Griechenland

Für Deutschland und Griechenland ist die bilaterale Forschungskooperation innerhalb Europas ein wichtiges Element nationaler Forschungspolitik. In den letzten Jahren ist zudem in Griechenland vor allem in einigen Gebieten der Grundlagenforschung eine sehr gute Infrastruktur aufgebaut worden. Für deutsche Forscher ist dadurch die Zusammenarbeit auch außerhalb der klassischen Tätigkeitsfelder interessanter geworden.

Politischer Rahmen für die bilaterale Zusammenarbeit in Forschung und Bildung

Griechenland ist seit 1981 Mitglied der EU sowie bereits seit 1952 der NATO. Im ersten Halbjahr 2014 wird es die EU-Präsidentschaft inne haben.

Die aktuelle griechische Forschungspolitik baut auf den Anstrengungen des „3rd Community Support Framework“ auf und hat sich im Rahmen des Nationalen Strategischen Entwicklungsplans für die Jahre 2007-2013 folgende Ziele gesetzt: Das Interesse der Wirtschaft an FuE zu steigern und eine größere Innovationsbereitschaft zu erzeugen, die Reorganisation der Forschungsprioritäten voranzutreiben und die Forschungsinfrastruktur zu modernisieren, eine stärkere Internationalisierung der griechischen Forschungsaktivitäten zu erreichen und die Ausgaben für FuE signifikant zu erhöhen.

Die Umsetzung der Forschungspolitik erfolgt durch das Generalsekretariat für Forschung und Technologie (GSRT). Das GSRT des Ministeriums für Bildung, Lebenslanges Lernen und Religiöse Angelegenheiten, das für die Konzeption und Organisation der nationalen Forschung verantwortlich ist, ist der Ansprechpartner des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in der bilateralen Kooperation. Der Nationale Rat für Forschung und Technologie (NCRT) ist beim GSRT angesiedelt und wirkt bei der Entwicklung der griechischen Forschungslandschaft mit.

In Griechenland wird wissenschaftliche Forschung hauptsächlich in Forschungszentren sowie den 22 Universitäten und 15 „Technischen Bildungsinstituten“ (Technological Educational Institutes (TEI)) betrieben. Es gibt zwölf Forschungszentren, in denen sowohl Grundlagen- als auch angewandte Forschung betrieben wird, die vom GSRT betreut werden. Das Nationale Forschungszentrum für Naturwissenschaften „Demokritos“ in Athen und das „Institut für Forschung und Technologie“ (FORTH) auf Kreta sind besonders hervorzuheben.

Schwerpunkte der Kooperation

Griechenland ist ein aktiver Partner in der Gestaltung des europäischen Forschungsraumes. Hervorzuheben in der Zusammenarbeit mit Deutschland ist das griechische Engagement auf dem westlichen Balkan im Rahmen verschiedener Netzwerkprojekte. Das GSRT, das BMBF sowie das Internationale Büro (IB) des BMBF arbeiten in folgenden Projekten zusammen:

SEE-ERA.NET PLUS ist ein europäisches Netzwerk-Projekt, dessen zentrale Aufgabe die Durchführung einer gemeinsamen Ausschreibung für "Joint European Research Projects" (JERPS) ist. Die gemeinsame Ausschreibung wurde am 1. September 2009 veröffentlicht. Aus dem Gesamtbudget der gemeinsamen Ausschreibung von rund 3,5 Mio. Euro, zudem alle Partnerländer und die Europäische Kommission beitragen, sollen rund 20 JERPS mit einer Laufzeit von ein bis zwei Jahren gefördert werden. Neben Deutschland (BMBF und IB/DLR) und Griechenland (GSRT) beteiligen sich auch Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Deutschland, Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Frankreich, Kroatien, Montenegro, Österreich, Rumänien, Serbien, Slowenien und die Türkei an der Ausschreibung. Griechische Institutionen sind in zwölf von 70 eingereichten Vollanträgen beteiligte Partner.

Das WBC-INCO.NET ist ein europäisches Netzwerkprojekt für den bi-regionalen Dialog zwischen der EU, den an das 7. EU-FRP assoziierten Staaten und den westlichen Balkanländern. Ziel ist es, die Teilnahme von Forschern der Zielregion in Europäischen FuE-Projekten zu verbessern. Das Konsortium des WBC.INCO.NET wird von 26 Partnern aus 16 Ländern gebildet, darunter ist auch das griechische Ministerium für Bildung, Lebenslanges Lernen und Religiöse Angelegenheiten. Von deutscher Seite ist das BMBF sowie IB/DLR beteiligt.

Zusätzlich ist Griechenland ein wichtiger Partner im Rahmen der Entwicklung der Mittelmeerregion und bei der Anbindung der Nicht-EU-Staaten an den Europäischen Forschungsraum und folglich einer der Akteure der “Union für das Mittelmeer” (UfM). Die UfM umfasst alle 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie 16 Länder Nordafrikas, des Nahen Ostens einschließlich der Türkei sowie des Balkans. Inhaltlich zielt die UfM auf folgende prioritäre Projektbereiche ab:
die Säuberung des Mittelmeers, die Einrichtung von transnationalen Schifffahrtsstraßen und Autobahnen, die Schaffung eines gemeinsamen Katastrophenschutzes, die Entwicklung und Umsetzung eines Plans für Sonnenenergie, die Einweihung der Euro-Mediterranen Universität EMUNI (Euro-Mediterranean University) und die Planung und Umsetzung einer Wirtschaftsentwicklungsinitiative für die Region mit dem Fokus auf Klein- und Mittelständischen Unternehmen (KMU).

Dokumente

Ansprechpartner

  • Christian Schache

    • Fachlicher Ansprechpartner: Bulgarien, Griechenland, Slowenien
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