Serbien

Die engen Beziehungen auf dem Gebiet von Forschung & Entwicklung zwischen Serbien und Deutschland resultieren aus vielfältigen bi- wie auch multilateralen Aktivitäten, mit denen Deutschland die Entwicklung Serbiens auf dem Weg in die Europäische Union seit vielen Jahren begleitet. Mit der Erwähnung einer möglichen Verleihung des Kandidatenstatus noch in 2009 hat die Europäische Union im September 2008 die europäische Perspektive Serbiens klar bestätigt.

Eine der herausragenden Aktivitäten im Jahr 2002 war die Durchführung und der erfolgreiche Abschluss der Pilotphase zur Implementierung von neuen Netzwerktechnologien zur Förderung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Südosteuropa im Rahmen des langfristig angelegten Projektes SINSEE (Scientific Information Network for South East Europe). Dabei wurde als erster physischer Baustein ein Kernnetz für das künftige nationale serbische Hochgeschwindigkeitsnetz in Belgrad, Nis und Novi Sad errichtet. Für eine Testphase stellte die serbische Telekom schnelle zwischenstädtische Verbindungen kostenlos zur Verfügung. Außerdem fanden im Rahmen des Pilotprojektes drei Workshops unter Beteiligung von Vertretern verschiedener anderer südost-europäischer Länder statt. Themen waren E-Learning (Karlsruhe), innovative Netzwerkanwendungen und Netzwerkforschung (Belgrad) sowie Regionalisierung nationaler akademischer Netzwerke (Sofia). Ferner wurden in Novi Sad technische Betreuer der eingerichteten Netzwerkknoten im Umgang mit den Geräten des Hochgeschwindigkeitsnetzes geschult.

Ein weiterer Schwerpunkt der WTZ mit Serbien ist die Zusammenarbeit bei der Re-Orientierung der serbischen Forschungs- und Innovationspolitik. Im Oktober 2002 und Februar 2003 fan-den in Belgrad Workshops statt, bei denen gemeinsam aus neun identifizierten Prioritäten sechs vorrangig zu behandelnde Arbeitsfelder festgelegt und darauf aufbauend gemeinsame Vorschläge für kurz- und mittelfristige Handlungsschritte erarbeitet wurden. Auf der Basis der ergänzenden Expertenworkshops in Belgrad im Mai sowie im September 2004 wurde bereits ein konkretes Kon-zept zur Evaluation von serbischen Forschungsinstituten ausgearbeitet.

Am 19. und 20. Mai 2003 wurde in Belgrad das Joint Project Office zwischen dem Berliner Fraunhofer FIRST-Institut und dem Institut Mihajlo Pupin in Belgrad feierlich eröffnet. Die Ziele des BMBF-geförderten Vorhabens zur Errichtung des gemeinsamen Projektbüros in Belgrad waren die Planung und Durchführung der Einrichtung eines gemeinsamen Projektbüros im Bereich der Infor-mations- und Kommunikationstechnologien, die Schaffung der rechtlichen und organisatorischen Grundlagen, die Durchführung von Pilotprojekten im Bereich der Software-Entwicklung (z.B. "Cyber School" für konkrete E-learning Anwendungen an der Universität der Künste in Berlin) sowie die Akquirierung von Fördermitteln für weitere Projekte.

Von Oktober 2002 bis Mai 2003 wurde das BMBF-geförderte Vorhaben Dezentrales Wassermanagement im damaligen Serbien-Montenegro und Albanien durchgeführt (nähere Einzelheiten s. unten bei "Projektbeispiele"). Projektpartner auf deutscher Seite war die ARÖW GmbH (Ge-sellschaft für Arbeits-, Reorganisations- und ökologische Wirtschaftsberatung mbh). Zum Aufbau eines länderübergreifenden Netzwerks fand ein Regional-Workshop‚ Transnational Innovation Network ‚Sustainable decentralised water management‘ (TRINOWA)‘ am 10./11.02.04 in Budva, Montenegro statt. Neben Serbien-Montenegro waren die Länder Albanien, Bulgarien, Bos-nien und Herzegowina, Griechenland, Kroatien, Rumänien und E.J.R Mazedonien einbezogen. Ziel ist die Stimulierung von gemeinsamen Antragstellungen in EU-Programmen (wie z.B. LIFE (De-monstrationsvorhaben), LEONARDO (Aufbau eines Kompetenznetzes) zum Thema Qualitäts- und Umweltmanagement, TEMPUS, INTERREG III) oder in nationalen Fachprogrammen und die Weiter-verfolgung der gemeinsam entwickelten Projektideen innerhalb des initiierten Netzwerks TRINOWA.

Vor dem Hintergrund der EU-Osterweiterung hat das BMBF das Förderinstrument zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit mit den Mittel-, Ost- und Südosteuropäischen Ländern (MOEL und SOEL) modifiziert. Im Frühjahr 2004 wurde die Ausschreibung "Internationale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung Region Mittel-, Ost- und Südosteuropa" (= Regionalausschreibung) veröffentlicht. Im Rahmen der Regionalausschreibung werden bilaterale oder multilaterale Vorhaben unterstützt, die der Vorbereitung von Projekten der angewandten Forschung und Entwicklung und der Bildung im Rahmen des 7. Rahmenprogramms der EU, anderer for-schungsrelevanter Programme der EU oder der aktuellen Förderprogramme des BMBF dienen. Dar-über hinaus können gemeinsame Forschungsbasen auf der Grundlage bestehender Kooperationen entwickelt und gefördert werden.

Die Verbesserung der Integration der Westlichen Balkanländer in den Europäischen For-schungsraum (EFR) ist auch das Ziel des von der EU geförderten Netzwerkprojekts SOUTHEAST-EUROPEAN ERA-NET (SEE-ERA.Net). Erreichen wollen Deutschland und seine 13 Partnerländer dies durch die Verknüpfung der Aktivitäten im Rahmen der bestehen-den nationalen, bilateralen und regionalen Forschungsprogramme mit spezieller Ausrichtung auf Südosteuropa. Ein wichtiger Effekt dieses EU Projekts ist die Einbindung der Beitritts-kandidatenländer Bulgarien und Rumänien in die überregionale FuE / Kooperation mit dem westlichen Balkan. Alle Länder des westlichen Balkans sind an SEE-ERA.NET beteiligt. Das Projekt hat eine Laufzeit von 5 Jahren und endet im August 2009.

Serbien und Deutschland (vertreten durch BMBF und IB) sind auch Partner im EU-geförderten WBC-INCO.NET-Projekt (Western Balkan Countries INCO-NET). Dies ist ein Netzwerkprojekt für den bi-regionalen Dialog zwischen der EU, den an das 7. EU-FRP asso-ziierten Staaten und den westlichen Balkanländern. Es unterstützt die "Steering Platform on Research for the Western Balkan Countries". Ziel ist es, die Teilnahme von Forschern der Zielregion in Europäischen FuE-Projekten zu verbessern. Am WBC-INCO.NET nehmen 26 Partner aus 16 Ländern teil. (siehe www.wbc-inco.net)

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