Kanada

Unter den Industrieländern ist Kanada ein wichtiger Partner Deutschlands in der Zusammenarbeit in Bildung und Forschung. Die Forschungs- und Innovationspolitik genießt bei der kanadischen Bundesregierung und in der Öffentlichkeit hohe Aufmerksamkeit und einen hohen Stellenwert. Die politische Priorität der staatlichen Förderung der Wissenschaft fokussiert aber vor allem darauf, die Präsenz kanadischer Unternehmen auf den globalen Märkten zu unterstützen. Das Jubiläumsjahr anlässlich des 40-jährigen Bestehens des deutsch-kanadischen WTZ-Abkommens wurde im März 2012 offiziell beendet. Durch dieses Jahr wurde die Kooperation weiter intensiviert, und es konnten neue zukunftsweisende Projekte angestoßen werden.
Fördermöglichkeiten für Kanada

 

Politischer Rahmen für die bilaterale Zusammenarbeit in Forschung und Bildung

Deutschland ist eines der wenigen Länder, mit denen Kanada ein Regierungsabkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit abgeschlossen hat. Das Abkommen trat am 30. Juni 1971 in Kraft und hat zu einer regen bilateralen wissenschaftlichen und technologischen Kooperation geführt. Im Jahr 2011 wurde das 40-jährige Bestehen des Abkommens zum Anlass genommen, die Kooperation im Rahmen eines gemeinsamen Jubiläumsjahres weiter zu intensivieren.
Seit 1975 besteht darüber hinaus ein Kulturabkommen mit Kanada. Im Jahr 2002 hat das BMBF für die Bundesregierung mit Kanada eine Gemeinsame Erklärung über ein Austauschprogramm für junge Arbeitnehmer unterzeichnet. Zudem wurde 1999 ein Abkommen zwischen Kanada und der EU abgeschlossen.

Neben diesen vertraglichen Rahmenbedingungen ist hervorzuheben, dass Kanada in den letzten Jahren erhebliche F&E-Neuinvestitionen in Hochschulen, Forschungseinrichtungen und der Industrie getätigt hat. Daraus ergeben sich wichtige Potenziale für die Zusammenarbeit.

 

Schwerpunkte der Kooperation zwischen Deutschland und Kanada

Die Schwerpunkte der Kooperation wurden im Laufe der Zusammenarbeit an die nationalen Prioritäten beider Länder angepasst und konzentrieren sich derzeit im Wesentlichen auf folgende Bereiche:

