
Innerhalb der EU ist Deutschland Chinas wichtigster Handelspartner. China treibt den Ausbau seines Forschungspotenzials kontinuierlich voran, insbesondere mittels stark steigender FuE-Ausgaben und paralleler Ausbildung von FuE-Personal. Chinesische Wissenschaftler und Forschungseinrichtungen haben in vielen Bereichen zum Niveau westlicher Industrieländer aufgeschlossen oder werden dies in naher Zukunft erreichen. Angesichts der gestiegenen Bedeutung Chinas für Wissenschaft und Bildung hat Bundesministerin Schavan zusammen mit ihren chinesischen Amtskollegen das "Deutsch-Chinesische Jahr der Wissenschaft und Bildung 2009/2010" initiiert.
| Fördermöglichkeiten für China |
Darüber hinaus fördert das Internationale Büro (IB) des BMBF auch Maßnahmen in anderen naturwissenschaftlichen Bereichen (z.B. Gesundheitsforschung, Biodiversitätsforschung, Ingenieurwissenschaften oder physikalische und chemische Technologien) sowie in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften.
Die bildungspolitische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China ist in vielen Bereichen anders strukturiert als die forschungspolitische Zusammenarbeit. So gibt es z.B. kein dem WTZ-Abkommen vergleichbares Vertragswerk, auf das sich die Kooperation stützt. Hinzu kommt, dass die Vielzahl der Akteure im Bildungsbereich und die Verteilung der Kompetenzen dem BMBF nur einen vergleichsweise geringen Aktionsspielraum ermöglichen. In den 1980er und 1990er Jahren wurde die Bildungskooperation vor allem von den nachgeordneten Organisationen (insbesondere DAAD) und von anderen Wissenschafts- und Forschungsorganisationen (insbesondere AvH, DFG, MPG etc.) betrieben. Darüber hinaus unterhalten eine Vielzahl deutscher Universitäten schon seit den 1970er Jahren Austauschbeziehungen mit chinesischen Partneruniversitäten, ohne dass diese vom BMBF finanziell oder organisatorisch unterstützt werden. Inzwischen gibt es über 500 deutsch-chinesische Hochschulpartnerschaften.
Seit dem Jahr 2004 wird die hochschulpolitische Zusammenarbeit zwischen dem BMBF und dem chinesischen Bildungsministerium (MoE) in Bildungspolitischen Strategiegesprächen definiert. Diese bieten neben der Diskussion laufender Projekte und Projektvorschläge die Gelegenheit zu intensiveren fachlichen Diskussionen, die maßgeblich in die Kooperationsplanung eingehen. Strategisches Ziel der Kooperation zwischen BMBF und MoE ist die Entwicklung gemeinsamer Studiengänge bis hin zur Entwicklung gemeinsamer Bildungsstandards. Die zwischen BMBF und MoE vereinbarten und über Anschubfinanzierungen unterstützten Projekte beschränken sich auf Modellvorhaben. Die hier gewonnenen Erkenntnisse sollen der Weiterentwicklung der Hochschulkooperation dienen.
Die Kooperation mit China wird vor Ort durch den Wissenschaftsreferenten an der Deutschen Botschaft in Beijing unterstützt. Die DFG unterhält mit ihrem Partner, der National Natural Science Foundation of China (NSFC), seit Oktober 2000 in Beijing ein Zentrum für Wissenschaftsförderung. FhG und HGF sind mit Representative bzw. Liaison Office in Beijing vertreten, der DAAD seit 1994 mit einer Außenstelle sowie Informationszentren in Guangzhou, Shanghai und Hongkong.
Die Förderschwerpunkte des IB liegen in der Anbahnung von FuE-Projekten und Bildungskooperationen sowie der Finanzierung der Mobilität der Wissenschaftler. Durch Mobilitätsförderung sollen sowohl bestehende Kooperationen ausgebaut als auch neue Kontakte geknüpft bzw. neue Kooperationen initiiert werden. Ziel ist die Anbahnung intensiver und langfristiger Kooperationen. Gefördert werden der Austausch von Experten und besonders qualifizierten Nachwuchswissenschaftlern, Workshops, "fact finding"-Reisen und kleinere Projekte, die nach erfolgreicher Anschubphase in größere Vorhaben münden sollen, die dann im Rahmen der BMBF-Fachprogramme oder von anderen Förderorganisationen wie beispielsweise DFG oder EU unterstützt werden. Zuweilen ergeben sich aus den Anschubfinanzierungen des IB auch Projekte, die sich ausschließlich durch Industriemittel finanzieren.
