Bulgarien

Die internationale Kooperation in Bildung und Forschung zwischen Deutschland und Bulgarien steht aktuell ganz im Zeichen der Integration Bulgariens in den Europäischen Forschungsraum sowie der Förderung der interregionalen Forschungszusammenarbeit in und mit Südosteuropa.
Fördermöglichkeiten für Bulgarien 

 

Bulgarien hat in den letzten Jahren wichtige außenpolitischen Ziele erreicht: Im Zuge der NATO-Osterweiterung wurde Bulgarien am 29. März 2004 formelles Mitglied der NATO und ist am 01. Januar 2007 der EU  beigetreten. Trotz seines Mitgliedsstatus unterliegt es vorerst einer strengen Überwachung seiner Reformfortschritte durch die EU. Trotz eines langjährigen stabilen Wirtschaftswachstums ist das Wohlstandsniveau Bulgariens noch immer niedrig. Einer oft wenig effektiven staatlichen Verwaltung und langwierigen Gerichtsverfahren steht allerdings ein gutes Bildungssystem gegenüber.

Die letzten Projekte der klassischen bilateralen Zusammenarbeit in Bildung und Forschung sind Ende 2004 ausgelaufen. Seit 2000 wurden im Rahmen dieser Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie mit Bulgarien insgesamt 25 vor allem bilaterale Projekte vom BMBF gefördert. Fachliche Schwerpunkte lagen in den Bereichen Genomforschung, Informations- und Kommunikationstechnologien und Materialforschung / Nanotechnologie sowie Umweltforschung und -Technologie.

Vor dem Hintergrund der EU-Osterweiterung hat das BMBF das Förderinstrument zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit mit den Mittel-, Ost- und Südosteuropäischen Ländern (MOEL und SOEL) modifiziert. Dementsprechend wurden auch die bilateralen Einzelausschreibungen mit Bulgarien im Frühjahr 2004 durch die Ausschreibung "Internationale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung Region Mittel-, Ost- und Südosteuropa" (= Regionalausschreibung) ersetzt. Im Rahmen der Regionalausschreibung werden bilaterale oder multilaterale Vorhaben unterstützt, die der Vorbereitung von Projekten der angewandten Forschung und Entwicklung und der Bildung im Rahmen des 7. Rahmenprogramms der EU, anderer forschungsrelevanter Programme der EU oder der aktuellen Förderprogramme des BMBF dienen. Darüber hinaus können gemeinsame Forschungsbasen auf der Grundlage bestehender Kooperationen entwickelt und gefördert werden.

Im Zuge seiner Initiative zur Internationalisierung des Forschungs- und Entwicklungsstandorts Deutschland war das BMBF im September 2006 auf der "INFOTECH" im bulgarischen Plovdiv vertreten. Diese auf Informationstechnologien und Software ausgerichtete Fachmesse ist seit 2004 Teil der jährlich veranstalteten ITM, die eine der stärksten Messen für Investitionsgüter und Technologie in Südosteuropa darstellt. Mit insgesamt acht Universitäten, Fraunhofer-Instituten, Fachhochschulen und weiteren Forschungseinrichtungen präsentierte das BMBF die Leistungsfähigkeit der deutschen Forschung im Bereich IKT und initiierte neue Forschungs-kooperationen auf der größten Ausstellung seit 20 Jahren.

Das Bulgarisch-Rumänische Interuniversitäre Europazentrums (BRIE) erfährt seit Jahren die kontinuierliche Unterstützung durch das BMBF. Die europäische Hochschulkooperation an der Donaubrücke zwischen Rumänien und Bulgarien, die als Motor für die regionale Entwicklung einer Grenzregion Südosteuropas dient, wurde 2002 von der deutschen Hochschulrektorenkonferenz (HRK) als Projekt im Rahmen des Stabilitätspaktes für Südosteuropa initiiert. Neben dem BRIE-Europa-Studium, das als erster Master-Studiengang in Südosteuropa von einer deutschen Akkreditierungsagentur anerkannt wurde, wird seit 2006 auch ein Master Studiengang in "European Public Administration" angeboten.

Zum Aufbau eines länderübergreifenden Netzwerks fand ein Regional-Workshop ,Transnational Innovation Network ,Sustainable decentralised water management' (TRINOWA)' am 10./11.02.04 in Budva, Montenegro statt. Neben Bulgarien waren die Länder Albanien, Bosnien und Herzegowina, Griechenland, die EJR Mazedonien, Kroatien, Rumänien und Serbien-Montenegro einbezogen. Ziel ist die Stimulierung von gemeinsamen Antragstellungen in EU-Programmen (wie z.B. LIFE (Demonstrationsvorhaben), LEONARDO (Aufbau eines Kompetenznetzes) zum Thema Qualitäts- und Umweltmanagement, TEMPUS, INTERREG III) oder in nationalen Fachprogrammen und die Weiterverfolgung der gemeinsam entwickelten Projektideen innerhalb des initiierten Netzwerks TRINOWA.

Das Projekt Southeast European Era-Net (SEE-ERA.NET) zielt auf die Strukturierung und Ausdehnung des Europäischen Forschungsraumes im Hinblick auf die Länder des westlichen Balkans durch Unterstützung und Koordinierung bilateraler und multilateraler Aktivitäten in den 14 an dem ERA-NET beteiligten Ländern. Ein wichtiger Effekt dieses EU Projekts ist die Einbindung der Beitrittskandidatenländer Bulgarien und Rumänien in die überregionale F&E Kooperation mit dem westlichen Balkan, die die Integration dieser Länder in europäische Aktivitäten stärkt.

Bulgarien und Deutschland (vertreten durch BMBF und IB) sind auch Partner im EU-geförderten WBC-INCO.NET-Projekt (Western Balkan Countries INCO-NET). Dies ist ein Netzwerkprojekt für den bi-regionalen Dialog zwischen der EU, den an das 7. EU-FRP assoziierten Staaten und den westlichen Balkanländern. Es unterstützt die "Steering Platform on Research for the Western Balkan Countries". Ziel ist es, die Teilnahme von Forschern der Zielregion in Europäischen FuE-Projekten zu verbessern. Am WBC-INCO.NET nehmen 26 Partner aus 16 Ländern teil. (siehe www.wbc-inco.net)



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