Deutschland hat sich zu einem der wichtigsten Partner Rumäniens entwickelt. Seit 2007 ist Deutschland auch im einwohnerstärksten Land Südosteuropas Handelspartner Nummer eins, deutsche Experten und Technologien werden intensiv nachgefragt für die Anstrengungen, die rumänische Infrastruktur an die EU heranzuführen. In Bereichen wie Automobil-, Steuerungs- und Umwelttechnik gibt es vielfältige Partnerschaften, auch in den Feldern Medizin, Energie und Nanotechnologie existieren Kooperationen.
| Fördermöglichkeiten für Rumänien |
Die deutsch-rumänische Forschungskooperation reicht bis ins Jahr 1973 zurück, sie beruht auf einem Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Rumänien über wissenschaftliche Forschung und technologische Entwicklung vom 29. Juni 1973. Am 03.06.2008 wurde ein Protokoll über die Rumänisch-Deutsche Kooperation in Wissenschaft und Technologie unterzeichnet, das gezielt auf die Vorbereitung von Anträgen im 7. Forschungsrahmenprogramm gerichtet ist. Das Protokoll wurde im März 2010 bis zum Jahr 2013 verlängert.
Zentrale Institution der rumänischen F,EuI (Forschung, Entwicklung und Innovation)-Politik ist seit 2006 die Nationale Behörde für Wissenschaftliche Forschung (Autoritatea Nationala pentru Cercetare Stiintifica, ANCS). Als wichtigste Gremien für Ministerium und ANCS fungieren der aus Forschungsvertretern bestehende Nationalrat für Wissenschaftliche Forschung (Consiliul National al Cercetarii Stiintifice, CNCS), der Nationalrat für Entwicklung und Innovation (CNDI) und der Beirat für Forschung, Entwicklung und Innovation (CCCDI).
In ihrer mittelfristigen Strategie für F,EuI (2007-2013) hat die rumänische Regierung die nachstehenden drei vorrangigen Ziele ausgewiesen:
Nach Auf- und Ausbau der Forschungsinfrastruktur soll die Annäherung an den europäischen Forschungsraum durch eine entwickelte, attraktive Forschungs- und Hochschulbildungslandschaft gelingen.
Wichtigstes Finanzierungsinstrument sind die im Nationalplan für Forschung, Entwicklung und Innovation ausgewiesenen Mittel in Höhe von 15 Mrd. Lei (ca. 3,6 Mrd. Euro) für die Jahre 2007-2013. Über den Nationalplan erfolgen kontinuierliche Ausschreibungen in sechs Teilprogrammen, die an die Themenfelder des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU angelehnt sind. Ein Drittel des Gesamtbudgets – ca. 1,3 Mrd. Euro – geht dabei allein in den Bereich „Nationale Partnerschaften in vorrangigen F,EuI-Feldern“, als wichtigste Förderungsbereiche sind dabei „Innovative Materialien, Prozesse, Produkte“, Gesundheit sowie Umwelt ausgewiesen.
Das große Interesse Rumäniens an Beteiligung am Europäischen Forschungsraum wird untermauert durch die Teilnahme an 27 ERA-NETs und die Beteiligung an Europäischen Technologieplattformen (ETP) z.B. in Wasserstoff-/ Brennstoffzellentechnologie, Photovoltaik, „Food for life“.
Rumänien, seit 2007 Mitglied der Europäischen Union, kann zur Erreichung der FuE-Ziele bis 2013 auf ca. 530 Mio Euro aus EU-Strukturfondsmitteln (EFRE) zurückgreifen. Ca. 20% der im Sektoriellen Operationalen Programm „Steigerung wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit“ (SOP-IEC) verplanten Gelder stehen für die Achse 2 „Verbesserung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit durch Ausbau von FuE“ zur Verfügung. Rumänien zählt zu den Initiatorenländern der EU-Makrostrategie für den Donauraum und forcierte die Vorbereitung und Umsetzung der Strategie mit Gipfeltreffen in Bukarest im November 2010 und November 2011. Ein erstes zentrales Umsetzungsvorhaben im Prioritätsbereich zu Bildung und Forschung besteht im Aufbau eines rumänischen Instituts für die Erforschung des Donaudelta-Ökosystems.
