den verschiedenen Fördermöglichkeiten und vermittelt Ansprechpartner zu den jeweiligen Programmen.
Neben den Kooperationsprogrammen des BMBF sind eine Reihe durch BMBF und andere staatliche Stellen geförderten Organisationen, wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), aber auch private Stiftungen, vor allem die VW-Stiftung, die Thyssen -Stiftung und die Krupp-Stiftung, an der Förderung der Zusammenarbeit beteiligt. Die deutsche Seite unterstützte die Zusammenarbeit mit den israelischen Forschungseinrichtungen in den letzten 40 Jahren mit ca. 550 Mio. EUR, die gemeinsame Deutsch-Israelische Stiftung nicht mitgerechnet. Der Bund hat dabei im Wesentlichen über das BMBF und seine Vorläufer rund 380 Mio. EUR bereitgestellt, über 170 Mio. EUR kamen von deutschen Stiftungen und zahlreichen privaten Spendern, hiervon allein ca. 30 Mio. EUR von der VW-Stiftung.
2008
Das Jahr 2008 wurde von der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan, und dem israelischen Minister für Wissenschaft und Technologie, Galeb Majadle, zum "Deutsch-Israelischen Jahr der Wissenschaft und Technologie" erklärt und am 8. April in Berlin feierlich eröffnet. Das Jahr sollte die Vielfalt und Exzellenz der bilateralen Wissenschaftskooperation sichtbar machen und dem Forschungsstandort Deutschland in Israel eine Öffentlichkeit geben. Das besondere Augenmerk lag dabei auf der Zusammenarbeit von Nachwuchswissenschaftlern beider Länder. Das Wissenschaftsjahr hat der anwendungsorientierten Forschungs- und Entwicklungskooperationen neue Impulse gegeben und die Geistes- und Sozialwissenschaften gestärkt. Ein Meilenstein auf diesem Weg war die Errichtung eines Minerva-Zentrums für Geistes- und Sozialwissenschaften Ende 2008. Weitere inhaltliche Schwerpunkte des Jahres waren Medizinwissenschaften, Sicherheits- und Umweltforschung.
2007
Die Aufstockung des GIF-Kapitals um 50 Mio EUR auf nunmehr insgesamt 211 Mio. EUR - getragen zu gleichen Teilen durch BMBF und MOST - wurde 2007 abgeschlossen. Dass dies trotz der äußerst schwierigen Haushaltslage Israels gelang, zeigt einmal mehr die hohe Bedeutung der deutsch-israelischen Forschungskooperation. Die GIF wird hierdurch neue und deutliche Impulse in die Kooperationsförderung beider Länder setzen können.
2006
Im Juni 2006 besuchte Bundesministerin Dr. Annette Schavan Israel. Dabei traf sie sich u.a. mit den israelischen Ministern für Wissenschaft und Forschung sowie für Industrie und stattete einigen der wichtigsten israelischen Universitäten und dem Weizmann-Institut einen Besuch ab. Anlässlich dieser Reise wurde die dritte Phase der erfolgreichen industriellen F&E-Kooperation in der Biotechnologie ausgeschrieben (BIO-DISC, Projektvolumen bei zur Zeit 27 Mio. EUR). Eine neue Kooperation "Migration und soziale Integration" wurde aus der Taufe gehoben. Zudem zeichnete die Ministerin auch drei Gewinner des israelischen "Young Scientists" Wettbewerbs aus, der vergleichbar ist mit dem "Jugend forscht" Wettbewerb in Deutschland. Vergeben wurde der deutsche Sonderpreis, mit dem eine Einladung für drei Wochen nach Deutschland verbunden ist. Gastgeber der drei jungen Preisträger ist in diesem Jahr die Universität Göttingen. Last but not least wurde die Zusammenarbeit in der Wassertechnologie deutlich intensiviert. Ein erfreuliches Ergebnis der großen wissenschaftlichen Konferenz "Water is Life" (siehe unten) anlässlich der Würdigung von 40 Jahre diplomatische Beziehun¬gen zwischen Deutschland und Israel zum Thema Wasser war die Verdreifachung der Bewerbungen für Nachwuchsstipendien. Die Ministerreise wurde daher zum Anlass genommen, das Austauschprogramm für Nachwuchswissenschaftler/innen aus dem Bereich Wassertechnologie aufzustocken.
