In Argentinien sind die wissenschaftlichen Aktivitäten in Forschung und Entwicklung gut ausgebildet. Das Land verfügt über ein Forschungs- und Entwicklungssystem, das erfolgreich in internationale Kooperationen eingebettet ist.
| Fördermöglichkeiten für Argentinien |
Argentinien zählt, wie Brasilien und Chile, zu den Partnerländern Deutschlands in Südamerika, mit denen seit vielen Jahren eine bilaterale wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit besteht.
Grundlage der bilateralen wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit Deutschlands mit Argentinien ist das Regierungsabkommen von 1969. Kooperationspartner in Argentinien ist das im November 2007 neu gegründete Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Produktive Innovation (MINCyT). Zuvor war die bilaterale Zusammenarbeit vom Staatssekretariat für Technologie, Wissenschaft und Produktionsinnovation SECyT (Secretaría para la Tecnología, la Ciencia y la Innovación Productiva) koordiniert worden, das dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Technologie unterstellt war.
Die neue argentinische Regierung unter Cristina Fernández de Kirchner hat mit der Gründung der Ministerien für Wissenschaft, Technologie und Innovation sowie für Bildung und Kultur im Dezember 2007 die Bedeutung von Forschung und Bildung für die gesellschaftliche Entwicklung nachhaltig gestärkt. Diese strategische Ausrichtung soll auch ein Signal setzen für eine Erhöhung der Investitionen in Forschung und Entwicklung auf 1% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bis 2010.
Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit werden von einer Gemischten Kommission festgelegt, die sich zuletzt im November 2008 in Buenos Aires traf. Die nächste Gemischte Kommission soll 2010 anlässlich der Bicentenario-Feierlichkeiten zur 200-jährigen Unabhängigkeit wieder in Argentinien stattfinden.
Auf verschiedenen Gebieten der Biotechnologie findet eine sehr intensive deutsch-argentinische Kooperation statt. Schwerpunkte hier sind gemeinsame Vorhaben zur Biotechnologie von Nutzpflanzen und -tieren, Sanierung kontaminierter Standorte und die Nutzung der biologischen Ressourcen Argentiniens zum Beispiel für pharmazeutische Zwecke.
Die Umweltforschung (inkl. Meeres- und Antarktisforschung) ist ein wichtiger und aktiver Schwerpunkt der Kooperation. Projekte zu Biodiversitätsfragen sowie die Erforschung des El Niño-Phänomens gemeinsam mit chilenischen und peruanischen Partnern stellen zentrale Fragen der Zusammenarbeit in den letzten Jahren dar. Auf deutscher Seite ist hier die Initiative des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung maßgeblich. Gemeinsame Polarstern-Fahrten sowie Arbeiten an der argentinischen Antarktis-Station Jubany und dem dortigen Dallman-Labor bilden ein Kernstück der Zusammenarbeit. Neben Argentinien und Deutschland engagieren sich hier auch die Niederlande. Am 5. April 2006 wurde der Folgevertrag über die wissenschaftliche Zusammenarbeit am Dallmann-Labor unterzeichnet und damit die seit zwölf Jahren bestehende Kooperation verlängert.
Das in der argentinischen Pampa liegende Pierre-Auger-Observatorium ist weltweit die größte Anlage für die Messung von kosmischer Strahlung höchster Energien. Neben dem Forschungszentrum Karlsruhe im Karlsruher Institut für Technologie KIT, sind die Universitäten Aachen, Karlsruhe, Siegen und Wuppertal sowie das Max Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn am Pierre Auger-Experiment beteiligt. Die Eröffnungszeremonie des Pierre-Auger-Observatoriums fand vom 13. bis 15. November 2008 in Malargüe, Mendoza, statt. Hochrangige Regierungsvertreter und Wissenschaftler aus 17 Ländern (darunter auch Deutschland) nehmen daran teil.
Ende 2007 wurde das weltweit zweite MPG-Partnerinstitut nach Shanghai in Argentinien im Bereich Biomedizin gegründet. (weitere Informationen s.u.).
Im August 2008 ist der vom DAAD geförderte Masterstudiengang "International Master Program in Biomedical Sciences" (IMBS) der Albert-Ludwig-Universität Freiburg und der Universität Buenos Aires gestartet (weitere Informationen s.u.).