  • Ein Schwerpunkt gemeinsamen Interesses ist die Pflanzengenomforschung. Nach dem Abschluss von bilateralen Projekten zur Qualitätsverbesserung und Resistenz gegen Pflanzenkrankheiten von Weizen und Raps wird derzeit eine Fortsetzung und Ausweitung der erfolgreichen Zusammenarbeit in der Pflanzengenomforschung ausgelotet.
  • Deutschland und Kanada sind strategische Partner im Bereich der Brennstoffzellenforschung. Das BMBF/Ref. 722 (Grundlagenforschung Energie) fördert derzeit ein deutsch-kanadisches Verbundprojekt zum Thema PEM-Brennstoffzellen. Außerdem wurde im Jahr 2010 von Seiten des Landes NRW ein bilaterales Projekt in die Förderung aufgenommen, in dem deutsche und kanadische Wissenschaftler an der Entwicklung vielseitig einsetzbarer, günstiger Brennstoffzellen arbeiten.
  • In den Geowissenschaften führen die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) gemeinsame Forschungsprojekte mit dem Geological Survey of Canada (GSC) vor allem in den Themenbereichen mariner und terrestrischer Umweltgeologie sowie Polargeologie durch.
  • Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) kooperiert direkt mit der Canadian Space Agency (CSA), dem Canada Center for Remote Sensing (CCRS) und verschiedenen Universitäten. Forschung in der Robotik, gemeinsame Nutzung von Radardaten und die wechselseitige Nutzung der Bodenstationen stehen hier im Fokus.
  • Am 29.09.2009 wurde die Helmholtz-Alberta-Initiative unterzeichnet, in der eine Intensivierung der Zusammenarbeit in den Bereichen Umweltforschung  und Geowissenschaften vereinbart wurde. Mittlerweile wurde diese Kooperation um das Thema Infektionskrankheiten mit dem Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig (HZI) als Partner der University of Alberta erweitert .
  • Das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT startete im Juli 2011 eine auf mehrere Jahre ausgelegte Zusammenarbeit mit der University of Western Ontario in London, Ontario. Deutsche und kanadische Forscher werden im gemeinsamen »Fraunhofer Project Centre for Composites Research @ Western« im Bereich Leichtbau, vor allem in Hinblick auf die Automobilindustrie, forschen. Das Zentrum wurde am 05.11.2012 offiziell eröffnet.
  • Seit Februar 2012 besteht das Max Planck UBC Center for Quantum Materials zwischen dem MPI für Festkörperphysik und der University of British Columbia, Vancouver – es ist das erste Max Planck Center mit nordamerikanischen Partnern. Deutsche und kanadische Wissenschaftler kooperieren hier auf dem Gebiet der Neuen Materialien.
  • Einen weiteren Baustein der Kooperation bilden die Partnerschaften zwischen einzelnen Ländern und Provinzen: Hier kooperieren  Baden-Württemberg mit Ontario, Bayern mit Quebec sowie Sachsen mit Alberta. Zuletzt wurde im Februar 2010 die "Alberta-Saxony Intercultural Internship Alliance" gestartet. An diesem Praktikantenaustausch-Programm sind 15 Hochschulen aus Sachsen und neun Hochschulen aus Alberta beteiligt.
  • Multilaterale Projekte spielen auf Grund der globalen Herausforderungen eine zunehmende Rolle, z.B. in der Umwelt- und Meeresforschung, der Raumfahrt und dem Klimaschutz. Deutschland und Kanada sind enge Partner in entsprechenden Netzwerken.
  • Im Rahmen der Aktivitäten des 7. Forschungsrahmenprogramms haben im Herbst 2009 das Projekt "Access2Canada - Supporting EU Access to Canadian Research and Innovation Programmes" und im Herbst 2010 das BILAT-Projekt mit Kanada begonnen, beide mit Beteiligung des BMBF.
  • In den Neurowissenschaften ist die Zusammenarbeit von deutschen und kanadischen Wissenschaftlern intensiv und fruchtbar und findet vor allem im Rahmen von europäischen Initiativen, z.B. dem ERA-NET NEURON ("Network of European Funding for Neuroscience Research"), statt. Auch an den “Centers of Excellence in Neurodegeneration (COEN)” und am  “Joint Programming Neurodegeneration (JPND)”, beides zunächst Initiativen von europäischen Staaten, sind kanadische Partner beteiligt. Ebenfalls arbeiten deutsche und kanadische Wissenschaftler beim Thema „Neuroscience and Ageing“ zusammen.

 

Ein Höhepunkt der bilateralen Kooperation

Der Höhepunkt des Jahres 2012 war der Besuch von Bundeskanzlerin Merkel an der Dalhousie Universität, wo sie sich über die deutsch-kanadische Zusammenarbeit in der Meeres- und Polarforschung informierte und der Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen Helmholtz (AWI, Geomar, GFZ) und dem Halifax Marine Research Institute beiwohnte, das die Zusammenarbeit formalisiert.

 

Förderung der Zusammenarbeit mit Kanada

Neben der Förderung durch die Fachprogramme des BMBF unterstützt das zuständige Länderreferat 214 verschiedene Aktivitäten (z.B. Workshops, Delegationsreisen) sowie die Nachwuchsförderung. Außerdem gewinnen Initiativen zur Werbung für den Studien- und Forschungsstandort Deutschland an Bedeutung.

 

Besondere Aktivitäten des Internationalen Büros

Im Rahmen des Jubiläumsjahrs anlässlich des 40-jährigen Bestehens des deutsch-kanadischen WTZ-Abkommens wurden vom Internationalen Büro in Zusammenarbeit mit den Partnerinstitutionen in Deutschland und Kanada die Broschüre „Wissenschaft, Technologie, Innovation – 40 Jahre deutsch-kanadische Zusammenarbeit“ erstellt und eine Internetseite der Kooperation aufgebaut.

Dokumente

Ansprechpartner


  • Dr. Barbara Hellebrandt

    • Fachliche Ansprechpartnerin
    • Heinrich-Konen-Str. 1
    • 53227 Bonn
    • Telefonnummer: +49 228 3821-1433
    • Faxnummer: +49 228 3821-1400
    • E-Mail-Adresse: barbara.hellebrandt@dlr.de

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