Rumänien

In der internationalen Zusammenarbeit in Bildung und Forschung ist Deutschland ein wichtiger Partner Rumäniens, dessen Potential im Bereich Forschung und Entwicklung unbestritten ist. Seit dem Beitritt Rumäniens zur Europäischen Union am 1. Januar 2007 steht die aktuelle Entwicklung der Kooperation ganz im Zeichen der Integration Rumäniens in den Europäischen Forschungsraum.
Fördermöglichkeiten für Rumänien 

 

Politischer Rahmen der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit

Die bilaterale Kooperation in Forschung und Bildung beruht auf einem Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Rumänien über wissenschaftliche Forschung und technologische Entwicklung vom 29. Juni 1973.

Darüber hinaus gibt es Einzelvereinbarungen zwischen Forschungs- und Fördereinrichtungen sowie anderen relevanten Institutionen beider Länder.

Seit der politischen Wende in Rumänien 1989 ist  die rumänische Regierung bestrebt, das technologische Forschungspotential zu stärken. Im Fokus der letzten Jahre standen vor allem der mittlerweile vollzogene EU-Beitritt und die Umsetzung damit verbundener Reformen. Die Formulierung nationaler Prioritäten in Bildung und Forschung orientierte sich stark am europäischen Rahmen (EU Forschungsrahmenprogramm, Bologna-Prozess).

1990 betrugen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung noch 1,33 % des BIP. In der Folgezeit sanken sie bis auf  0,71 % in 2008. Die FuE-Ausgaben der Wirtschaft beliefen sich 2008 auf 0,35 %, der staatliche Sektor investierte rund 0,23 % und die Hochschulen 0,13 % des BIP.

Die Ziele und Prioritäten für die kommenden Jahre sind u.a. im National Development Plan 2007-2013 formuliert:

  • Weiterentwicklung von FuE-Infrastrukturen und Aktivitäten 
  • Förderung von Partnerschaften zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Wirtschaft.

Grundlagen/Schwerpunkte der Kooperation

Die letzten Projekte der klassischen bilateralen Zusammenarbeit in Forschung und Bildung sind Ende 2004 ausgelaufen. In den Jahren 2000 bis 2004 wurden im Rahmen dieser Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie mit Rumänien insgesamt 44 vor allem bilaterale Projekte vom BMBF gefördert.

Fachliche Schwerpunkte lagen in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologien, Umweltforschung und -technologie, E-Learning sowie in der Einbindung dieser Themen in die berufliche Aus- und Weiterbildung.

Besonders zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang folgende Projekte:

  • Deutsch-rumänische Kooperationen im Bereich der umweltschutzorientierten beruflichen Aus- und Weiterbildung (EPOVET) sowie 
  • New Europe College NEC. Das NEC steht für exzellente Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften.

Höhepunkte der bilateralen Zusammenarbeit

Die Erfahrungen aus dem PIUS Projekt und das aufgebaute Kontaktnetz stellen eine wichtige Ressource für das anschließende Projekt EPOVET dar. Hier wurde die Zusammenarbeit in der beruflichen Aus- und Weiterbildung im Bereich des Umweltschutzes bzw. von, "Train the Trainer-Programmen" unter besonderer Berücksichtigung "Neuer Medien" weiter verfolgt. Als direkte Folge des EPOVET-Projekts ist auch der Aufbau eines Rumänischen Zentrums für Umweltmanagement (Romanian Centre of Environmental Management - ROCEM) in Galati zu sehen; ein Projekt, das seit dem von 2005 bis Ende 2006 als Public Private Partnership durch die InWent GmbH gefördert wurde. Mittlerweile befindet sich das Projekt in der praktischen Umsetzung und Partner aus weiteren Ländern  sollen eingebunden werden.

Das NEC ist ein unabhängiges rumänisches Institute for Advanced Study. Das Institut wurde 1994 vom ehemaligen Außen- und Kulturminister Rumäniens, Prof. Dr. Andrei Plesu, gegründet. Es fördert exzellente Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Ziel ist es, einen institutionellen Rahmen mit starken internationalen Verbindungen zu schaffen, der jungen rumänischen und süd-osteuropäischen Akademikern Arbeitsbedingungen wie in Westeuropa bietet  und zugleich eine stimulierende Umgebung sowie transdisziplinären Dialog. Das NEC wird seit 2001 durch das BMBF gefördert, die Förderung war zunächst bis zum Beitritt Rumäniens zur EU vorgesehen, sie wird fortgesetzt. Weitere Förderer aus Deutschland sind insbesondere der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und die VolkswagenStiftung. Beteiligt sind weitere Länder u.a. die Schweiz, Österreich und Frankreich.

