Slowenien

Slowenien verfügt über ein gut ausgebildetes Forschungs- und Entwicklungssystem, das erfolgreich in internationale Kooperationen eingebettet ist. Die internationale Zusammenarbeit ist eine der Prioritäten der slowenischen Forschungs- und Bildungspolitik. Deutschland ist für Slowenien ein wichtiger Kooperationspartner. Die Kooperation beruht auf einer gemeinsamen Erklärung zur Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit aus dem Jahr 1993.

Fördermöglichkeiten für Slowenien 

 

Politischer Rahmen für die bilaterale Zusammenarbeit in Forschung und Bildung

Slowenien ist seit 2004 Mitglied der EU sowie der NATO. Im ersten Halbjahr 2008 hatte es als erstes der Beitrittsländer von 2004 die EU-Präsidentschaft inne. Die Stabilität der slowenischen Politik und Wirtschaft zeigt sich auch darin, dass das Land zum 01.01.2007 dem Euro-Währungsraum beitreten konnte.

Für die Forschungs- und Bildungspolitik sind seit den Wahlen 2004 zwei Ministerien zuständig: Das Ministerium für Erziehung und Sport und das Ministerium für Hochschulen, Wissenschaft und Technologie.

Hervorzuheben bei den slowenischen FuE-Aktivitäten sind der relativ hohe Anteil an Investitionen in FuE-Maßnahmen sowie die hohe Qualität der FuE-Aktivitäten in öffentlich finanzierten Instituten mit gut etablierter internationaler Kooperation.
Slowenien setzt Mittel der europäischen Strukturfonds mit dem Ziel der Stärkung des gesamten Unternehmenssektors durch die Schaffung eines innovativen Umfelds ein. Dies soll durch die Einrichtung von sogenannten Impulszentren mit Technologieparks, Inkubatoren und Exzellenz-Zentren erreicht werden.

Wichtige aktuelle strategische und politische Dokumente der slowenischen Forschungs- und Innovationspolitik sind die Slovenian Development Strategy 2006-2013 und das nationale FuE-Programm (National Research and Development Programme) 2006 bis 2010. Im Fokus stehen dabei insbesondere die nachfolgenden prioritären Bereiche: Informationstechnologien, Neue Materialien, Nanotechnologien, Technologien für die nachhaltige Entwicklung, Innovative Technologien und Lebenswissenschaften. Darüber hinaus hat Slowenien bereits im Oktober 2005 ein Reformprogramm zur Erreichung der Lissabon-Ziele (Reform Programme for Achieving the Lisbon Strategy Goals) vorgelegt, ein Zwischenbericht zur Umsetzung liegt seit Oktober 2006 vor. Ende 2008 wurde das Programm überarbeitet und an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst.

Wichtige Akteure in der slowenischen Forschungslandschaft sind die drei staatlichen Universitäten, die Universität in Ljubljana, die vorwiegend auf technische Wissenschaften ausgerichtete Universität in Maribor und die 2003 gegründete Universität Primorska mit Hauptsitz in Koper. Darüber hinaus existiert in Nova Gorica eine nicht staatliche Universität. Im Juni 2008 wurde im Rahmen der EU-Präsidentschaft in Portoroz die Euro-Mediterranean University eingeweiht.

Als wichtigste Forschungseinrichtung neben den (staatlichen) Universitäten gilt die Slowenische Akademie der Künste und der Wissenschaft in Ljubljana.

Ferner verfügt Slowenien über 15 nationale Forschungsinstitute in der angewandten Forschung sowie zehn Centres of Excellence (CoE) (5. RP/INCO). Inhaltlich konzentrieren sich diese auf die Themenbereiche der Biotechnologie und Pharmazie, der Informations- und Kommunikationstechnologien, der Umwelttechnologien sowie der nachhaltigen Entwicklung von Karstregionen. Führende slowenische Forschungsinstitution auf dem Gebiet der Naturwissenschaften und der Technologie ist das Josef Stefan Institute in Ljubljana.

In der Forschungsförderung sind seit 2004 die Slovenian Research Agency (SRA) und die Slovenian Technology Agency (TIA) tätig. Während die SRA primär die Umsetzung des nationalen FuE-Programms vorantreibt, unterstützt die TIA vor allem die Bereiche Innovation und technologische Entwicklung in Slowenien. Die Internationale Kooperation gehört in den Zuständigkeitsbereich der SRA.