Mit einem deutsch-israelischen Symposion zur Krebsforschung (19.-20.3.06) im Weizmann Institute of Science in Rehovot und in der Tel Aviv University haben das Israel Ministry of Science and Technology (MOST) und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg das 30-jährige Bestehen des Kooperationsprogramms in der Krebsforschung gefeiert.
2005
Anlässlich des 40jährigen Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel bereitete das Internationale Büro des BMBF (IB) zusammen mit MOST ein wissenschaftliches Symposium zum Thema "Water is Life" vor, das am 7. und 8. Dezember 2005 in Jerusalem statt fand. BMBF-Staatssekretär Prof. Dr. Frieder Meyer-Krahmer und MOST Director General David Leffler konnten knapp 100 deutsche und 200 israelische WissenschaftlerInnen und VerterInnen der verschiedenen Förderorganisationen begrüßen. In dem zwei Tage dauernden Symposium wurden nicht nur die Geschichte der Forschungszusammenarbeit und ihre Errungenschaften am Beispiel der Kooperation auf dem Gebiet Wasser, sondern vor allem aktuelle Schwerpunkte und Perspektiven beleuchtet. Eine begleitende Posterausstellung vermittelt einen Querschnitt über die Ergebnisse in den zahlreichen anderen Kooperationsgebiete und über die beteiligten Forschungsorganisationen und rundet so das Bild der langjährigen Wissenschaftskooperation zwischen Deutschland und Israel ab.
Impulse von dieser Konferenz haben BMBF ermutigt, das neue grenzüberschreitende Vorhaben "Integrated Water Resources Management - SMART" mit Partnern aus Israel, Palästina und Jordanien zu beginnen, für das Forschungsmittel im Umfang von fast 10 Mio. EUR bereitgestellt werden.
Anlässlich des Jubiläums wurde die Israel-Broschüre aktualisiert und im Dezember 2005 in Jerusalem auf dem Symposium durch ST Meyer-Krahmer der Öffentlichkeit übergeben.
2004
Aaron Ciechanover von der medizinischen Fakultät des Technions in Haifa erhielt 2004 den Nobelpreis für Chemie für ein Forschungsthema, das von 1999 bis 2003 auch von DIP gefördert wurde. Gemeinsam mit Avraham Hershko, seinem israelischen Doktorvater, und dem amerikanischen Wissenschaftler Irvin Rose entdeckte er den durch Ubiquitin vermittelten zellulären Proteinabbau, einen Vorgang, der von großer Bedeutung unter anderem für den Schutz vor Tumoren im Rahmen der Krebsforschung ist. Dies war der erste Nobelpreis in den Wissenschaften, der an israelische Forscher vergeben wurde.
Diese Forschung wurde zuvor bereits in mehreren deutsch-israelischen Kooperationsprojekten vorbereitet: So förderten GIF, die Volkswagenstiftung sowie die interministerielle Kooperation zwischen BMBF und MOST insgesamt vier Projekte.
[PDF - 2,36 MB]

Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie, Bildung und Forschung (URL: http://www.internationales-buero.de/_media/Deutschland_-_Israel_D_final_BF.pdf)
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(URL: http://www.internationales-buero.de/de/3829.php?country=Istrael)
(URL: http://www.internationales-buero.de/de/2716.php)
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Anlass ist der 40. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel (URL: http://www.cogeril.de/7.htm)
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Regierungs- und Ressortabkommen, Länderberichte und -studien, Publikationen, ITB Info-Service (URL: http://www.kooperation-international.de/israel/themes/international/dokumente)
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