Als Sonderprojekt wird der Aufbau eines deutsch-chinesischen Masterprogramms in den Meereswissenschaften gefördert. Auf deutscher Seite sind die Universitäten in Bremen und Kiel sowie die Leibniz-Zentren für Marine Tropenökologie (ZMT) in Bremen und für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel beteiligt, Partner in China ist die Ocean University of China (OUC) in Qingdao. Die Koordination liegt in Bremen beim ZMT, in Kiel beim IFM-GEOMAR und in Qingdao beim International Office der OUC. Gefördert wird dieses Vorhaben seit 2004 auf deutscher Seite vom BMBF und auf chinesischer Seite vom Ministry of Education (MoE). Die bisherigen Aktivitäten umfassen ein bilaterales englischsprachiges Masterprogramm mit der Option eines Doppelabschlusses, jährliche Sommerschulen für graduierte Studierende beider Länder, gemeinsame Doktorandenausbildung und den Austausch von Gastwissenschaftlern. Für Mai 2010 ist die Eröffnung eines neuen "Zentrums für die Deutsch-Chinesische Kooperation in den Meereswissenschaften" an der Ocean University of China (OUC) in Qingdao geplant, unter dessen Dach künftig die genannten Aktivitäten gebündelt und durch eine Zusammenarbeit auf Forschungsebene ergänzt werden sollen.
Am 30. März 2009 hat mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung in Berlin unter Beteiligung von Ministerin Prof. Dr. Schavan, dem chinesischen Forschungsminister Herrn Prof. Dr. WAN Gang und der chinesischen Bildungsvizeministerin CHEN Xiaoya das "Deutsch-Chinesische Jahr der Wissenschaft und Bildung 2009/2010" begonnen. Es wird seinen Abschluss voraussichtlich im Rahmen der Expo 2010 in Shanghai finden.
Das Deutsch-Chinesische Jahr soll Impulse für die Kooperation zwischen Deutschland und China in Bildung und Wissenschaft erzeugen. Dabei sind das chinesische Forschungs- und das chinesische Bildungsministerium gleichberechtigte und gleich bedeutende Partner. Als Motto des Jahres wurde deshalb der Slogan gewählt: "Zusammen auf dem Weg des Wissens".
Im Rahmen des Deutsch-Chinesischen Jahrs der Wissenschaft und Bildung ist eine Vielzahl von Veranstaltungen bereits durchgeführt worden oder noch geplant. In Deutschland hat beispielsweise das Nobelpreisträgertreffen in Lindau mit Beteiligung chinesischer Gäste stattgefunden, es wird deutsch-chinesische Bildungswochen geben, es werden Alumni-Treffen veranstaltet, und Chinesische Delegationen reisen durch Deutschland und treffen mit Vertretern aus Wissenschaft, Bildung und Industrie zusammen.
In China wurden unter Beteiligung des BMBF und weiterer Wissenschafts- und Mittlerorganisationen im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Deutschland und China - Gemeinsam in Bewegung" in Shenyang (Juni 2009) und Wuhan (Oktober 2009) Ausstellungen und Veranstaltungen organisiert. Daneben sind strukturelle Maßnahmen zur Verbesserung der deutsch-chinesischen Kooperation geplant. So ist z. B. an einen gezielten Ausbau von deutsch-chinesischen Studiengängen mit Doppelabschlüssen in speziell ausgewählten Themenbereichen gedacht.
Gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte werden durchgeführt, mit denen auch eine bessere Vernetzung der innovativen KMU beider Länder erreicht werden soll. Darüber hinaus soll das Jahr auch dazu dienen, China in der Forschung und Entwicklung noch stärker in die Gemeinschaft der G8/O5-Staaten und eine internationale Forschungsagenda einzubinden.
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(URL: http://www.internationales-buero.de/_media/Forschungslandschaft_Provinz_Hubei.pdf)
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(URL: http://www.internationales-buero.de/_media/IB-Praesentation-RWTH-Aachen.pdf)
(URL: http://www.internationales-buero.de/de/1448.php?country=China)
(URL: http://www.internationales-buero.de/de/2716.php)
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