Ukraine

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Ukraine in Wissenschaft, Technologie und Innovation sowie im Bildungsbereich besitzt eine langjährige Tradition. Die Ukraine ist nach Russland der wichtigste Partner aus den Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). Die Kooperation gewinnt zusätzliche Bedeutung durch die herausgehobene Rolle der Ukraine im Rahmen der Nachbarschaftspolitik der Europäischen Union.
 
 Fördermöglichkeiten für die Ukraine

 

Politischer Rahmen für die bilaterale Zusammenarbeit in Forschung und Bildung

Grundlage der Zusammenarbeit ist - neben dem 1987 in Kraft getretenen Regierungsabkommen über wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der UdSSR - die 1993 unterzeichnete "Gemeinsame Erklärung des Bundesministeriums für Forschung und Technologie der Bundesrepublik Deutschland und des Staatskomitees für Wissenschaft und Technologie der Ukraine über wissenschaftlich-technische Beziehungen". Das BMBF-Partnerministerium in Kiew ist das Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine. Die 7. Tagung (seit 1997) der gemeinsamen deutsch-ukrainischen wissenschaftlichen Arbeitsgruppe fand im Februar 2008 in Bonn statt.

Schwerpunkte der deutsch-ukrainischen Kooperation

Die zentralen Schwerpunkte in der Kooperation liegen in den Bereichen

  • Nanophysik/Nanotechnologie einschl. Nanobiotechnologie,
  • Gesundheitsforschung einschließlich Medizintechnik
  • physikalische und chemische Technologien,
  • Umwelt und Nachhaltigkeit.

Kooperationspartner auf deutscher Seite sind traditionell Universitäten und Einrichtungen der HGF, MPG, WGL und der Fraunhofer-Gesellschaft; ukrainische Partner sind vor allem die Institute der Nationalen Akademie der Wissenschaften und die Hochschulen. Auf beiden Seiten wächst außerdem der Anteil von beteiligten Unternehmen.

In den Bereichen Nanophysik und Nanotechnologie wurden die Beziehungen außer in Kooperationsprojekten (Forschungsthemen von nanostrukturierten Feldemissionskathoden bis zu organisch-anorganischen Nanokompositen) in bilateralen Workshops und Expertentreffen vertieft.

Im Bereich Gesundheitsforschung befasst sich die Zusammenarbeit u. a. mit Neurowissenschaften und Telemedizin.

In der Meeresforschung bietet das Schwarze Meer einzigartige Möglichkeiten für die Erforschung z. B. von Gashydraten und Paläoklima.

Höhepunkte der bilateralen Zusammenarbeit

Aus Anlass des 15. Jahrestags der Unterzeichnung der o. g. Gemeinsamen Erklärung von 1993 fand Anfang September 2008 eine Festveranstaltung in der deutschen Botschaft in Kiew mit Vertretern des ukrainischen und des deutschen Ministeriums sowie von Förder-, Forschungs- und Mittlerorganisationen beider Länder statt. Ein wissenschaftlicher Workshop am Vortag befasste sich mit Erfahrungen und Perspektiven der Zusammenarbeit zwischen dem Forschungszentrum Jülich und ukrainischen Einrichtungen:

Die Zusammenarbeit in der Nanotechnologie wurde zuletzt durch einen bilateralen Stand auf Kongress und Ausstellung "NanoBio-Europe 2007" in Münster im Juni 2007 und durch ein deutsch-ukrainisches Symposium zu Nanowissenschaften und Nanotechnologie im September 2008 in Essen intensiviert. Beide Aktivitäten wurden durch das Internationale Büro des BMBF gefördert.

In der ersten Jahreshälfte 2007 fand eine Forschungsreise des deutschen FS METEOR ins Schwarze Meer zum Thema "Biogeochemie, Fluide, Gashydrate und Paläoklima des Schwarzen Meers" statt, im März 2008 eine Forschungsreise des deutschen FS POSEIDON zum Zustand des Ökosystems im Donaudelta.

Förderung der Zusammenarbeit mit der Ukraine

Im Auftrag des BMBF bietet das Internationale Büro deutschen Hochschulen, außeruniversitären Einrichtungen sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen schwerpunktmäßig in Wissenschaft und Forschung Zuschüsse vor allem zu Sondierungsmaßnahmen und zur Vorbereitung von bilateralen Projekten. Die ukrainischen Partner werden dabei üblicherweise durch das Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine durch analoge Maßnahmen unterstützt. Seit 1993 wurden insgesamt mehr als 200 derartige Maßnahmen durch das Internationale Büro bezuschusst.

Seit 2009 unterstützt das BMBF einen Kooperationsberater "Forschung und Technologie" in der Ukraine mit Büro in Kiew. Seine zentrale Aufgabe ist die Hilfestellung für deutsche KMU bei der Anbahnung, Entwicklung und Realisierung von Forschungskooperationen mit ukrainischen Partnern. Darüber hinaus organisiert er den themenbezogenen Erfahrungsaustausch und Präsentationen über Forschungskapazitäten und -schwerpunkte sowie Umsetzungsvorhaben, bereitet Angebote für FuE-Kooperationen auf und begleitet und betreut deutsche Beteiligte an vom BMBF geförderten FuE-Projekten mit ukrainischen Partnern. Wesentlicher Bestandteil seiner Arbeit ist nicht zuletzt auch die Unterstützung der Aktivitäten von BMBF und IB mit Bezug auf und in der Ukraine.

Besondere Aktivitäten

Die "Tage der deutschen Wissenschaft und Forschung in der Ukraine 2009" (http://www.de-wiss-ua.diplo.de/) bündeln als Plattform der deutschen Botschaft in Kiew und des Auswärtigen Amts - als Beitrag zur Werbung für den Forschungs- und Bildungsstandort Deutschland im Rahmen der Umsetzung der Internationalisierungsstrategie der Bundesregierung - alle Veranstaltungen im Jahr 2009 mit Bezug zur bilateralen Forschungs- und Wissenschaftskooperation. Die Eröffnung durch den Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Anwesenheit des ukrainischen Vizeministers für Bildung und Wissenschaft fand am 15. Mai 2009 im Rahmen eines DAAD-Informationsseminars zur deutschen Forschungslandschaft für Graduierte, Doktoranden und junge Wissenschaftler statt. Das BMBF und das Internationale Büro beteiligen sich mit verschiedenen Beiträgen und Aktivitäten.

Dokumente

Ansprechpartner

  • Dr. Erich Rathske

    • Fachlicher Ansprechpartner: Ukraine, IWTZ / UWTZ
    • Heinrich-Konen-Str. 1
    • 53227 Bonn
    • Telefonnummer: +49 228 3821-464
    • Faxnummer: +49 228 3821-400
    • E-Mail-Adresse: erich.rathske@dlr.de