In den Jahren 2006-2008 hat der ethnoArc-Forschungsverbund - gefördert durch die EU-Kommission - ein Vorhaben bearbeitet, mit dem die Bestände von ethnomusikologischen Archiven besser zugänglich gemacht und gesichert werden sollen. Das inzwischen erreichte Ziel ist die Entwicklung eines gemeinsamen digitalen Zugangsportals gewesen, das es Forschern und anderen Interessenten ermöglicht, die Bestände der verbundenen Archive in einem verknüpften Gesamtarchiv zu sichten. Dazu ist es - und das ist eine für solche Archive wesentliche Voraussetzung - nicht notwendig, die Dokumentations- und Katalogstrukturen der angeschlossen Archive zu verändern. Sowohl die für teilnehmende Archive als auch die für Nutzer notwendige Software einschließlich ausführlicher Handbücher steht als OpenSource-Angebot zur Verfügung und kann über die Homepage des Projekts http://www.ethnoarc.org bezogen werden. Ein Support für neue Archive wird ebenfalls angeboten.

Partner im Projekt waren: Wissenschaftskolleg zu Berlin als Koordinator / Fokus Fraunhofer Institute for Open Communication Systems, Berlin / Institut für Ethnographie und Folklore "Constantin Brailoiu", Bukarest / Archives Internationales de Musique Populaire, Genf / Ethnologisches Museum Berlin - Abteilung für Ethnomusikologie/Phonogrammarchiv, Berlin / Institut für Musikwissenschaft der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Budapest / New Europe College - Fundatia Noua Europa, Bukarest.

Rumänien ist auch am SEE-ERA.NET und am SEE-ERA.NET PLUS beteiligt. Das EU-Projekt Southeast-European ERA.NET (SEE-ERA.NET) zur Integration der Staaten des westlichen Balkans in den Europäischen Forschungsraum (ERA) lief bis August 2009. 17 Ministerien und Ämter/amtliche Stellen aus 14 Ländern waren an dem auf fünf Jahre angelegten Projekt beteiligt, darunter auch Deutschland (BMBF und IB/DLR) und Rumänien (ANCS). Ende 2006 erfolgte die Pilot-Ausschreibung, die vorrangig auf die Westbalkan-Staaten ausgerichtet war. Von den Projektpartnern wurden insgesamt 840 T€ Fördermittel zugesichert. Insgesamt sind 5 rumänische Institutionen (von insgesamt 161) an den geförderten Projekten beteiligt (z. Vgl. aus Deutschland sind es 11 Institutionen).

SEE-ERA.NET PLUS ist ein europäisches Netzwerk-Projekt, dessen zentrale Aufgabe die Durchführung einer gemeinsamen Ausschreibung für "Joint European Research Projects" (JERPS) ist. Aufbauend auf den Erfahrungen und Ergebnissen des Projekts SEE-ERA.NET soll hiermit die weitere Integration der südosteuropäischen Länder, insbesondere der Länder des westlichen Balkans, in den Europäischen Forschungsraum (EFR) vorangetrieben werden. Aus dem Gesamtbudget der gemeinsamen Ausschreibung von rund 3,5 Mio. €. (inklusive 2,67 Mio. € als nationale Beiträge aller Partner) sollen rund 20 JERPS mit einer Laufzeit von 1 bis 2 Jahren gefördert werden. Neben Deutschland (BMBF und IB/DLR) und Rumänien (ANCS)  beteiligen sich auch Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Frankreich, Griechenland, Kroatien, Montenegro, Österreich, Rumänien, Slowenien, und die Türkei an der Ausschreibung.
Auf die am 1. September 2009 veröffentlichte gemeinsame Ausschreibung hin sind insgesamt 190 Anträge eingereicht worden. Derzeit befinden sich die Anträge in der Begutachtungsphase.

Förderung der Zusammenarbeit mit dem Partnerland

Vor dem Hintergrund der EU-Osterweiterung hat das BMBF im Frühjahr 2004 ein spezielles Förderinstrument zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit mit den Mittel-, Ost- und Südosteuropäischen Ländern veröffentlicht. Im Rahmen des Programms "Internationale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung, Region Mittel- Ost- und Südosteuropa" (so genannte Regionalausschreibung) werden Finanzmittel für Anbahnungsprojekte in der angewandten Forschung, Entwicklung und in der Bildung bereitgestellt, um weiterführende Projektanträge in aktuellen Förderprogrammen des BMBF und im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU zu stellen.

Rumänien und Deutschland haben sich zu einer gemeinsamen Unterstützung von FuE-Maßnahmen entschlossen. Seit Juni 2008 liegt ein gemeinsames Protokoll vor zur gemeinsamen Finanzierung zur Anbahnung von EU-Projekten im Rahmen der Regionalauschreibung. Von 17 Projekten laufen im Moment noch sieben.
Informationen dazu finden sich hier.

Im Rahmen der BMBF-Initiative für den Forschungsstandort Deutschland werden Initiativen unterstützt, die in wichtigen Zielländern wie Rumänien die Attraktivität Deutschlands und seiner Forschungslandschaft vorstellen. Von den insgesamt zehn Projekten laufen noch zwei.

Dokumente

Ansprechpartner

  • Dr. Ralf Hagedorn

    • Fachlicher Ansprechpartner: Rumänien, Ungarn
    • Heinrich-Konen-Str. 1
    • 53227 Bonn
    • Telefonnummer: +49 228 3821-492
    • Faxnummer: +49 228 3821-444
    • E-Mail-Adresse: ralf.hagedorn@dlr.de