
Frankreich ist unter den EU-Ländern der wichtigste Partner Deutschlands. In vielfältigen Gebieten und auf unterschiedlichsten Ebenen, sei es zwischen den Ministerien, zwischen Forschungs- und Wissenschaftsorganisationen oder in der konkreten Projektzusammenarbeit, werden intensive Kooperationsbeziehungen gepflegt. Zwischen Deutschland und Frankreich haben sich außergewöhnlich umfangreiche wissenschaftlich-technologische Kooperationsbeziehungen entwickelt.
Den politischen Rahmen für die bilaterale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung bilden die deutsch-französischen Ministerräte, die seit dem 40. Jahrestag des Elysée-Vertrags im Jahre 2003 halbjährlich stattfinden. Dort erfolgt eine regelmäßige Koordinierung auf Ministerebene hinsichtlich der deutsch-französischen Zusammenarbeit in den Schwerpunktthemen in Bildung und Forschung. Deutschland und Frankreich haben beim zwölften deutsch-französischen Ministerrat in Paris am 4. Februar 2010 eine gemeinsame «Agenda 2020» für die Gestaltung ihrer Beziehungen und der Politik im kommenden Jahrzehnt beschlossen. Im Rahmen dieser Agenda, die insgesamt 80 Projektvorschläge für die Vertiefung der deutsch-französischen Zusammenarbeit in den kommenden zehn Jahren auf wichtigen politischen Gebieten wie der Wirtschafts- und Finanzpolitik, der Energie- und Klimapolitik, der Außen- und Sicherheitspolitik enthält, bildet die Bildungs-, Forschungs- und Innovationspolitik einen bedeutenden Schwerpunkt. Im Hinblick auf die Europäische Forschungspolitik wollen beide Länder bei der Vorbereitung des 8. Forschungsrahmenprogramms miteinander kooperieren.
Von herausragender Bedeutung sind auch die seit 2002 regelmäßig stattfindenden deutsch-französischen Forschungsforen. Aufgabe der Foren ist es, auf hochrangiger Ebene eine Abstimmung über forschungs- und innovationspolitische Strategien Deutschlands und Frankreichs zu erreichen. Nach den Foren in Paris (2002) Potsdam (2005) und Paris (2008) fand am 12.-13. Oktober 2011 ein 4. Forum in Berlin statt. Dort haben Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft in zwölf Arbeitsgruppen Vorschläge für die weitere Bearbeitung gemeinsamer Interessengebiete erarbeitet. Dazu gehören Energie und Klima, nicht-energetische Rohstoffe, Bioökonomie, Gesundheit und zivile Sicherheit sowie die Schaffung einer einheitlichen Datenbasis der beiderseitigen universitären Forschungspotentiale.
Auf der Ebene der Fachthemen und Projekte gibt es vielfältige Kooperationsbeziehungen. Schwerpunkte bilden die Bereiche Informations- und Kommunikationstechnologie und Biowissenschaften und –technologie. Weitere deutsch-französische Forschungsfelder sind Eigenschaften der Materie, Neue Materialien, Umwelt- und Klimaforschung sowie Gesundheit und Medizin. BMBF und ANR haben gemeinsame Ausschreibungen auf den Gebieten der Genomik und Pathophysiologie von Herz-, Kreislauf- und metabolischen Erkrankungen sowie der zivilen Sicherheitsforschung veröffentlicht. Zudem gab es im Jahr 2011 auch eine Ausschreibung zur Erarbeitung trilateraler Initiativen (D-F-Afrika) in Subsahara Afrika mit thematischem Fokus auf Gesundheit, Landwirtschaft/Lebensmittelsicherheit, Umwelt und angewandte Mathematik/ Computerwissenschaften.
Deutschland und Frankreich wollen ihre Anstrengungen zur Anpassung an globale Umweltveränderung wie den Klimawandel koordinieren. Dazu wurde beschlossen, zwei Spitzenforschungsinstitute, das Institute for Advanced Sustainability (IASS) in Potsdam und das Hôtel des sciences pour le développement soutenable (HSDS) in Paris zu etablieren. Darüberhinaus sind beide Länder im Rahmen der Wissens- und Innovationsgemeinschaften (KIC) an den KIC zum Klimaschutz (Climate-KIC) und zur Nachhaltigen Energie (KIC InnoEnergy) beteiligt.
Deutschland und Frankreich verstärken ihre Kooperation im Bereich des Höchstleistungsrechnens für die Bearbeitung wissenschaftlicher Fragestellungen auf zahlreichen Gebieten (Teilchenphysik, Klimaforschung, Astronomie, Energie, Lebens- und Nanowissenschaften).
Ein weiteres Beispiel enger Zusammenbereich ist der Bereich der Biowissenschaften und insbesondere die Pflanzenbiotechnologie, in der eine enge Zusammenarbeit zwischen den nationalen Programmen "Génoplante" und "GABI" zur Pflanzengenomforschung stattfindet. Bereits zwei gemeinsame Ausschreibungen wurden durchgeführt. Die zweite Ausschreibung zielte auf anwendungsorientierte Projekte mit Industriebeteiligung.
Beide Länder kooperieren auch im Rahmen des Europäischen Strategieforums für Forschungsinfrastrukturen (ESFRI). Sie sind insbesondere an den Projekten einer Röntgenlaseranlage (XFEL) in Hamburg beteiligt und an FAIR, einer Quelle für die Schwerionenforschung in Darmstadt.
Deutschland und Frankreich arbeiten im Rahmen europäischer Programme (7. EU-Rahmenprogramm, COST, EUREKA) zusammen. Die im Rahmen dieser Programme von Wissenschaftlern, Forschungsinstituten und –organisationen, Hochschulen und Industrie eingereichten Projektvorschläge sollen die forschungspolitischen Synergien zwischen beiden Ländern fördern.
4. Forum zur Deutsch-Französischen Forschungskooperation
Am 12. und 13. Oktober 2011 fand in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Anwesenheit von Bundesministerin Schavan und ihrem französischen Amtskollegen Laurent Wauquiez das 4. Forum zur Deutsch-Französischen Forschungskooperation statt. Im Vordergrund des Forums standen Themenbereiche, die in beiden Ländern durch nationale Prioritätenfindungsprozesse ("Stratégie nationale de recherche et d'innovation" und Hightech-Strategie) gleichermaßen hohe Beachtung erfahren. Im Rahmen des Forums tagten zwölf bilaterale Arbeitsgruppen; zugleich wurden Vorhaben der vom 12. Deutsch-Französischen Ministerrat verabschiedeten "Deutsch-Französischen Agenda 2020" umgesetzt.
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Bilanz und Perspektiven (URL: http://www.internationales-buero.de/_media/vierzig_jahre_deutsch_franzoesische_zusammenarbeit.pdf)
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bilan et perspectives (URL: http://www.internationales-buero.de/_media/40_annees_cooperation_franco_allemande.pdf)
(URL: http://www.internationales-buero.de/de/1725.php?country=Frankreich)
(URL: http://www.internationales-buero.de/de/2716.php)
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Regierungs- und Ressortabkommen, Einzelvereinbarungen, Protokolle, Strategiedokumente, Länderberichte und -studien (URL: http://www.kooperation-international.de/frankreich/themes/international/dokumente)
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(Bildungsministerium) (URL: http://www.education.gouv.fr/pid7/le-ministere.html)
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(Ministerium für Hochschulwesen und Forschung) (URL: http://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr/)
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