Im Rahmen des Stabilitätspaktes für Südosteuropa wurde das Bulgarisch-Rumänische Interuniversitäre Europazentrum (BRIE) Ende des Jahres 2002 von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) als Projekt zur Stärkung der europäischen Hochschulzusammenarbeit an der Donaubrücke zwischen Rumänien und Bulgarien initiiert. Das BRIE bildet eine Dachorganisation in gemeinsamer Trägerschaft der Akademie der Wirtschaftswissenschaften in Bukarest und der Universität Angel Kantchev in Ruse. Es kooperiert dabei eng mit zwei deutschen Universitäten, die sich ebenfalls in Grenzregionen befinden (TU Chemnitz und Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder). Neben zwei Masterstudiengängen – Europäische Studien bzw. Europäische Studien und öffentliche Verwaltung – bietet BRIE regelmäßige Sommerschulen an, insb. mit Besuch der europäischen Institutionen in Brüssel.
Im Oktober 2010 nahm das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zum dritten Mal in Folge an der Bukarest International Technical Fair - TIB teil und bot elf deutschen Forschungseinrichtungen, forschenden Unternehmen und Netzwerken die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Schwerpunktthemen der Aussteller waren in diesem Jahr Mikrosystemtechnik, Erneuerbare Energien, Automobiltechnik, Produktion/Automation und Sicherheitstechnik.
Am 15. Juni 2010 fand erstmalig ein „German Day“ auf der EXPO APA Bukarest statt. Im Rahmen des wissenschaftlichen Jahreskongresses auf dieser rumänischen Leitmesse für Wasserwirtschaft gab es auf Basis von Vorträgen deutscher Akteure Gelegenheit zum fachlichen Meinungsaustausch sowie Möglichkeiten zu Einzelgesprächen. Der Veranstaltung ist es gelungen, das innovative Angebotsspektrum deutscher Organisationen und Unternehmen bei den ca. 60 rumänischen Beteiligten hervorzuheben Dieser erste German Day erfuhr eine erfolgreiche Nachfolgeveranstaltung im Rahmen der EXPO APA am 14. Juni 2011.
Unter dem Titel „Research Location Germany at a Glance“ fand am 04.11.2009 in Bukarest eine Konferenz statt, mit der das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Tage der Kultur Deutschlands („Deutschlandwoche“) den Wissenschafts- und Forschungsstandort Deutschland präsentierte. Auf Einladung der Deutschen Botschaft und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung stellten deutsche und rumänische Partner die Kooperation in Wissenschaft und Forschung vor. Neben dem BMBF und seiner rumänischen Partnerorganisation ANCS (Nationalbehörde für Wissenschaftliche Forschung) waren die Förder- und Mittlerorganisationen DFG, DAAD und AvH sowie deutsche und rumänische Wissenschaftler mit Beispielen deutsch-rumänischer Kooperationen vertreten.
Das BMBF hat seit 2004 das Förderprogramm "Internationale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung, Region Mittel-, Ost- und Südosteuropa" aufgelegt, mit dem Forschungsprojekte deutscher Wissenschaftler mit Partnern aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa gefördert werden. Bisher wurden 20 Projekte mit rumänischer Beteiligung gefördert. Aktuell läuft das Projekt „Altholzrecycling Deutschland-MOEL: Maßnahmen zur Initiierung eines multilateralen FuE-Projekts zur Sortierung und stofflichen Wiederverwertung von Alt- und Gebrauchtholz“ von Fraunhofer WKI mit Beteiligung der Transylvanien-Universität Brasov.
Ein weiterer, wichtiger Pfeiler in der Zusammenarbeit ist die Teilnahme von FuE-Netzen an der Initiative "Werbung für den Innovationsstandort Deutschland" - Forschungsmarketing. Forschungsmarketingprojekte mit Zielland Rumänien sind mit bisher elf Bewilligungen in den bislang fünf Ausschreibungen überdurchschnittlich vertreten. Im Rahmen der aktuellen Bekanntmachung 2010 wurde im September 2011 ein Projekt im Themenfeld Automotive abgeschlossen.
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(URL: http://www.internationales-buero.de/_media/Strategy_Romania.pdf)
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(URL: http://www.internationales-buero.de/_media/Increase_of_economic_competitiveness.pdf)
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Regierungs- und Ressortabkommen, ITB Info-Service (URL: http://www.kooperation-international.de/rumaenien/themes/international/dokumente)
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