Slowenien ist ein aktiver Partner in der Gestaltung des europäischen Forschungsraumes. Hervorzuheben in der Zusammenarbeit mit Deutschland ist das slowenische Engagement auf dem westlichen Balkan im Rahmen verschiedener Netzwerkprojekte. Das Ministerium für Hochschulen, Wissenschaft und Technologie (MHEST), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie das Internationale Büro (IB) des BMBF arbeiten in folgenden Projekten zusammen:

SEE-ERA.NET PLUS ist ein europäisches Netzwerk-Projekt, dessen zentrale Aufgabe die Durchführung einer gemeinsamen Ausschreibung für "Joint European Research Projects" (JERPS) ist. Aufbauend auf den Erfahrungen und Ergebnissen des Projekts SEE-ERA.NET soll hiermit die weitere Integration der südosteuropäischen Länder, insbesondere der Länder des westlichen Balkans, in den Europäischen Forschungsraum (EFR) vorangetrieben werden. Die gemeinsame Ausschreibung wurde am 1. September 2009 veröffentlicht. Aus dem Gesamtbudget der gemeinsamen Ausschreibung von rund 3,5 Mio. €, zudem alle Partnerländer und die Europäische Kommission beitragen, sollen rund 20 JERPS mit einer Laufzeit von 1 bis 2 Jahren gefördert werden. Neben Deutschland (BMBF und IB/DLR) und Slowenien (MHEST) beteiligen sich auch Albanien, Bosnien und Herzegowina, Deutschland, Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Frankreich, Griechenland, Kroatien, Montenegro, Österreich, Rumänien, Serbien, Bulgarien und die Türkei an der Ausschreibung. Slowenische Institutionen sind in 26 von 70 eingereichten Vollanträgen beteiligte Partner.

Das WBC-INCO.NET ist ein europäisches Netzwerkprojekt für den bi-regionalen Dialog zwischen der EU, den an das 7. EU-FRP assoziierten Staaten und den westlichen Balkanländern. Ziel ist es, die Teilnahme von Forschern der Zielregion in Europäischen FuE-Projekten zu verbessern. Das Konsortium des WBC.INCO.NET wird von 26 Partnern aus 16 Ländern gebildet, darunter die Forschungsministerien von Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Kroatien, der EJR Mazedonien, Montenegro, Österreich, Serbien, Slowenien und der Türkei. Ferner nehmen zahlreiche Forschungseinrichtungen teil. Von deutscher Seite ist das BMBF sowie IB/DLR beteiligt.

Zusätzlich ist Slowenien ein wichtiger Partner in der Entwicklung der Mittelmeerregion und bei der Anbindung der Nicht-EU-Staaten an den Europäischen Forschungsraum.
Die von Slowenien initiierte Euro-Mediterrane Universität EMUNI (Euro-Mediterranean University) ist Zeichen dieses besonderen slowenischen Interesses. EMUNI zielt auf die Weiterentwicklung des euro-mediterranen Hochschulraumes und ist einer der sechs prioritären Projektbereiche der “Union für das Mittelmeer” (UfM). Die Union für das Mittelmeer“ (UfM) umfasst alle 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie 16 Länder Nordafrikas, des Nahen Ostens einschließlich der Türkei sowie des Balkans (Albanien, Algerien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Mauretanien, Monaco, Montenegro, Marokko, die Palästinensischen Gebiete, Syrien, Tunesien, Türkei).
Die euro-mediterrane Universität EMUNI ist eingebettet in ein internationales Netzwerk von Universitäten. Im Jahre 2010 umfasst dieses Netzwerk 141 universitäre Mitglieder aus 37 Staaten.

Förderung der Zusammenarbeit mit Slowenien

Vor dem Hintergrund der EU-Osterweiterung hat das BMBF im Frühjahr 2004 ein spezielles Förderinstrument zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit mit den Mittel-, Ost- und Südosteuropäischen Ländern veröffentlicht. Im Rahmen des Programms "Internationale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung, Region Mittel- Ost- und Südosteuropa" (Regionalausschreibung) werden Finanzmittel für Anbahnungsprojekte in der angewandten Forschung, Entwicklung und in der Bildung bereitgestellt, um weiterführende Projektanträge in aktuellen Förderprogrammen des BMBF und im 7.Forschungsrahmenprogramm der EU zu stellen. Darüber hinaus werden Maßnahmen zur Ausarbeitung von Konzepten zum Aufbau gemeinsamer Forschungsbasen gefördert. Seit 2006 wird ergänzend jährlich eine Bekanntmachung im Rahmen  der Maßnahme „Werbung für den Innovationsstandort Deutschland“ (Forschungsmarketing) in der Zielregion veröffentlicht. Ziel ist es, deutsche Einrichtungen als attraktive Partner für Kompetenzträger und Kompetenzsuchende im Ausland noch stärker bekannt zu machen.

Dokumente

Ansprechpartner

  • Christian Schache

    • Fachlicher Ansprechpartner: Bulgarien, Griechenland, Slowenien
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