Tschechische Republik

Die Tschechische Republik ist ein wichtiger Partner Deutschlands in der internationalen Zusammenarbeit in Bildung und Forschung. Dies gilt sowohl für die bilaterale Kooperation als auch für gemeinsame Aktivitäten innerhalb des europäischen Forschungsraumes. In der Kooperation mit der Tschechischen Republik spielen Informations- und Kommunikationstechnologien, Umweltforschung und Lebenswissenschaften eine wichtige Rolle.

Fördermöglichkeiten für die Tschechische Republik

Politischer Rahmen der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit

Grundlage der bilateralen Kooperation ist das Abkommen über die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit vom 2. November 1990, das ursprünglich zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik geschlossen wurde. Seit dem 30. September 1999 existiert zudem ein bilaterales Abkommen über die kulturelle Zusammenarbeit. Darüber hinaus gibt es seit dem 23. November 2007 ein Abkommen zwischen beiden Regierungen über die gegenseitige Anerkennung der Gleichwertigkeit von Bildungsnachweisen im Hochschulbereich.

 

Grundsätzliches strategisches Ziel der Forschungspolitik der tschechischen Regierung ist es, die akademische Forschungslandschaft stärker mit der Industrie und internationalen Partnern zu vernetzen und dadurch Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Thematische Prioritäten der nationalen Forschungsprogramme sind: Nachhaltige Entwicklung, Molekularbiologie, Energieforschung, Materialforschung, Informationsgesellschaft, Sicherheitsforschung, Maschinenbau und Sozialwissenschaften. Die Nationale Innovationspolitik 2005-2010 verknüpft Forschung und Entwicklung (FuE) mit der Umsetzung dieser Ergebnisse in neuen Produkten, Technologien und Dienstleistungen. Das System von Forschung, Entwicklung und Innovation in der Tschechischen Republik wird gegenwärtig umfassend evaluiert und reformiert.

 

Mit einem FuE-Anteil von 1,53% (2009, Quelle: OECD) am Bruttoinlandprodukt (BIP) zählt die Tschechische Republik mit Slowenien und Estland zu den EU-Beitrittsländern aus dem Jahr 2004 mit den höchsten FuE-Aufwendungen.

 

Die Tschechische Republik beteiligt sich aktiv am Aufbau des Europäischen Forschungsraums (EFR). Sie sieht darüber hinaus die Nutzung der EU-Strukturfonds als bedeutende Chance für das Land, um Forschung, Entwicklung und Innovation entscheidend voranzutreiben. Vom Juni 2011 bis Juli 2012 hat die Tschechische Republik den Vorsitz in der Visegrad Gruppe (Slowakische Republik, Ungarn, Polen und Tschechische Republik) inne.

 

Höhepunkte der deutsch-tschechischen Kooperation

Die Tschechische Republik war auf Ministerebene an der im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im Mai 2007 durchgeführten Konferenz "Nachbarschaft für Nachhaltigkeit - mit Forschung von Lissabon nach Leipzig L2L" vertreten. Hier wurde der Nachhaltigkeitsdialog angestoßen. Darauf basierend fand im April 2008 die "1st German-Czech Conference on Research for Sustainability" in Prag statt. An der Konferenz zur Forschung für Nachhaltigkeit (FONA) im September 2008 in Berlin beteiligte sich die Tschechische Republik ebenfalls. Der Dialog wurde am 05./06.10.2009 in Prag und am 27.10.2010 in Warschau fortgesetzt.

 

Im Dezember 2006 veranstalteten das BMBF und das tschechische Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MŠMT) im Rahmen der jährlich stattfindenden "Woche der Forschung, Entwicklung und Innovationen in der Tschechischen Republik" einen deutsch-tschechischen Workshop zum Thema "Innovation". Im Dezember 2008 beteiligte sich das BMBF zum zweiten Mal an der Woche der Innovation in Prag.

 

Die Botschaft, der Humboldt-Club der Tschechischen Republik und die Gelehrtengesellschaft der Tschechischen Republik veranstalteten im November 2011 eine Podiumsdiskussion zum Thema Exzellenz in Wissenschaft und Bildung in beiden Ländern.

Förderung der Zusammenarbeit mit der Tschechischen Republik

Das BMBF hat seit 2004 das Programm  "Internationale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung, Region Mittel-, Ost- und Südosteuropa" (Regionalausschreibung) aufgelegt, mit dem Projekte deutscher Wissenschaftler mit Partnern aus Mittel- und Osteuropa gefördert werden. Ziel der Maßnahmen ist eine gemeinsame Projektantragstellung in den Förderprogrammen des BMBF, im 7. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union oder im Programm EUROSTARS.

Bislang wurden im Rahmen der Regionalausschreibung 20 Maßnahmen mit der Beteiligung von tschechischen Institutionen gefördert.

Ein spezifisches Instrument der Regionalausschreibung zur Stärkung der institutionellen Forschungszusammenarbeit ist die Förderung „gemeinsamer Forschungsbasen“. Zurzeit unterstützt das BMBF den Aufbau eines „European Landscape Institutes (ELI)“, an dem von deutscher Seite federführend die Technische Universität Dresden beteiligt ist. Zielländer sind unter anderem die Tschechische Republik und die Slowakei.

 

Seit 2006 unterstützt das BMBF die "Umsetzung von Marketingmaßnahmen in der Zielregion Mittel-, Ost- und Südosteuropa für FuE-Netze und Forschungscluster“ im Rahmen der Initiative "Werbung für den Innovationsstandort Deutschland". In bisher fünf Bekanntmachungen förderte das BMBF insgesamt 14 Vorhaben mit der Tschechischen Republik als Zielland. Die Projekte reichen thematisch von der Fahrzeugindustrie über öffentliche Transportsysteme und den Maschinenbau bis hin zum Aufbau sozial-ökologischer Netzwerke.

Ebenfalls eingebettet in die Maßnahmen zur Werbung für den Innovationsstandort Deutschland nahm das BMBF 2009 an zwei Messen in Brünn teil: im Mai an der Internationalen Messe für Wasserwirtschaft und Ökologie (WATENVI) und im September an der Internationalen Maschinenbaumesse (MSV).

Im Oktober 2011 war das BMBF erstmals mit einem Gemeinschaftsstand auf der Maschinenbaumesse MSV vertreten und präsentierte zehn deutsche Forschungseinrichtungen, Hochschulen, FuE-Netzwerke sowie Förderorganisationen.

Die Projekte in den BMBF-Fachprogrammen mit Beteiligung Deutschlands und der Tschechischen Republik sind überwiegend multilateral. Thematische Schwerpunkte dieser Projekte liegen in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologien gefolgt von der Umweltforschung. Im Juli 2011 liefen sieben Projekte mit tschechischer Beteiligung, davon sechs multilaterale.

Ansprechpartner

  • Dr. Hans-Peter Niller

    • Gruppenleitung: Europäische Staaten; Fachlicher Ansprechpartner: BeNeLux, nordische Länder, Slowakei, Tschechien
    • Heinrich-Konen-Str. 1
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