Großbritannien

Deutschland und Großbritannien arbeiten sowohl bilateral als auch im Rahmen von internationalen Organisationen eng zusammen. Dies dokumentiert sich in einer Vielzahl von Kontakten und Kooperationen zwischen britischen und deutschen Akteuren auf politischer, wissenschaftlicher, kultureller und wirtschaftlicher Ebene.

Politischer Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit in Forschung und Bildung

Die bilaterale Zusammenarbeit beider Länder ist sehr intensiv. Es finden regelmäßige deutsch-britische Konsultationsgespräche auf Regierungs- und auf Arbeitsebene statt. Jedes Jahr wird bei zahlreichen bilateralen Treffen ein breites Spektrum politischer Fragen erörtert, insbesondere bei Gesprächen zwischen Bundeskanzlerin und Premierminister. Viele deutsch-britische Zusammenkünfte finden zudem in Brüssel und in den Hauptstädten anderer EU-Mitgliedsländer statt. Ein Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland trat im April 1959 in Kraft.  

Höhepunkte der bilateralen Zusammenarbeit

Die Vorstellung der High-Tech-Strategie der Bundesregierung zum Klimaschutz in London im Herbst 2007 war ein wichtiges Signal für die Vertiefung der deutsch-britischen Beziehungen im Bereich der angewandten Klima- und Energie-Politik.

Die Intensivierung der deutsch-britischen Kooperation in Forschung und Innovation wurde unterstrichen durch die Rede von Staatsminister Lord Drayson auf der Hightech-Strategie-Konferenz „Woher das neue Wachstum kommt“ am 6. Mai 2009 in Berlin.  

Zu nennen sind auch die Jahreskonferenzen des German-British Forum (GBF). 2008 fand diese erstmals in Deutschland statt und widmete sich dem Thema „European Monetary Policy and World Capital Markets“. Im Oktober 2009 standen bei der 14. GBF-Jahreskonferenz unter dem Motto „Energy for the Future – Governments, Cities and Technologies for the New Age“ Energiefragen im Mittelpunkt. Thema der Konferenz 2010 in Wilton Park, Südengland, war “Rebalancing the State through the Century`s Teenage Years”.  

Das deutsch-britische Austauschprogramm für Auszubildende und Ausbilder „Training Bridge“ , das gemeinsam vom BMBF und dem englischen Department for Schools, Children and Families (DCSF) gefördert wird, feierte im Juni 2009 sein 10-jähriges Bestehen. Die erfolgreiche Kooperation zwischen InWEnt (Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH) und British Council unterstützt die Entwicklung von Ausbildungspartnerschaften zwischen deutschen und britischen Einrichtungen der beruflichen Bildung.  

Großbritannien und Deutschland arbeiten zudem in der EU und in anderen internationalen Organisationen eng zusammen. Gemeinsam mit Großbritannien und anderen EU-Mitgliedsländern beteiligte sich das Internationale Büro des BMBF im Auftrag des und in enger Abstimmung mit dem BMBF an der Arbeitsgruppe „Internationalisation of R&D - Facing the Challenge of Globalisation: Approaches to a Proactive International Policy in S&T“ des EU-Ausschusses für wissenschaftliche und technische Forschung (CREST) und hatte deren Vorsitz inne. Der entsprechende Bericht wurde im April 2009 vorgelegt: http://ec.europa.eu/research/iscp/pdf/crest.pdf . Ergebnisse und Empfehlungen aus dieser Arbeitsgruppe mündeten in der Einrichtung des EU-Strategieforums für Internationale Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung mit Drittländern (Strategic Forum for International S&T Cooperation, SFIC), an dem die 27 EU-Mitgliedsländer unter deutschem Vorsitz (durch BMBF) beteiligt sind. Großbritannien koordiniert im Rahmen dieses neuen Forums die Arbeitsgruppe zur internen Informationsbereitstellung und – ermittlung.  

Auch im Rahmen europäischer Netzwerkprojekte kooperieren Deutschland und Großbritannien. So beteiligen sich beispielsweise der British Council und das Internationale Büro des BMBF zusammen mit weiteren 26 Partnern am INCO-Net MIRA, bei dem unter spanischer Federführung die Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung und Innovation mit dem Mittelmeerraum im Mittelpunkt steht.
Die Association of Commonwealth Universities (AU-ACU) koordiniert das INCO-Net CAAST-Net, bei dem es um die Koordinierung und Förderung der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit mit den Ländern in Afrika-Subsahara geht. Das Internationale Büro beteiligt sich im Auftrag des BMBF an diesem strategischen Dialogprozess, an dem weitere 16 Partner beteiligt sind.
Die Britische High Commission Singapore und der Think Tank DEMOS sind Partner im INCO-Net SEA-EU-NET,  das vom IB des BMBF koordiniert wird. Hier soll der bi-regionale forschungs- und technologiepolitische Dialog zwischen der EU und den ASEAN-Ländern gestärkt werden.
Ebenfalls vom IB koordiniert wird das ERA-Net CO-REACH mit dem Zielland China, an dem sich neben der British Academy auch die Royal Society beteiligt.
Auch beim ERA-Net mit Südkorea, KORANET, liegt die Koordination in Händen des IB. Zu den Partnern zählt u.a. der British Council.
Bereits abgeschlossen ist das EU-Projekt AOUDA, bei dem sich unter Koordination des französischen CNRS Partner wie die Royal Society und das IB mit dem Ausbau der Kooperation zwischen der EU und Indien befasst haben.

Ansprechpartner

  • Dr. Ursula Henze-Schulte

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