Mitte November 2008 fand die erste "deutsch-argentinische Woche der wissenschaftlichen und technologischen Kooperation" in Buenos Aires statt, die den Rahmen für die Sitzung der deutsch-argentinischen Kommission für wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit angeboten hat. Weitere Bestandteile der Wissenschaftswoche waren ein Seminar zur Darstellung der bilateralen wissenschaftlich-technologischen Kooperation in den letzten 10 Jahren, ein Innovationsforum zum Thema "Klimaschutz durch nachhaltige Technologien" ebenso wie verschiedene weitere Veranstaltungen (u.a. DAAD-Alumnitreffen, AHK Seminar "Science meets Business, Auftaktveranstaltung des biomedizinischen DAAD-Masterstudiengangs, Eröffnung des Pierre-Auger-Observatoriums in der Provinz Mendoza).
Im April und November 2008 und 2009 nahmen argentinische Wissenschaftler auf Einladung des BMBF an der Hannovermesse und 2008 an der "Biotechnica" teil - im Rahmen des jeweiligen Aufenthaltes einer lateinamerikanischen Expertendelegation. Ziel dieser Maßnahmen war die Initiierung neuer Kontakte mit deutschen Forschungseinrichtungen und -unternehmen sowie die Planung gemeinsamer künftiger Veranstaltungen.
Im Rahmen eines dreistufigen Nachwuchsförderprogramms für lateinamerikanische Jungwissenschaftler wurde im Sommer 2008 im Rahmen einer Ausschreibung ein argentinischer Wissenschaftler ausgewählt, der in den nächsten fünf Jahren eine Forschergruppe an einem deutschen MPG-Partnerinstitut aufbauen soll. Anschließend wird er über eine Dauer von weiteren fünf Jahren von der Volkswagenstiftung für Forschertätigkeiten im Heimatland unterstützt mit Aussicht auf eine 5-Jahres Anschlussförderung durch den argentinischen Forschungsrat CONICET.
Der DAAD fördert das "International Master Program in Biomedical Sciences" (IMBS) der Albert-Ludwig-Universität Freiburg und der Universität Buenos Aires, das im August 2008 gestartet ist, die offizielle Auftaktveranstaltung findet anlässlich der o.g. deutsch-argentinischen Wissenschaftswoche statt. Es handelt sich um den ersten deutschen Kooperationsstudiengang in Argentinien.
Im April und November 2008 nahmen argentinische Wissenschaftler auf Einladung des BMBF an der Hannovermesse und der "Biotechnica 2008" - im Rahmen des jeweiligen Aufenthaltes einer lateinamerikanischen Expertendelegation teil. Ziel dieser Maßnahmen war die Initiierung neuer Kontakte mit deutschen Forschungseinrichtungen und -unternehmen sowie die Planung gemeinsamer künftiger Veranstaltungen.
Die bilaterale wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit (WTZ) mit Argentinien hat sich von 1999 an kontinuierlich entwickelt. Aktuelle Themen gemeinsamen Interesses sind Umweltforschung und -technologie, Meeres- und Antarktisforschung, Biotechnologie, Medizin, Nanotechnologien sowie die Informations- und Kommunikationstechnologien.
Gemeinsame Projektausschreibungen sind für Argentinien wichtig als Katalysator für die einheimische Forschungslandschaft, besonderes Interesse an der Zusammenarbeit besteht weiterhin in der Antarktis. Von BMBF und MINCyT werden jährlich gemeinsame Bekanntmachungen für Mobilitätsprojekte veröffentlicht.
[PDF - 13,3 kB]
Projektbeispiel (URL: http://www.internationales-buero.de/_media/ARG_Anke.pdf)
(URL: http://www.internationales-buero.de/de/1488.php?country=Argentinien)
(URL: http://www.internationales-buero.de/de/2716.php)
Dieser externe Link öffnet ein neues Fenster:
Regierungs- und Ressortabkommen, ITB Info-Service (URL: http://www.kooperation-international.de/argentinien/themes/international/dokumente )
Dieser externe Link öffnet ein neues Fenster:
(URL: http://www.mincyt.gov.ar/)
Dieser externe Link öffnet ein neues Fenster:
(URL: http://www.caicyt.gov.ar/)
Dieser externe Link öffnet ein neues Fenster:
(URL: http://www.argentinische-botschaft.de/)
Dieser externe Link öffnet ein neues Fenster:
(URL: http://www.buenos-aires.diplo.de/es/Startseite.html)