Mongolei

Im April 2002 besuchte der mongolische Premierminister, S.E. Herr Nambaryn Enkhbayar die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Frau Edelgard Bulmahn. Der Staatssekretär im BMBF, Dr. Dudenhausen stattete der Mongolei einen Gegenbesuch im Juli 2003 ab.
Allgemeine Aktivitäten und Entwicklungen |  Fachliche Schwerpunkte 
   

Allgemeine Aktivitäten und Entwicklungen


Die zwischen beiden Ländern bestehenden zehn Hochschulpartnerschaften tragen wesentlich dazu bei, die engen Beziehungen zwischen beiden Ländern fortzusetzen. Daher haben auch die Zahlen mongolischer Studenten in der Bundesrepublik Deutschland erfreulich zugenommen. Die Zahl der mongolischen Studierenden und Graduierten an deutschen Hochschulen beträgt derzeit 1218, davon Bildungsausländer 1162 (WS 2002). Nach mongolischen Angaben haben seit 1920 mehr als 30.000 Mongolen in Deutschland studiert.

Zukünftig wird der Kontaktpflege zu Deutschland-Alumni in der Mongolei mehr Bedeutung beigemessen werden. Die Einrichtung einer internetgestützten Deutsch-Mongolischen Alumni-Kontaktstelle DMAKS bei der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft e.V. wurde begonnen, um ein Netzwerk zwischen deutschen und mongolischen Wissenschaftlern und anderen in Deutschland ausgebildeten Mongolen aufzubauen. Weitergehende Informationen über die Zusammenarbeit mit der Mongolei in Bildung und Forschung finden Sie unter www.internationale-kooperation.de

Neben dem DAAD und der DFG ist als ein weiterer wichtiger Akteur in der bilateralen wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit mit der Mongolei auf der Länderebene das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst zu nennen.
   
 
Fachliche Schwerpunkte
  
Die fachlichen Schwerpunkte des Internationalen Büros (IB) des BMBF in der WTZ mit der Mongolei liegen im Bereich

Schutz natürlicher Ressourcen einschließlich Umweltschutz/Umwelttechnologien
  
Neben dem akademischen Austausch konnte im Jahr 2003 die Zusammenarbeit in der wissenschaftlichen Forschung und technologischen Entwicklung erweitert werden. Von besonderer, auch wirtschaftlicher Bedeutung vor allem für einen der wichtigsten Exportartikel der Mongolei ist das Projekt zu Entwicklung eines Kaschmirqualitätssiegels, um für die Zukunft einen einheitlichen Qualitätsstandard sicherzustellen. Grundlage dieses Projektes ist eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Mongolian Textile Institute (Mongolian University of Science and Technology) und dem Deutschen Wollforschungsinstitut (RWTH Aachen). An der Finanzierung des Projektes ist nicht nur das BMBF, sondern auf beiden Seiten sind auch Industriefirmen beteiligt ("2+2 Projekt").


Nach erfolgreicher Anbahnung durch das Internationale Büro des BMBF untersucht seit September 2002 das Institut für Gewässerforschung und Gewässerschutz an der Universität Kassel mit BMBF-Förderung die Einflüsse des Goldminen-Tagebaus auf Fließgewässer-Ökosysteme im Nord-Osten der Mongolei. Ziel ist die Erarbeitung von Grundlagen für ein ökologisches Monitoring und Managementstrategien.

Für die deutsche Wissenschaft ist die "unberührte" Natur in vielen Teilen der Mongolei von besonderem Interesse. Daher betreibt die Universität Göttingen- Zentrum für Naturschutz in Zusammenarbeit mit der Mongolian National University mit Unterstützung durch das BMBF seit 1998 im Chentij-Gebirge am Rande eines Naturschutzgebietes in den Sommermonaten eine Station zur ökologischen Feldforschung. Wissenschaftler und Doktoranden haben in diesem von anthropogenen Einflüssen weitgehend ungestörten ökologischen System die Möglichkeit, die Biodiversität dieser Region zu erforschen. Das besondere wissenschaftliche Engagement von deutscher Seite durch den Leiter der Forschungskooperation, Prof. Mühlenberg wurde im Oktober 2002 durch die Verleihung der Ehrenprofessur der Nationaluniversität der Mongolei gewürdigt. 


Gesundheitsforschung
  
Ein gemeinsames Interesse an der Erforschung von Leukämieerkrankungen bei Kindern führte mit IB-Unterstützung zu einem bilateralen Forschungsvorhaben durch das Universitätsklinikum Tübingen und das "Maternal and Child Medical Research Center of Mongolia (MCMRC)". Im Rahmen dieser Kooperation wird ferner eine mongolische Kinderärztin, die aus Deutschland in die Mongolei zurückgekehrt ist durch das deutsche Centrum für Internationale Migration (CIM) und einen speziellen Förderverein des Universitätsklinikums Tübingen unterstützt.


Das Pharmazeutische Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn beendete im Dezember 2003 ein erfolgreiches bilaterales Forschungsvorhaben mit dem "Institute of Chemistry and Chemical Technology" der Mongolischen Akademie der Wissenschaft im Bereich der für Mensch und Nutztiere toxischen Alkaloide von Heil- und Futterpflanzen (Pyrrolizidinalkaloide) der Mongolei. 
 
Archäologie
  
Für die deutsche archäologische Wissenschaft ist die Mitwirkung an den Ausgrabungen der alten mongolischen Hauptstadt Karakorum eine besondere Herausforderung. Dieses Projekt, das unter der Schirmherrschaft des mongolischen und deutschen Staatspräsidenten steht, wird in Kooperation von der Mongolischen Akademie der Wissenschaften mit dem vom Auswärtigen Amt geförderten Deutschen Archäologischen Institut und dem Institut für Vor- und Frühgeschichte der Universität Bonn durchgeführt. Im Anschluss an die bisherige Förderung der Ausgrabungen durch das Auswärtige Amt werden die weiteren Forschungsarbeiten von 2002-2005 durch das Internationale Büro des BMBF unterstützt. Eine große Mongolei-Ausstellung " Dschingis Khan und seine Erben" mit Exponaten aus diesen Ausgrabungen wird im Jahr 2005 in der Bundeskunsthalle Bonn und später in München zu sehen sein. 
 

Ansprechpartner

  • Dr. Frank Stiller

    • Fachlicher Ansprechpartner: China (Forschung), Mongolei
    • Heinrich-Konen-Str. 1
    • 53227 Bonn
    • Telefonnummer: +49 228 3821-408
    • Faxnummer: +49 228 3821-444
    • E-Mail-Adresse: frank.stiller@dlr.de